HOME

Stern Logo Technik

Future Vertical Lift: Bell V-280 Valor - die giftige Hummel des US-Militärs

Das US-Militär will die Hubschrauber ersetzen und stattdessen Flugmaschinen mit Schwenkrotoren einsetzen. Nun hat das Modell von Bell den ersten längeren Flug absolviert.

Zukunftsmusik: Bell hat eine Reihe von Bildern über mögliche Einsätze der V-280 Valor rendern lassen.

Zukunftsmusik: Bell hat eine Reihe von Bildern über mögliche Einsätze der V-280 Valor rendern lassen.

Hersteller

Ohne Landebahn starten und landen zu können, das ist die Hauptanforderung des US- an den Future Vertical Lift (FVL) und wie es aussieht, hat der klassische Hubschrauber bei dieser Aufgabe bald ausgedient. Bells Erprobungs-Jet V-280 Valor setzt wie die schon im Dienst befindliche V-22 Osprey auf Schwenkrotoren. Nachdem der Jungfernflug im Dezember 2017 stattfand, absolvierte die V-280 nun erfolgreich ihren ersten längeren Flug.

Scheller und sparsamer

Der Einbau von Schwenkrotoren erlaubt Starts- und Landungen wie ein , ermöglicht aber Streckenflüge wie ein Propellerflugzeug. Die Vorteile sind eine höhere Reisegeschwindigkeit, ein gesunkener Spritverbrauch und geringere Unterhaltskosten als ein herkömmlicher Hubschrauber. Der Schwenkrotor bietet die doppelte Geschwindigkeit und Reichweite gegenüber einem herkömmlichen Hubschrauber. Die Kampfreichweite der V-280 liegt bei mehr als 1000 Kilometern, die maximale Reichweite sogar bei 3900 Kilometern. Die V-280 soll eine Reisegeschwindigkeit von 520 km/h erreichen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 560 km/h. 

Ein System wie die V-280 könnte Truppen über sehr weite Entfernungen ins Gefecht bringen und zugleich Bodentruppen Luftunterstützung geben. Beim derzeitigen Stand des Technologie-Trägers kann über die zukünftige Bewaffnung nur spekuliert werden. Da der FVL sowohl Transport- wie auch ersetzen soll, wird es auch Varianten geben, die schwer bewaffnet sind.

Das Problem des Konzepts: Man muss die hohe Belastung der meistern. Kein einfaches Unterfangen. Die Entwicklung des Vorgängers der FVL, der V-22 Osprey, war dann auch von einer ganzen Reihe von Rückschlägen begleitet. Der Bedarf an Future Vertical Lift wird auf bis zu 4000 Flugzeuge geschätzt. Bei einem Erfolg dürfte die Militärversion exportiert werden. Bewährt sich das System beim Militär, dürfte die Technik auch in den zivilen Bereich wandern.

Modifikationen des Konzepts

Die V-280 kann derzeit 14 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder befördern. Im Vergleich zum Vorgänger, der V-22 Osprey, wurde auf die Heckklappe zugunsten von Rumpftüren verzichtet. Der Hauptunterschied ist aber, dass die V-280 die schwenkbare Masse radikal reduziert hat. Bei der V-280 ist der Motor starr in den Flügeln montiert, nur Rotoren und Getriebe schwenken in die Höhe. Bei dem Vorgänger der V-22 Osprey bewegen sich dagegen auch die Motoren.