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Henriette Hell: Südkorea macht's vor: Wer Herzen bricht oder fremdgeht, gehört in den Knast!

Die Idee, Geld- oder Haftstrafen zu verhängen, wenn sich Leute in der Liebe asozial oder brutal verhalten, findet Henriette Hell ganz gut. Hier ein paar Vorschläge für einen Strafkatalog.

Wer in letzter Zeit mal einen Blick auf den Titel der "Bunte" geworfen hat, weiß: "Ja, es ist Liebe!" – zwischen Altkanzler Gerhard Schröder (74) und der 26 Jahre jüngeren Übersetzerin Soyeon Kim. Angeblich haben sie kürzlich geheiratet. Dabei sind beide erst frisch geschieden. Die Affäre soll bereits begonnen haben, als beide noch verheiratet waren. Und genau aus diesem Grund wurde Gerhard Schröder gerade vom Ex-Mann seiner Verlobten in auf 77.000 Euro Schmerzensgeld verklagt – wegen "unerträglicher Seelenqual"!

Das ist nicht so verrückt, wie es klingt: Im konservativen Südkorea waren Seitensprünge noch bis vor drei Jahren strafbar und man konnte für außerehelichen Sex im Knast landen! Soyeon Kim hatte bei einer Pressekonferenz zudem fälschlicherweise behauptet, schon seit Jahren geschieden zu sein – das empfand ihr Ex-Mann als große Demütigung. Er beschuldigt Schröder nun, nicht nur seine Ehe sondern auch seine Ehre ruiniert zu haben. Wenngleich Soyeon Kim behauptet, sie und ihr Ex hätten "faktisch schon lange getrennt gelebt", weshalb Schröder "nicht verantwortlich" für das Scheitern der Ehe sei, wurde sie trotzdem auf eine Weise bestraft: In der Scheidungsvereinbarung konnte ihr Ex durchsetzen, dass das gesamte gemeinsame Vermögen an ihn fällt und sie die Hälfte der Unterhaltskosten für das gemeinsame Kind aufbringen muss.

Nun sympathisiere ich weder mit und seiner Verlobten, noch mit deren Ex. Allerdings habe ich mal überlegt, welche "Seelenqualen" ich selbst oder Freunde und Bekannte in der Liebe schon so erdulden musste. Da sind mir spontan einige "Straftäter" eingefallen, die sich heute alle auf freiem Fuß befinden. Obwohl es sich möglicherweise um gefährliche Wiederholungstäter handelt, die bereits auf der Suche nach neuen Opfern sind. Das darf so nicht weitergehen. Liebeskummer schwächt nicht nur unser aller Selbstwertgefühl sondern infolgedessen auch das Bruttosozialprodukt. Deshalb finde ich die Idee, Geld- oder Haftstrafen zu verhängen, wenn sich Leute in der Liebe asozial oder brutal verhalten, ganz gut. Als Richterin der gebrochenen Herzen würde ich mich notfalls freiwillig zur Verfügung stellen. Über Strafen für die gängigsten Verbrechen habe ich mir bereits Gedanken gemacht:

Zehn Peitschenschläge auf den nackten Hintern:

  • "Schatzi" hat deine Textnachricht bei WhatsApp zwar gelesen, aber antwortet dir tagelang nicht, obwohl du eine konkrete Frage gestellt hast.

48 Stunden Einzelhaft mit Schlafentzug und durch das laute Abspielen von Helene Fischers "Atemlos" in Endlosschleife:

  • Ghosting, sprich: Er meldet sich von einem auf den anderen Tag plötzlich GAR NICHT mehr bei dir. Klar, Interesse kann verfliegen. Das ist kein Verbrechen. Aber dann sollte er wenigstens so fair sein und dir ehrlich sagen, dass er es lieber beenden würde. Dich im quälenden Dämmerzustand der Ungewissheit zurückzulassen, ist seelische Folter!

Chemische Kastration:

  • Er hat dich mit deiner besten Freundin/Schwester/Mutter betrogen.

Lebenslänglich (Einzelhaft, maximal eine Stunde Hofgang am Tag inkl. unschöner Stunden in der Gemeinschaftsdusche):

  • Er hat dir bloß vorgespielt, dass er eine Beziehung mit dir will, um jederzeit problemlos an Sex zu kommen.

25 Jahre Knast mit anschließender Sicherheitsverwahrung in einer Gummizelle:

  • Er hat dich über Monate oder gar Jahre mit ein und derselben Frau betrogen. Du hast die Affäre durch Zufall selbst aufgedeckt.
  • Er hat mehrere Beziehungen parallel geführt.
  • Er hat eine andere Frau geschwängert.
  • Er hat dich mit einer Geschlechtskrankheit angesteckt, die er sich beim Fremdgehen geholt hat.

Zwei Jahre auf Bewährung, wenn der Straftäter sein Fehlverhalten bereut und mit hoher Wahrscheinlichkeit keine weiteren Straftaten begehen wird:

  • Fremdknutschen
  • One-Night-Stand in betrunkenem Zustand, der ihm nichts bedeutet hat (Als Wiedergutmachung muss der Straftäter 50.000 Euro Schmerzensgeld spenden oder gemeinnützige Arbeit leisten. Zum Beispiel als Müllsammler in hippen Szenevierteln und in der Nähe seiner Arbeit. Mit Warnweste.)

Lebenslanges Smartphone- und Social-Media-Verbot:

  • Sexting mit einer dritten Person
  • Heiße Fremdflirts per Chat bei WhatsApp
  • Übertriebenes Liken von aufreizenden Selfies und anderen Beiträgen einer dritten Person bei Instagram & Co. 

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