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Steuerermittlungen: Alfons Schuhbecks Revier: So groß ist das Gastro-Imperium des Starkochs

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Starkoch Alfons Schuhbeck wegen Verdachts der Steuerhinterziehung. Noch ist nichts in Stein gemeißelt, aber sich Schuhbecks Imperium einmal anzusehen, lohnt. Sein Unternehmen zählte einst zu den größten Gastro-Imperien Deutschlands. 

Alfons Schuhbeck

Alfons Schuhbeck in seinem Element

DPA

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen den Münchner Star-Koch Alfons Schuhbeck. Am Dienstag hatten die Ermittler mehrere Geschäftsräume des 70-Jährigen durchsucht. Nach Angaben Schuhbecks betraf dies ausschließlich die Münchner-Gastronomiebetriebe am Platzl in der Münchner Innenstadt, nicht die sonstigen Unternehmen von Schuhbeck, wie Ladengeschäfte, Party-Service oder die diversen Schuhbeck-Marken.

Zuerst berichtete die "Süddeutsche Zeitung" über die Razzia. Nach deren Informationen soll es um eine Summe von bis zu fast einer Million Euro gehen. Bis Mittags waren die Restaurants Südtiroler Stuben, Schuhbecks Orlando, Orlando Bar und Lounge, Orlando Sportsbar sowie das Fine-Dining-Restaurant geschlossen. Alle Läden befinden sich am Platzl, Alfons Schuhbecks Revier, und damit nicht genug: An Ort und Stelle befinden sich eine Eisdiele, ein mehrstöckiger Gewürzladen, ein Tee- und Schokoladengeschäft sowie ein Müsliladen, die wegen Umbauarbeiten derzeit geschlossen sind und eine Kochschule. Nach eigenen Angaben ist Schuhbeck Arbeitgeber für 250 Mitarbeiter. Sein Privat-Vermögen wird derzeit auf rund 15 Millionen Euro geschätzt.

Der in Traunstein geborene Bayer ist vor allem aus zahlreichen Kochsendungen bekannt. Regelmäßig ist er bei der ZDF-Sendung "Küchenschlacht" zu Gast. Seit 1993 ist er außerdem in der BR-Sendung "Schuhbecks" zu sehen. 

Schuhbeck hatte bereits Probleme mit der Justiz

Die Justiz ist Schuhbeck nicht unbekannt. Bereits 1994 wurde er wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu einem Jahr auf Bewährung und einer Geldstrafe von 250.000 Mark verurteilt. Ein Verfahren wegen Betrugs wurde später eingestellt, Schuhbeck sei einem Anlageberater auf dem Leim gegangen. Aber er ist nicht der einzige Starkoch, der ins Visier der Justiz geraten ist. Auch sein Koch-Kollege Johann Lafer gestand 2015 Steuern hinterzogen und Arbeitsentgelt veruntreut zu haben. Er wurde auf ein Jahr Bewährung und eine Geldstrafe von 360 Tagessätzen verurteilt. Die Höhe der Geldsumme ist nicht bekannt.

Der Platzl in München ist vielleicht Schuhbecks Revier, aber seine Grenzen sind wesentlich weiter gestreckt: Die Gastronomie im Münchner Prinzregententheater, ein Cateringunternehmen,  "Schuhbecks Theatro" und die Verköstigung der Spieler von FC Bayern München bei Auswärtsspielen in der Champions League zählen auch dazu. Er machte auch schon Werbung für McDonald's - mit FCB-Präsident Uli Hoeneß. Um seine Schuhbecks Holding GmbH & Co. KG tummeln sich mehr als zwölf Firmen. Weitere Firmen betreibt Schuhbeck zum Teil mit Partnern.

Jahresbilanzen wirken verdächtig

Ob die Vorwürfe der Justiz stichhaltig sind, oder nicht, wird sich zeigen. In einem Statement erklärte Schuhbeck: "Ich werde sehr eng und sehr offen mit den Behörden zusammenarbeiten, um alle Vorwürfe zu entkräften". Die "Süddeutsche Zeitung" spekuliert, dass die Staatsanwaltschaft hellhörig geworden sein könnte, weil die einzelnen Unternehmen in den verschiedenen Jahresbilanzen zum Teil hohe Verluste, aber auch wieder große Gewinne verzeichnet hätten.

Bis 2014 war Schuhbecks Unternehmen noch in den Top 100 der größten Gastro-Unternehmen Deutschlands. Seit 2015 ist er in der Liste nicht mehr vertreten.