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Zugelassene Babynamen: Daenerys, Odin oder Merkel - die exotischsten Vornamen Deutschlands

Auch wenn viele Babys Marie, Paul, Sophie oder Alexander genannt werden - manche Eltern mögen es exotischer. Besonders die Fantasy-Serie "Game of Thrones" und verschiedene Mythologien dienen den Deutschen als Inspiration. 

Die Fantasy-Serie "Game of Thrones" dient in den vergangenen Jahren immer häufiger als Anregung für Vornamen

Die Fantasy-Serie "Game of Thrones" dient in den vergangenen Jahren immer häufiger als Anregung für Vornamen

DPA

Mit Rihanna und Shakira im Sandkasten sitzen oder am Nachmittag bei Kurdistan und London zum Kindergeburtstag gehen. Das ist in Deutschland alles möglich - denn Eltern wählen für ihre Babys teils sehr exotische Vornamen. Auch von der Fantasy-Serie "Game of Thrones" lassen sich Väter und Mütter inspirieren. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) listet in einer Aufstellung "besonderer Namen" allein knapp zwei Dutzend Charaktere der Serie auf, darunter Daenerys, Tyrion, Arya, Cersei, Sansa, Theon und Bran. Allein Tyrion sei in den vergangenen drei Jahren rund 15 Mal vergeben worden, sagt GfdS-Expertin Frauke Rüdebusch in Wiesbaden am Donnerstag. 

Aber auch andere Werke dienen bei der Namensgebung als Inspiration. Die GfdS hat ihre Datenbank gezielt nach exotischen Namen aus den vergangenen drei Jahren durchforstet. Herausgekommen ist eine bunte Liste von beurkundeten Namen, die uns zum Beispiel aus Shakespeare-Stücken bekannt sind: Hamlet, Ophelia, Laertes, Yorick, Otello, Desdemona, Lear, Cordelia, Romeo, Titania, Lysander, Demetrius, Puck, Horatio, Macbeth und Cressida.

Die griechische und römische Mythologie wird ebenfalls bemüht. Wie aus den Urkunden der Standesämter hervorgeht, nannten Eltern ihre Kinder unter anderem Adonis, Poseidon oder Apollo. Hades, Hera, Herakles und Aphrodite wurden ebenfalls vergeben. Auch aus der germanischen Mythologie wurden Namen entnommen: Walkyria, Odin, Wotan, Freya, Frigg, Thor, Donar, Loki, Tyr, Baldur. 

Vornamen: Merkel geht, Batman nicht

Andere Eltern benennen ihre Kinder hingegen nach einer Frucht, Pflanze oder einem Getränk. So gibt es in Deutschland nun Menschen die Kiwi, Tequila, Mandel, Edelweiss, Kleeblatt oder Thymian heißen. Auch Orte dienen als Inspiration. Unter anderem wurden die Namen Kurdistan, Florida, Amsterdam und London vergeben.  

Aber es gibt auch Namen, die von der GfdS in Gutachten abgelehnt wurden. Darunter sind Lucifer, Pinocchio, vom Meer, Batman, Mickilauda, Chaotica, Eisenstein, Knirpsi, Großherzog, Kaiser, Graf, König, Popcorn, Peanut, TJ, Ohlove, Urmel, Ferrari, Bandito, Shaggy, Wildchild, Westend.

"Welche Motive der Namensvergabe jeweils zugrunde lag, ist uns nicht bekannt", erläutert die GfdS. Die juristische Entscheidung zur Eintragung sei letztlich allein von den Standesämtern zu treffen. Die GfdS bietet auf Nachfrage Gutachten über Vornamen an und gibt eine sprachliche Empfehlung. 

"Es gibt einen Trend zur Individualisierung", sagt GfdS-Expertin Rüdebusch. Von einigen der eingetragenen Namen hätte die GfdS abgeraten. Bei den Empfehlungen stehe das Kindeswohl ganz oben. Außerdem müsse der Name als Vorname erkennbar sein. Grünes Licht gab die GfdS unter anderem für Merkel. Der Nachname der deutschen Bundeskanzlerin gehe aus dem Vornamen Markward hervor und könne daher vergeben werden - allerdings streng genommen nur an Jungs.

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ivi / DPA

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