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300 Kilo Obst und Gemüse pro Tag: Das passiert mit Lebensmitteln, die am Flughafen konfisziert werden

In Ländern wie den USA und Neuseeland ist der Import von frischem Obst und Gemüse nicht erlaubt. Aber was geschieht eigentlich mit mit den frischen Produkten, die den Passagieren am Flughafen weggenommen werden? 

Unzählige Avocados, Mangos und andere Lebensmittel werden am JFK-Flughafen in New York konfisziert. Was passiert mit den Früchten danach?

Unzählige Avocados, Mangos und andere Lebensmittel werden am JFK-Flughafen in New York konfisziert. Was passiert mit den Früchten danach?

Wer viel reist, hat vermutlich schon mal erlebt, dass Reisende ihre Koffer öffnen mussten und ihnen Sachen abgenommen wurden. Meist handelt es sich dabei um frische Lebensmittel: Obst und Gemüse, manchmal aber auch Fisch, Fleisch oder Milchprodukte. 

Aber haben Sie sich schon einmal gefragt, was mit diesen Lebensmitteln danach passiert? Das Videonetzwerk "Great Big Story", das mit CNN kooperiert, ist dieser Frage schon vor einiger Zeit nachgegangen.

Ellie Scaffa, die Verantwortliche für die Zollabfertigung am JFK-Flughafen in New York, kümmert sich um frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse aus dem Ausland. Pro Tag und pro Terminal konfisziert die Amerikanerin bis zu 600 Pfund Obst und Gemüse. Das entspricht etwa 300 Kilogramm. Eine enorme Menge für einen Tag. Wieso sie das macht? Die Amerikaner haben strenge Richtlinien, die einheimische Landwirtschaft zu schützen.

In Neuseeland gibt es seit einigen Jahren die sogenannte "Biosecurity", die sicher stellen soll, dass keine unerwünschten Lebewesen eingeschleppt werden, die endemische Landschaft zerstören. Neuseeland ist so streng, dass man sogar Wanderschuhe beim Zoll angeben muss: Deren Profilsohlen werden auf Reinlichkeit geprüft und gegebenenfalls abgespritzt und desinfiziert.

Benimmregeln über den Wolken: Diese Speisen sollten Sie niemals im Flugzeug essen
Selbstgemachte Brote an Bord sind Gold wert, wenn man keine kostenfreien Mahlzeiten im Flugzeug erhält. Trotzdem: Immer darauf achten, dass der Belag nicht zu Geruchsbelästigungen führt. Fisch, Stinkekäse und hartgekochte Eier sind auf Brot im Flugzeug tabu.

Selbstgemachte Brote an Bord sind Gold wert, wenn man keine kostenfreien Mahlzeiten im Flugzeug erhält. Trotzdem: Immer darauf achten, dass der Belag nicht zu Geruchsbelästigungen führt. Fisch, Stinkekäse und hartgekochte Eier sind auf Brot im Flugzeug tabu.


Beim Essen verstehen Passagiere keinen Spaß

Ellie Scaffa erzählt im Video von ihren Erlebnissen bei der Zollabfertigung. Sie sei sogar bedroht worden: "Haitianer haben mir mit Voodoo gedroht. Von Passagieren aus Jamaika habe ich Mangos konfisziert, sie haben mir mit dem Leben gedroht" - weil sie die amerikanische Landwirtschaft vor chinesische Rindfleisch-Süßigkeiten, jamaikanischen Mangos oder Pfeffer aus Guyana schützen wollte.

Wer jetzt denkt, Ellie Scaffa könnte sich an den konfiszierten Produkten den Bauch vollschlagen, der irrt. Die Mangos aus Jamaika, der Serrano-Schinken aus Spanien, unzählige Avocados, Rindfleisch aus China und Salami aus Italien wandern direkt in den Quarantäne-Mülleimer; dann werden alle verbotenen Dinge in einer Maschine geschreddert. Am JFK-Flughafen in New York gibt es den sogenannten "Schredder-Tisch", dort landen alle Lebensmittel, die nicht in die USA einreisen dürfen. Anschließend werden die Reste verbrannt.

Dass Ellie Scaffa bedroht wird, ist unangebracht, schließlich macht sie nur ihren Job. Um die Lebensmittel ist es natürlich trotzdem schade. Aber die Produkte werden den Passagieren nicht abgenommen, weil sie dem Menschen schaden, sondern den Pflanzen und Tieren in den USA.