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Weltspitze: Schweizer Uni-System ist Spitze - ohne Eliten

Das Schweizer Universitäts-System ist Weltspitze, ohne dass es sich selbst mit dem Titel "Elite-Universitäten" schmückt.

Das Schweizer Universitäts-System ist Weltspitze, ohne dass es sich selbst mit dem Titel "Elite-Universitäten" schmückt. Allerdings hat die von Bundeskanzler Gerhard Schröder angestoßene Diskussion über solche herausgehobenen Bildungsstätten nun auch die Eidgenossenschaft erfasst. Dort wird das Thema aber derzeit noch akademisch und offiziell nicht politisch diskutiert. Immerhin gehören aber die zwei Hochschulen in Zürich europaweit zu den Top Ten und weltweit rangieren sie unter den 50 Besten. Für den Publizisten und ehemaligen Bundesgeschäftsführer der SPD, Peter Glotz, ist klar: "Die Schweiz hat Schröders Plan sozusagen längst verwirklicht; nämlich mit Gründung der ETH Zürich vor mehr als einem Jahrhundert."

Die Schweiz besitzt mit über sieben Millionen Einwohner sieben Volluniversitäten und vier spezialisierte universitäre Hochschulen. Die Schweizer Presse nahm in diesen Tagen ausführlich Notiz vom "Academic Ranking of World Universities - 2003" der Shanghai Jiao Tong University. In der Liste der besten europäischen Hochschulen liegt dabei die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich hinter vier englischen Unis auf Platz 5, die Universität Zürich auf Platz 9. Die ETH Zürich mit ihrer Zweigstelle ETH Lausanne sind so genannte Bundesuniversitäten, in Genf, Sankt Gallen, Fribourg (Freiburg), Neuenburg, noch einmal in Lausanne, Basel und Bern gibt es die kantonale Variante.

Die Spezialisierung ist das "Geheimnis" der Schweizer Hochschullandschaft

Lausanne etwa bietet den Studenten viel in den Fächern Sprach- und Literaturwissenschaften. Bern überzeugt mit seiner medizinischen Fakultät, und in Zürich sollte man Architektur studieren. Das geht aus einem gerade veröffentlichen Hochschul-Ranking hervor. Und das Wirtschaftsmagazin "Facts" weiß: "Wer Ökonom werden will, geht am besten nach Sankt Gallen oder Lausanne. Angehende Juristen sind in Freiburg gut bedient, Genf und Zürich sind für ein Medizinstudium die ersten Adressen." Diese Spezialisierung ist das "Geheimnis" der Schweizer Hochschullandschaft, und auch der Mittelweg zwischen der amerikanischen, unternehmerisch geführten Universität und dem europäischen Modell der staatlich geförderten Akademie.

Für Glotz ist somit die Grundforderung des Bundeskanzlers richtig. "Deutschland bräuchte einige systematisch - auch vom Bund - geförderte große, vielfältige Spitzenuniversitäten, die in einem Prozess von fünf bis zehn Jahren an die großen Research-Universities in den Vereinigten Staaten anschließen könnten." Dazu seien allerdings erhebliche Mittel erforderlich, etwa 50 Millionen Euro pro Universität im Jahr.

Ausländische Studenten werden in der Schweiz systematisch ausgewählt

Glotz lehrt an der Universität St. Gallen (HSG). Dort kann zwar nur Betriebs-, Volkswirtschaft und Rechtswissenschaft studiert werden. Seit vielen Jahrzehnten aber garantiert die HSG laut Glotz ein Studium in überschaubarer Zeit und sei deshalb zu einer "Kaderschmiede" geworden. Ein Problem sei, dass die Hochschule zuerst einmal alle Studierende mit Schweizer Abitur nehmen muss. Die Ausländer, für die 25 Prozent der Plätze reserviert sind, werden systematisch ausgewählt.

Ein weiteres Problem ist auch in der Schweiz die große Zahl der Studenten. An der Universität Zürich studieren mit über 23.000 so viele wie noch nie. An der ETH in Zürich sind es immer noch fast 13.000 Studenten. Beklagt wird auch in der Schweiz die mangelnde Durchschaubarkeit des Hochschulsystems. Die Schweizerische Universitätskonferenz sucht nach Wegen zur Qualitätssicherung. Denn auch bei den Eidgenossen gibt es überfüllte Hörsäle, lange Studienzeiten und knappe Mittel.

"Unser Land braucht Spitzenausbildungsgänge und eine Spitzenforschung"

Die "Basler Zeitung" zitiert den Generalsekretär der Schweizer Rektorenkonferenz, Mathias Stauffacher, mit dem Hinweis, dass man der Politik bei den strategischen Überlegungen für eine gesicherte Hochschul-Zukunft in der Schweiz zuvorkommen müsse. "Wir diskutieren auch über Eliteuniversitäten." Angesichts der knapperen Finanzen könnten die hiesigen Unis nicht fortbestehen, ohne im akademischen Angebot Schwerpunkte zu bilden. Dabei müsse der Eliteanspruch zumindest in ausgewählten Fächern verteidigt werden. "Unser Land braucht Spitzenausbildungsgänge und eine Spitzenforschung im internationalen Maßstab in all den Gebieten, die für unsere Wertschöpfung wichtig sind", sagt Beat Schmid von der Universität Sankt Gallen.

Heinz-Peter Dietrich, dpa

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.