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Komplett zerlegbar in seine Einzelteile: Ist das der unkomplizierteste Gasgrill der Welt?

Er kommt in einer orangefarbenen Tasche aus LKW-Plane daher und lässt sich in weniger als einer Minute aufbauen. Der Skotti-Grill soll ein Outdoor-Talent sein. Stimmt das wirklich? Wir haben den Gasgrill getestet.

Gasgrill

Der Skotti-Gasgrill passt auf jeden Balkon und ist vor allem für Outdoor gedacht

An einem Sommertag am See überkam Christian Battel der Wunsch zu grillen. Direkt vor Ort für seine Familie. Mit einem simplen Grill, den man immer im Auto oder im Rucksack dabei haben kann und der sich schnell auf- und wieder abbauen lässt. Im Idealfall sollte der auch keine glühenden Kohlen hinterlassen.

Also beschloss Battel, selbst leidenschaftlicher Outdoorer, am nächsten Tag so einen zu kaufen. Doch nach wenigen Tagen Recherchen im Internet stellte er fest: So einen Grill gibt es noch gar nicht auf dem Markt - kein Produkt konnte seine Ansprüche erfüllen.

"Wenn es so einen Gasgrill nicht gibt, dann baue ich den eben selbst", war die Devise vom Outdoor-Fan Battel. Seine ersten Versuche mit einem Gasherd, einem Stahleimer und einem Rost scheiterten kläglich. Aber mit viel Geduld und Recherchen gelang der Grill-Liebhaber zum heutigen Ergebnis: Skotti. Er soll der erste zerlegbare Gasgrill der Welt sein. Damit wirbt zumindest der Hersteller. Wir wollten es genauer wissen und haben den Test gemacht. Was taugt der portable Gasgrill?

Ist der Grill wirklich so simpel?

Auf den ersten Blick kann man sich gar nicht vorstellen, dass man aus den acht Teilen Edelstahl einen sicheren Gasgrill bauen kann. Aber wir bleiben optimistisch. Die Grillelemente sind praktisch in einer orangefarbenen Tasche aus LKW-Plane verpackt. Rundherum befindet sich ein Klettband, damit nach der Benutzung Schmutz oder Fettreste nicht auslaufen können. Außerdem dient die Tasche als hitzebeständige Unterlage für den Grill. 

Ziemlich kompakt: Mit acht Einzelteilen aus Edelstahl plus Gasschlauch baut man den Grill zusammen.

Ziemlich kompakt: Mit acht Einzelteilen aus Edelstahl plus Gasschlauch baut man den Grill zusammen.

Die Tasche passt in einen normalen Rucksack. (Wir haben es ausprobiert). Die Edelstahlteile wirken massiv, ausgebreitet muss man sich einfuchsen, wie man alle Teile zusammensteckt. Aber eine Anleitung, die sehr viel detaillierter als die zum Aufbau eines Holzregals von einem Möbelhaus ist, machen den Aufbau kinderleicht. Battel selbst sagt, er kann den Grill in 40 Sekunden auf- und in zehn Sekunden wieder abbauen. Wir brauchen dafür gut zwei Minuten. Auch, weil wir die Anleitung aufmerksam lesen. 

Das war schon mal ein Erfolgserlebnis. Der Grill inklusive Brenner und Gasschlauch steht stabil auf dem Balkon. Hier wackelt und kippelt nichts. Also ist es Zeit für die Feuerprobe. An den Grill kann eine handelsübliche Gaskartusche des Typs EN 417 mit 7/16x28 UNEF-Gewinde zum Schrauben angeschlossen werden. Das hat den Vorteil, dass man die Kartusche mehrmals nutzen kann. Die Gaszufuhr und die Temperatur lassen sich dann über ein kleines Drehrad regeln. 

Laut Hersteller soll der Gasgrill der einzige Grill weltweit sein, der sich komplett zerlegen lässt.

Laut Hersteller soll der Gasgrill der einzige Grill weltweit sein, der sich komplett zerlegen lässt.

Das Gas fließt über den Schlauch in den Brenner, einen Zünder gibt es hier nicht. Man muss das Gas mit einem Streichholz oder einem Feuerzeug zum Brennen bringen. Ideal ist ein Stabfeuerzeug. Der Grill wird in wenigen Minuten heiß. Wir wagen es: Zuerst platzieren wir ein Thunfisch-Steak, daneben Pimientos de Padron (spanische grüne Peperonis) und einen Grillkäse. Was auffällt: An der Stelle, an der das Gas einfließt, ist der Grill am heißesten. An der gegenüberliegenden Stelle ist es etwas kühler. Was gut ist, wenn man beispielsweise ein Steak brät, kann man es auf der kühleren Stelle noch etwas ruhen lassen.

Es dauert nur wenige Minuten und das Grillgut ist fertig. Die Gaszufuhr kann man herunterregeln und abschalten, sodass der Grill abkühlen kann. Natürlich sieht der Grill nicht mehr auf Glanz poliert aus wie vor dem ersten Einsatz. Das Rost hat sich verfärbt, das Fett des Grillguts hineingefräst. "Macht nichts", sagt Battel. Wer unterwegs ist, kann ihn auch schmutzig zurück in die Tasche legen. Die kann man nämlich wie alle anderen Teile bis auf Brenner und Schlauch in der Spülmaschine waschen. Wird dann alles wieder sauber? Wir haben es ausprobiert: Die Seitenteile sind sauber geworden, man sieht nur Hitzerückstände. Beim Rost muss man aber nochmal mit einer Stahlwolle nachhelfen. Auf Hochglanz poliert kriegt man den Grill nicht mehr, aber das stört auch gar nicht weiter.

In einer Tasche aus LKW-Plane lässt sich der Grill gut transportieren

In einer Tasche aus LKW-Plane lässt sich der Grill gut transportieren

Wer keine Lust hat, mit Gas zu grillen, hat beim Skotti auch die Möglichkeit Holzkohle zu verwenden. Dafür muss man einfach den Brenner und den Gasschlauch beim Aufbau weglassen und die Edelstahl-Schale mit Kohle füllen. Für Lagerfeuer-Atmosphäre dient der Grill natürlich auch als Feuerschale.

Unser Fazit:

Der Skotti-Grill ist ein guter Gasgrill für unterwegs. Vor allem für den Campingurlaub oder für einen Wochenendtrip. Fürs Wandern sind drei Kilo etwas zu schwer. Wenn man bedenkt, dass man komplett ausgerüstet für mehrere Tage unterwegs ist.

Eine große Mannschaft kann man mit dem Grill auch nicht verköstigen, der ist eher für zwei oder eine Familie mit kleinen Kindern gedacht. Günstig ist der Grill nicht: Für 159 Euro übersteigt er beispielsweise den portablen Grill "Go-Anywhere" von Weber. Den kriegt man bereits für rund 80 Euro, dafür kann man ihn nur mit Holzkohle anfeuern. Diese Flexibilität macht den Skotti-Grill zu einem Allrounder. 

Ohne Wind und bei gemäßigten Temperaturen auswärts, heizt der Grill auf bis zu 300 Grad. Bei Wind und kühleren Temperaturen schafft er zumindest noch 200 Grad. Er ist also auch zum Wintergrillen geeignet. 

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