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Unterwegs in Hamburg: Lieferroboter 6D83 erzählt aus seinem Leben

Im Hamburger Schanzenviertel warten sie auf ihren Einsatz: Sie wollen liefern. Noch dürfen die Lieferroboter das nur in menschlicher Begleitung, aber sie brennen darauf, selbstständig zu werden.

Ein Lieferroboter steht zwischen zwei Menschen

Seine Stärke ist "die letzte Meile": Der Lieferroboter 6D83 (M.) von Starship ist in Hamburg dort unterwegs, wo ihn die Einsatzleitung hinschickt. Zurzeit begleitet ihn neben dem elektronisch dazugeschalteten Operator, der im estnischen Tallinn sitzt, noch ein Mensch – obwohl er eigentlich alles allein kann. Teamleiter Dino (l.) und Handler Rifat gehören zum elfköpfigen Schanzenviertel-Team. Ist die Lieferung angekommen, erhält der Kunde eine SMS (rechts) und den Freischalt-Code, um den Deckel des Roboters öffnen zu können.

Guten Tag, darf ich mich vorstellen? Ich bin ein Lieferroboter. Vielleicht haben Sie mich schon einmal gesehen. Ich rolle über Hamburgs Bürgersteige, in menschlicher Begleitung. Einen Handler, so nennen wir die "Mitläufer", nehme ich mit, damit er oder sie neugierige Fragen beantworten kann. Nicht, dass ich mich beschweren will, ich bin ja ganz gern in Gesellschaft. Aber ich finde, es wirkt immer ein bisschen uncool, wenn jemand hinter mir herläuft. Unser Schöpfer will es so, denn unsere Sicherheit ist für ihn das Wichtigste. Das kommt natürlich auch den Menschen zugute. Wir warten deshalb an Einfahrten oder vor Ampeln lieber länger, als dass wir ein Risiko eingehen. Dino, ein Mensch und unser Teamleiter, sagt, dass es noch nie einen Unfall gab. Darauf sind wir sehr stolz!

Ob wir irgendwo arbeiten dürfen, entscheiden die Städte beziehungsweise Kommunen selbst, dazu gehört schon ein bisschen visionäre Kraft – und die fehlt manchen Menschen einfach. "Was für eine Verschwendung! So eine kleine Kiste befördert drei, vier Pakete und dann muss auch noch jemand mitgehen?", solche Äußerungen müssen sich unsere Handler manchmal anhören. Die Leute können sich nicht vorstellen, was wir ihnen in Zukunft alles abnehmen werden. Eine Idee ist etwa, dass wir Ihre Einkäufe nach Hause tragen. Eine Truppe von uns könnte dafür bei Ihrem Supermarkt parken und Sie mieten uns einfach – für einen Euro oder so. Während Sie dann unbeschwert nach Hause schlendern, tragen wir, was Sie eingekauft haben. Bis zu 15 Kilo können wir befördern. Wäre das nicht cool? Und wie lässig Ihre Kinder das finden werden! "Mama, nehmen wir einen Roboter?", höre ich sie schon fragen. Denn schon heute bestellen manche Familien nur eine Pizza, weil sich die Kinder so freuen, wenn wir sie liefern.

Ein bisschen reden können wir auch

Unsere Lieferaufträge bekommen wir elektronisch übermittelt und sobald wir sie angenommen haben, wissen wir, was zu tun ist, obwohl das manchmal gar nicht so einfach ist. Wir sind nämlich sozusagen Fußgänger und wer mal auf einem Bürgersteig unterwegs war, weiß, was das bedeutet: Ständig ändert sich alles. Neue Baustellen, Dreharbeiten (wir liefern derzeit im Schanzenviertelyou know), rasende Fahrradkuriere und Kinder – die hat offenbar niemand unter Kontrolle. Alles potenzielle Hindernisse.

Manche Leute verstehen unsere Kommunikationswege nicht. "Müssen Sie dann klingeln?", fragen sie die Handler, wenn sie verstanden haben, was unsere Aufgabe ist. Wir arbeiten hier für Domino's, eine Pizzakette, und für den Lieferservice Foodora. Das mit dem Essen hat sich auf unsere Arbeitszeiten ausgewirkt: Mittags und abends sind wir am häufigsten zu sehen. "Wir sind das neue Essen auf Rädern", ist unter uns robots ein kleiner Insider, mit dem wir uns manchmal über uns selbst lustig machen. Und: Nein, niemand muss klingeln. Wenn Sie Ihr Essen bestellt haben, bekommen Sie zwei SMS von uns. In der ersten kündigen wir an, in wie viel Minuten wir da sind, in der zweiten, dass wir da sind. Auf Ihrem Telefon erscheint zusätzlich der Freischalt-Code, damit Sie unseren Deckel öffnen und das Essen entnehmen können. Einziger Nachteil: Sie müssen bis zur Haustür kommen, wir können leider nicht bis zum Sofa vorfahren.

Hamburg ist nicht unser erster Standort, in Deutschland waren wir vorher schon in Düsseldorf, das muss so 2015 gewesen sein. Damals war der Metro-Konzern unser Kooperationspartner und wir haben für Mediamarkt technical devices ausgeliefert. Erst seit wir in der Hansestadt sind, geht es nur noch ums Essen.  

Ein richtiges Zuhause

In Hamburg sind wir zu sechst, meine fünf Arbeitskollegen sind auch meine Mitbewohner, in dieser Woche kommt Nr. 7 zur Verstärkung. Wir leben im Erdgeschoss des Betahauses, einem coworking space im hipsten Teil der Stadt. Es ist das erste Mal, dass wir nicht einfach in einer kühlen, garagenähnlichen Umgebung untergebracht sind, und dafür sind wir unserem Arbeitgeber sehr dankbar. Ach so, unser Arbeitgeber heißt übrigens Starship. Geiler Name, ne? Passt auf jeden Fall ganz gut zu unserer Entstehungsgeschichte: Wir sollten nämlich eigentlich auf den Mars. Na ja, das ist vielleicht etwas verkürzt. Ahti Heinla und Janus Friis, man kennt sie in der Szene als die Gründer von Skype, haben an einem Roboter gearbeitet, der für die NASA auf den Mars sollte. Dann hat man sich aber stattdessen für das Konkurrenzmodell "Curiosity" entschieden (no comment). Weil die beiden Visionäre ihre brillante technologische Entwicklung (mich und meine Robo-Jungs) nicht ungenutzt lassen wollten, haben sie nach einer anderen Aufgabe gesucht – und sie auf der Erde gefunden. Und da sind wir nun, im Dienste der Menschheit, willing to serve, äußerlich an die neue Herausforderung angepasst.

Apropos "Curiosity", das ist etwas, worüber ich ein wenig verschnupft bin. Seit Ewigkeiten suchen sie nach einem Namen für uns. Aber nichts da. Das Einzige, womit ich mich vorstellen kann, ist eine individuelle Seriennummer, die unansehnlich an der Seite meiner schicken flag klebt: 6D83. Vielleicht kann ich mir ja hier ein wenig Gehör mit meinem Anliegen verschaffen – ich spreche auch für meine Kollegen – wir brauchen einen richtigen Namen! 

Die Seriennummer des Roboters

Etwas mehr als eine Seriennummer dürfte es schon sein. Der einzige Trost für 6D83: die Namensähnlichkeit mit seinen berühmten "Star Wars"-Kollegen C3PO und R2D2.

Der Weg in die Selbstständigkeit ist mühsam

Ich will nicht angeben, aber meine Sensorik ist super. Wir kommen ja ursprünglich aus Tallin, so wie Ahti Heinla, und kennen uns deshalb mit extremen Wetterlagen aus. Uns kann nichts stoppen, weder Pfützen noch Eis oder Schnee. Schneeketten? Brauchen wir nicht. Bürgersteige? Kein Problem, wir haben sechs Räder und Gelenke, mit denen wir uns abkippen können. Unsere Maximalgeschwindigkeit beträgt sechs Kilometer pro Stunde, wenn wir freie Fahrt haben, ist das für die Handler manchmal recht anstrengend. 

Trotzdem ist es noch nicht so weit, dass wir alleine raus dürfen – obwohl wir auch jetzt schon als duales Team mit unserem Operator arbeiten. Der sitzt zwar in Estland, weiß aber alles über uns. Er trackt uns per GPS, sieht auf unserer Map, wo wir gerade unterwegs sind und kann durch unsere neun Kameras sogar erkennen, ob eine Ampel grün ist. Muss er zwar eigentlich gar nicht, weil wir das selbst sehen, aber Sie wissen ja, die Sicherheit. Wenn wir eine Straße überqueren, blinkt unsere flag – auch aus Sicherheitsgründen.

Blick durch die Kameras eines Lieferroboters

Fünf ihrer insgesamt neun verbauten Kameras helfen den Starship-Robotern, im Weitwinkel nach vorn zu schauen. Der Operator kann sich jederzeit zuschalten und so aus Estland bis zu 100 Auslieferungen begleiten.

Wir sind weltweit unterwegs

Anfang dieses Jahres ist offiziell bekanntgegeben geworden, dass Daimler mit 17 Millionen bei uns einsteigt, 2016 hatte der Fahrzeughersteller bereits einen Robovan für uns gebaut – zum Überwinden größerer Distanzen. Hier in Hamburg haben wir leider keinen dieser coolen schwarzen Vans, die sind bislang nur in Estland für den Paketzusteller Omniva im Einsatz. Wenn wir hier zum TÜV müssen – und das müssen wir bei jedem Software-Update, also ziemlich oft – nehmen wir einfach ein Taxi. Vor dem Daimler-Millioneninvestment hat unser Erfinder alles aus eigener Tasche bezahlt, er hat ja zum Glück ein paar Milliarden. Inzwischen gibt es schon eine richtige Flotte von uns, 150 Starship-Lieferroboter arbeiten weltweit: in drei Städten in Kalifornien, an zwei Standorten in Großbritannien und in jeweils einer Stadt in Estland, Deutschland und der Schweiz. Ich gehöre zur vierten Generation, dafür steht das "D" in meiner Seriennummer. Wir sind Marktführer, aber das muss ich Ihnen wahrscheinlich gar nicht sagen.

Wann wir endlich alleine raus dürfen, wissen wir nicht. Nicht mal aus London kommt eine Info darüber, und dort wissen sie einiges mehr als wir hier in Hamburg. Deshalb sind wir immer wieder auf der Suche nach Handlern, die uns begleiten. Falls Sie mich also beruflich begleiten möchten, melden Sie sich bitte. Wir könnten dann zusammen mappen gehen, also Wege aufzeichnen, die wir noch nicht so gut kennen. Was wir zwei gemeinsam digitalisieren, wird anschließend an all meine Kollegen verteilt. Jeder Schritt macht uns ein Stückchen eigenständiger, also melden Sie sich bei Dino! Wenn Sie schon einen Job haben, bestellen Sie einfach was zu essen – wir sehen uns!

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(