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Studium: Schulabgänger wollen wieder studieren

Laut einer Umfrage steigt bei deutschen Schulabgängern wieder die Lust auf Hörsäle und Bibliotheken.

Deutsche Schulabgänger haben wieder mehr Lust aufs Studieren. Nahezu drei Viertel (73 Prozent) der Studienberechtigten haben sich 2002 "sicher" für einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss entschieden, wie eine am 27. Februar veröffentlichte Befragung des Hochschul-Informations-Systems (HIS) in Hannover ergab. Die Quote für die Studienfreudigkeit lag damit um sieben Prozentpunkte über der des zuletzt untersuchten Jahrgangs 1999.

Während zu Beginn der neunziger Jahre noch höhere Werte von 74 bis 76 Prozent erreicht worden waren, sank dem HIS zufolge die Studierfreudigkeit in den 90er Jahren kontinuierlich, bevor sie nun wieder anstieg. Laut der jüngsten repräsentativen Befragung unter 12.300 Schulabgängern ergaben sich allerdings große Unterschiede zwischen den Bundesländern.

Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Zwar sei die Studierfreudigkeit in ganz Deutschland angestiegen, zwischen dem Land mit der höchsten Studierneigung (Bremen) und dem mit der niedrigsten Neigung (Brandenburg) liegen allerdings 19 Prozentpunkte Unterschied. Die größte Lust auf den Besuch von Hörsälen und Bibliotheken haben die Schulabgänger der Befragung zufolge neben Bremen in Bayern, Schleswig-Holstein, Berlin und im Saarland. Schlusslichter nach Brandenburg sind demnach die Länder Thüringen, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen.

Die Schulabgänger schätzten die Arbeitsmarkt- und Berufsaussichten für Hochschulabsolventen wieder höher ein, berichtete das HIS. 1999 habe nur gut ein Drittel (36 Prozent) die Beschäftigungsperspektiven von Akademikern als gut oder sehr gut eingeschätzt. Beim Schulabgängerjahrgang 2002 seien es dagegen deutlich mehr als die Hälfte (58 Prozent) gewesen.

Zahl der Studienanfänger erreicht einen neuen Höchststand

Zugleich würden die Zukunftschancen von Berufsanfängern ohne akademische Ausbildung zunehmend ungünstiger eingeschätzt. Befragt wurden die Schulabgänger ein halbes Jahr nach dem Erwerb ihrer Hochschulreife, weil die Entscheidungen über den weiteren Werdegang bis dahin weitgehend gefallen seien, berichtete das HIS.

Laut Statistischem Bundesamt haben die Schulabgänger ihr Vorhaben auch in die Tat umgesetzt: In diesem Wintersemester sind erstmals mehr als zwei Millionen Studierende eingeschrieben, so viele wie nie zuvor. Insgesamt haben sich 87.000 Studenten mehr als im Vorjahr angemeldet, wie das Bundesamt bereits im Dezember berichtete. Auch die Zahl der Studienanfänger hat im Studienjahr 2003/2004 einen neuen Höchststand erreicht, rund 385.000 Studenten schrieben sich neu ein. Nach einer OECD-Studie liegt Deutschland bei den Studienanfängern allerdings immer noch im hinteren Bereich.

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