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Natürliche Energie Größte Windturbine der Welt nimmt Betrieb in Rotterdam auf

Eine Haliade X in Rotterdam
Eine Haliade X in Rotterdam
© PR
In Rotterdam hat die Haliade-X 13 begonnen, sich zu drehen. Die Turbine leistet 14 Megawatt. Gedacht ist die 260 Meter hohe Anlage für einen Windpark in der Nordsee. Er soll sechs Millionen Haushalte versorgen.

Gedacht sind die Turbinen der Haliade-Plattform von General Electric für den Offshore-Einsatz auf dem Meer, doch die ersten Prototypen werden auf dem Land errichtet. In Rotterdam nahm nun eine Haliade-X 13 den Betrieb auf. Eine erste Turbine aus der Familie der Haliade-X-Plattform wurde schon 2019 fertiggestellt ("Eine einzige Umdrehung dieses Windrades versorgt ein Haus zwei Tage mit Energie"). Sie leistet 12 MW, die verbesserte Version erreicht nun 14 MW. Damit ist sie die stärkste gebaute Turbine der Welt. Jede ihrer Schaufeln ist 107 m lang. Sie ragt 260 Meter in die Höhe. Das Unternehmen kalkuliert, dass sie im Jahr bis zu 74 GWh Energie erzeugen kann.

Gedacht sind die Turbinen der Haliade-X-Plattform für den Offshore-Windpark Dogger Bank C. Er liegt etwa 130 Kilometer vor der Nordostküste Englands. Dort sollen 87 der Mega-Turbinen installiert werden. Das Projekt wird in drei Phasen fertiggestellt, zusammen sollen sie in der Lage sein, sechs Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen.

Wettrennen um mehr Leistung

Die weltweite Spitzenposition dürfte die Haliade-X 13 aber wieder verlieren. An dem Rennen der Riesen-Turbinen beteiligen sich noch weitere Firma. Vestas aus Dänemark entwickelt ein Modell mit 15 MW, Siemens hat eine Turbine mit 14 MW angekündigt, das chinesische Unternehmen MingYang Smart Energy hat die MySE 16.0-242 vorgestellt, sie erreicht 16 MW und soll ab 2024 gebaut werden.

Mini-Windkraftwerk

Hohe Kosten der Offshore-Anlagen

Das Größenwachstum soll das größte Problem der Offshore-Anlagen mindern, sie sind relativ teuer. Auf dem Meer ist für die Turbinen sehr viel Platz, dort muss man auf keine Anwohner Rücksicht nehmen. Doch die Kosten explodieren bei Anlagen auf dem Meer. Die US Energy Information Administration hat die Energieerzeugungskosten für 2026 berechnet – ohne direkte Subventionen. Und ohne Kosten einer Zwischenspeicherung. Demnach kostet landgestützte Windenergie 31 US-Dollar pro Megawattstunde. Auf dem Wasser werden daraus stolze 120,52 US-Dollar. Das ist fast doppelt so teuer wie Strom aus dem Kohlekraftwerk. Solarenergie kostet sogar nur 32,78 US-Dollar, also nur etwa ein Viertel.

Die Riesenturbinen sollen nun helfen, die Kosten der Offshore-Windkraft bis 2050 um 37 bis 49 Prozent sinken zu lassen. Ob die Strategie aufgeht, bleibt abzuwarten. Es gibt genügend dünn besiedelte und windreiche Regionen auf dem Festland. Wenn die Riesenturbinen dort aufgebaut werden, dürften sie wiederum wesentlich billiger Strom produzieren als auf dem Meer.

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