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Lufthansa-Jubiläum: Nostalgie-Flug und Serverzusammenbruch

Ein Nostalgie-Flug für Promis und Politiker, Rabatte für die Kunden - so feierte die Lufthansa das 50. Jubiläum des Linienverkehrs in der Bundesrepublik. Zum Glück stürzte nur der Ticketserver ab.

Die Lufthansa hat ihren 50. Geburtstag mit einem Prominenten-Sonderflug quer durch Deutschland und einer großen Rabattaktion gefeiert. Der Kundenansturm angesichts des Rabatts von 50 Prozent auf im Internet gebuchte Flüge bis Sonntag legte am Freitagnachmittag zeitweise die Firmen-Website lahm. Die Aktion ist bis Sonntag um 24.00 Uhr und auf Economy-Flüge aus Deutschland bis Ende April beschränkt. Wegen des zeitweisen Ausfalls der Internet-Seite wurde die Rabattaktion um zehn Stunden bis Ende des Sonntags verlängert.

Zum 50. Jahrestag der Wiederaufnahme des Linienflugverkehrs nach dem Zweiten Weltkrieg flog am Freitag ein Airbus A321 im Design der 50er Jahre mit geladenen Gästen auf der Route des Erstfluges 1955 von Hamburg über Düsseldorf und Frankfurt nach München. Die Maschine mit dem Namen Weimar wird auch künftig in diesem Design unterwegs sein.

Clement wünscht sich mehr Luftverkehr

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sprach sich bei einem Festakt am Münchner Flughafen für einen Ausbau des Luftverkehrs aus. "Wir brauchen in Deutschland Mobilität und keine Feinstaubdiskussion", sagte er. So benötige die Bundesrepublik einen großen internationalen Flughafen in Berlin. Der Transrapid zum Flughafen München müsse außerdem so schnell wie möglich gebaut werden. "Flughäfen sind Jobmaschinen", sagte Clement.

Am 1. April 1955 hatte die Lufthansa den Betrieb nach dem Krieg wieder aufgenommen. Damals war eine Convair-Propellermaschine eingesetzt worden. Heute ist die Lufthansa mit etwa 400 Flugzeugen, rund 90 000 Mitarbeitern und mehr als 50 Millionen Passagieren im vergangenen Jahr eine der größten Fluggesellschaften der Welt. Ihre Wurzeln reichen bis ins Jahr 1926 zurück, das Unternehmen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aber neu gegründet.

"Der Kranich ist kein Raubvogel"

Lufthansa-Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber unterstrich in Frankfurt die Bedeutung der kürzlich besiegelten Swiss-Übernahme. Unter Anspielung auf das Kranich-Logo der Lufthansa sagte Mayrhuber: "Er ist kein Raubvogel, sondern ein treuer Partner." Zugleich verwies er darauf, dass sich das Fliegen vom Luxusprodukt inzwischen zum Massenkonsum entwickelt habe. Für einen Flug von Frankfurt nach New York und zurück habe ein Angestellter Ende der 50er Jahre drei Monatsgehälter zahlen müssen, heute dagegen nur noch den Lohn einer Woche. In der "Bild"-Zeitung forderte Mayrhuber größere und leistungsfähigere Flughäfen, damit es weniger Staus in der Luft gebe.

Bereits am Donnerstagabend hatte die Lufthansa am Technik-Standort in Hamburg die Jubiläums-Feiern begonnen. Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) lobte dort das wirtschaftliche Engagement der Fluggesellschaft in der Hansestadt.

Ähnlich wie Clement setzte sich auch Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) für den Ausbau des Luftverkehrs ein. Derzeit bestehe zwar noch viel Platz am Münchner Flughafen, ein weiterer Ausbau werde aber nicht aus den Augen verloren, wenn es notwendig werde. In München wird über eine dritte Start- und Landebahn diskutiert. In Frankfurt, dem Basisstützpunkt der Lufthansa, soll bis 2009 eine vierte Bahn in Betrieb gehen, um die Kapazität des zweitgrößten europäischen Flughafens um rund 50 Prozent anzuheben. Berlin will den Flughafen Schönefeld am Stadtrand zum Großflughafen ausbauen.

DPA / DPA