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Eliteförderung: Bulmahn bietet "nationale Strategie" an

Im Streit um ihre Pläne zur Einführung von Elite-Unis hat Bundesbildungsministerin Bulmahn den Ländern nun Verhandlungen über eine "nationale Strategie" angeboten.

Im Streit um ihre Pläne zur Einführung von Elite-Unis hat Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn den Ländern nun Verhandlungen über eine "nationale Strategie" angeboten. Sie habe ihren Kollegen ein Eckpunktepapier zur Eliten-Förderung verschickt, auf dessen Grundlage beraten werden solle, erklärte die SPD-Politikerin der "Welt am Sonntag". Die Gespräche sollten noch in diesem Monat beginnen. "Ich erwarte auch von den Ländern, Einzelinteressen zu Gunsten einer Gesamtstrategie zurückzustellen."

Die Kultusminister der Länder hatten die Pläne Bulmahns parteiübergreifend abgelehnt, fünf Elite-Unis einzurichten, die jedes Jahr vom Bund 250 Millionen Euro bekommen sollen. Sie setzen dagegen auf einen "Netzwerk der Exzellenzen", bei dem nicht Universitäten insgesamt, sondern einzelne Fakultäten und Wissenschaftsbereiche gefördert werden sollen. Nach Meinung Bulmahns zeigten die Länder jetzt, dass sie einen Wettbewerb zwischen Spitzen-Unis für notwendig hielten.

FDP legt Konzept für BAföG-Reform vor

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, Peter Gaehtgens, rief Bund und Länder zur Einigung auf. Nun müssten die unterschiedlichen Vorstellungen zusammengeführt und dann ein gemeinsames Konzept verwirklicht werden, sagte er. Eliten-Förderung sei aber nur ein Teil dessen, was Deutschland brauche.

Die Ausbildungsförderung BAföG soll nach dem Willen der FDP unabhängig vom Einkommen der Eltern, weitgehend auf Pump und nur noch bis zu einem Alter von 27 Jahren gezahlt werden. Die Vorsitzende des Bildungsausschusses des Bundestages, Ulrike Flach (FDP), stellte den Reformvorschlag ihrer Partei in der "Welt am Sonntag" vor: "Nur auf diese Art ermöglichen wir es jedem, dass er unabhängig von seinen Eltern an eine Hochschule gehen kann." Das Konzept soll laut Flach nach Ostern komplett vorliegen, der Gesetzentwurf noch vor der Sommerpause.

FDP fordert Eltern unabhängige Grundförderung

Nach Vorstellungen der FDP soll es eine vom Einkommen der Eltern unabhängige Grundförderung geben. Wer mehr Geld möchte, kann einen Kredit aufnehmen. Dafür soll den Eltern die Auszahlung des Kindergeldes gestrichen werden, das dann in den Topf für die Studienfinanzierung fließt. Das Höchstalter für BAföG-Anspruch soll von 30 auf 27 Jahre sinken.

Den Umbau hält die FDP für notwendig, weil die Zahl der Studenten seit 2002 um elf Prozent auf 2,1 Millionen gestiegen sei. Dieses Jahr sei dadurch der Anteil des BAföG im Forschungsetat des Bundeshaushalts auf rund 950 Millionen Euro gestiegen. Die Änderungen seien nötig, "damit nicht weiter bei der Forschung gespart wird".

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