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Brotaufstrich Alaska-Seelachs Kann dieser Aufstrich ADHS bei Kindern auslösen?


In den sozialen Netzwerken ist die Aufregung groß. Denn die Feinkost Popp verkauft Alaska-Seelachs-Brotaufstrich mit Farbstoffen, die gesundheitsgefährdend für Kinder sein könnten. Was ist dran?

Auf Facebook wurden nicht das erste Mal die Inhaltsstoffe des Alaska-Seelachs-Aufstrich der Feinkost Popp hinterfragt. Denn darin stecken nicht nur Konservierungsstoffe, sondern auch fragwürdige Farbstoffe. Cochenillerot A und Gelborange S, die als Azofarbstoffe E124 und E110 in der Zusatzstoffliste deklariert werden. Diese könnten die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinflussen. Mehr noch: Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erläutert weiter, dass jene Farbstoffe auch "pseudoallergische Symptome an Haut und Atemwegen hervorrufen" können.

Aufstrich mit gefärbtem Lachsersatz 

Der Farbstoff Gelborange S wird unter anderem für Lachsersatz zugelassen. Anstelle von echtem Lachs wird Dorsch verwendet, der dann rötlich eingefärbt wird. Auch der Brotaufstrich von Feinkost Popp enthält Alaska-Seelachs aus Lachsersatz, der mit Gelborange S und Cochenillerot A eingefärbt wurde. Beide Farbstoffe sind mit Vorsicht zu genießen. In den USA ist der Einsatz von Cochenillerot A in Lebensmitteln beispielsweise verboten. Er gilt als krebserregend und steht unter Verdacht, an der Auslösung von ADHS beteiligt zu sein.

Darauf weist auch ein User auf Facebook das Unternehmen hin. Feinkost Popp antwortet daraufhin, dass zwar "gewisse Unsicherheiten" bestünden, es dennoch keine wissenschaftlichen Belege dafür gebe, dass die Farbstoffe Allergien oder Aufmerksamkeitsstörungen bei Kindern auslösen würden.

Guten Tag. Ich habe gerade auf einer Packung "Brotaufstrich Alska-Seelachs" den Hinweis "kann Aktivität und...

Posted by Caspar Clemens Mierau on Tuesday, 25 August 2015

Fakt ist, dass Lebensmittel, die bestimmte künstliche Farbstoffe enthalten nach einer EU-Verordnung mit dem Satz "kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen" gekennzeichnet werden müssen. Die Regelung gelte auch für Gelborange S und Chochenillerot A. Eine Studie der britischen Universität Southampton hatte 2007 einen Zusammenhang zwischen Hyperaktivität, Aggressivität und Konzentrationsschwierigkeiten bei Kindern und dem Genuss von Lebensmitteln mit diesen Farbstoffen gefunden. Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde Efsa kam 2008 jedoch zu dem Schluss, dass keine ausreichenden Beweise vorliegen. Das EU-Parlament entschied sich dennoch für den Warnhinweis auf Lebensmitteln.

Doch Verbraucherschützer raten, generell einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen - und im Zweifel auf Produkte zurückgreifen, die keine künstlichen Farbstoffe enthalten.


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