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Neues Restaurant erst eröffnet: Aus nach 25 Jahren: Johann Lafer verlässt seine Stromburg

Erst im April eröffnete er sein neues Restaurant "Johanns" auf der Stromburg. Damit ist für Johann Lafer nun Schluss. Er verlässt nach über zwei Jahrzehnten sein gastronomisches Imperium.

Johann Lafer

Schicht im Schacht: Johann Lafer widmet sich neuen Aufgaben. Hier kochte er im Februar auf dem 49. Ball des Sports in Wiesbaden.

DPA

Erst zu Beginn des Jahres gab Johann Lafer den Abschied von den Sternen bekannt: Er schloss sein Luxus-Restaurant "Val d'Or" auf der Stromburg bei Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Dieses hatte seit 1994 einen Michelin-Stern getragen, 1998 wurde ihm sogar ein zweiter verliehen. Den hielt er bis 2009. 

Anscheinend hatte der TV-Koch keine Lust mehr auf die Welt der Sterne-Gastronomie. Im Januar sagte er im Interview mit der Süddeutschen Zeitung: "Ich will volksnäher werden. Ich gehe zurück zu meinen kulinarischen Wurzeln. Ich will mich der Vision einer traditionellen, aber dennoch modernen Küche widmen." Also eröffnete er im April das neu konzeptionierte Restaurant "Johanns".

Der Promi-Koch kündigte es als "einfache Küche auf gewohnt hohem Lafer-Niveau" an und als ein "System", von dem er das Gefühl habe, "wo Lafer draufsteht, ist auch Lafer drin". Das sagte er noch im April diesen Jahres. Doch ab sofort ist damit Schluss. In einer Meldung heißt es jetzt, dass das neue Konzept für die Stromburg "von Anfang an so angelegt gewesen [sei], dass es auch ohne die Anwesenheit des Chefs funktioniert."

Neuanfang für Johann Lafer

25 Jahre hat Lafer die Stromburg mit Hotel, Bar, Burghof, Eventräumen und Restaurant geführt. Der perfekte Zeitpunkt also für einen Neuanfang? Dass die Kinder von Johann Lafer und seiner Frau Silvia die Nachfolge nicht antreten würden, war bereits länger klar. 2017 wurde deshalb schon die Hohnhaus- & Jansenberger Gruppe aus München Partner oder salopp ausgedrückt: Geldgeber. Das neue Konzept auf der Stromburg, die in den letzten Jahren aufwändig saniert wurde, scheint Früchte zu tragen und auch Lafer den Rückzug früher als gedacht zu ermöglichen. Was die neue Geschäftsleitung jetzt aus Lafers Erbe macht, wird sich noch zeigen.

Die Entscheidung sei dem Promi-Koch dennoch nicht leicht gefallen, wie es heißt. Der 61-Jährige wird aber weiterhin als "kulinarischer Botschafter" für "MeinSchiff Herz" und Singapore Airlines fungieren. Von Lafer verschont wird man auf jeden Fall nicht bleiben: Er möchte seine Kochschule in Guldental ausweiten. Er tüftelt an neuen TV-Konzepten, Kochbüchern und Magazinen. Immer mal wieder eröffnet er neue Restaurants wie zuletzt das Spitzenrestaurant "The Library" im The Ritz-Carlton in Kuala Lumpur. Der Höhepunkt seiner kaum überschaubaren Aktivitäten: die Johann Lafer Heli Gourmet GmbH. Der Hubschrauberpilot Johann Lafer fliegt Gäste, mit denen er zuvor ein exklusives Picknick vorbereitet hat, zu einer Anhöhe, von der man mit grandiosem Ausblick auf das Mittelrheintal das Essen genießt. Ticketpreis pro Person: deutlich über 1.000 Euro.

Im Fernsehen ist er mit TV-Sendungen wie "Der fröhliche Weinberg", "Himmel un Erd", "L wie Lafer", "Genießen auf gut deutsch", "Lanz kocht", "Lafer! Lichter! Lecker!", "Die Kocharena" und "Die Küchenschlacht" zum bekanntesten Fernsehkoch in Deutschland geworden. Ans Aufhören denkt Johann Lafer noch lange nicht.

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