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Kampfdrohne Arrow Arrow – die schnelle, unsichtbare und tödliche Kampfdrohne einer Privatfirma

Mit dem Sitz in Shanghai umgeht Kelley Aerospace die Handelsrestriktionen der USA.
Mit dem Sitz in Shanghai umgeht Kelley Aerospace die Handelsrestriktionen der USA.
© Kelley Aerospace
Eine Firma mit Sitz in Shanghai lässt die Rüstungsgiganten hinter sich. Kelley Aerospace bietet eine Drohne an, die als Wingman Kampfflugzeuge begleiten soll. 

16 Millionen US-Dollar steht auf dem Preisschild der Arrow von Kelley Aerospace. Die Firma aus Shanghai verkauft die weltweit erste Kampfdrohne, die Überschallgeschwindigkeit erreicht. Das ist ein Novum, wird in der Zukunft aber verlangt werden. Bislang sind Kampfdrohnen vor allem darauf angelegt, möglichst lang in der Luft zu bleiben. Meist werden sie gegen Gegner ohne nennenswerte Luftverteidigung eingesetzt.

In Zukunft sollen Kampfdrohnen in der Lage sein, Kampfflugzeuge mit Besatzung zu begleiten, das bedeutet aber auch, dass sie in Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit an die Jets herankommen müssen.

Der Arrow soll Mach 2,1 also 2600 Stundenkilometer, erreichen, dazu kommt eine Reichweite von 4800 Kilometern. Das System kann als ferngesteuerte Drohne fungieren, aber auch voll autonom agieren. Die heiß diskutierte Schwelle zu einer Maschine, die über Tod und Leben entscheiden kann, wird von der asiatischen Firma also überschritten. Die Schale der Drohne besteht aus Kohlefasermaterial. "Es ist auf einen reduzierten Radarquerschnitt und eine reduzierte Infrarotsignatur ausgelegt. Die Kohlefaser- und Monocoque-Konstruktion verleiht dem Arrow eine hervorragende Festigkeit und Steifigkeit", so das Unternehmen. Zwei Prototypen werden derzeit in Israel und den USA getestet.

"UAVs sind bekannt für ihre Ausdauer, aber sind nicht für ihre Geschwindigkeit bekannt", sagte Ian Lim, Geschäftsführer von Kelley Aerospace. "Mit der Arrow-Überschalldrohne überwinden Sie die Probleme der Geschwindigkeit und der Reichweite."

Die Arrow-Drohne ist für Einsätze "in stark umkämpften Gebieten" konzipiert und soll Flugzeuge begleiten, um als Köder für Raketen zu fungieren, um feindliche Jäger zu bekämpfen oder die feindliche Kommunikation zu stören. Also in etwa das gleiche Konzept, das Boeing mit der "Loyal Wingman"  und Russland mit der Stealthdrohne S-70 Ochotnik verfolgen.

Ein bemanntes Flugzeug soll mehrere Arrow-Drohnen steuern, die mit Mission-Modulen für jeweils unterschiedliche Aufgaben ausgerüstet werden können. Diese Drohnen können in engen Formationen oder in Schwärmen angreifen. Schwarmangriffe sollen durch eine große Zahl an Angreifern die feindlichen Luftabwehrsysteme überfordern. Der hohe Systempreis der Arrow setzt der Schwarmtaktik allerdings Grenzen. Kelley Aerospace entwickelt auch einen Überschall-Business-Jet. Nach Angaben der Firma solle es bereits mehr als 100 Vorbestellungen für den Arrow geben.

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