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Neue Studie Mittelmeerdiät gegen Kopfschmerzen: Wie fettreicher Fisch Migräneattacken verkürzen könnte

Fettreicher Fisch wie Lachs könnte Migräneattacken verkürzen
Fettreicher Fisch wie Lachs könnte Migräneattacken verkürzen
© Getty Images
Sie leiden an wiederkehrenden Migräneattacken? Dann sollten Sie laut einer neuen Studie auf die Mittelmeerdiät umschwenken. Denn Olivenöl und fettreicher Fisch könnten dafür sorgen, dass sich zumindest die Zeit der Schmerzen verkürzt.

Millionen Menschen in Deutschland leiden an wiederkehrenden Migräneattacken. Oft hilft nur, sich in einen dunklen Raum zu legen und abzuwarten, bis sich der pochende Kopfschmerz wieder legt. Oder aber man beeinflusst die Intensität der Schmerzen mit seiner Ernährung. Geht das wirklich?

Dieser Frage sind die Wissenschaftler:innen um Dr. Christopher Ramsden vom National Institute on Aging in Baltimore, USA nachgegangen. Sie wollten herausfinden, welchen Einfluss die Mittelmeerdiät, sprich sonnengereifte Tomaten, fangfrischer Fisch, mediterrane Früchte und Gemüse sowie Olivenöl, auf Migräneattacken hat. Genauer gesagt, das Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die in fettem Fisch, Nüssen und Samen und zweitere in raffinierten Pflanzenölen enthalten sind. Denn die Fettsäuren sind Vorläufer von schmerzregulierenden Molekülen, die Oxylipine genannt werden, wobei diejenigen, die aus ersteren gewonnen werden, schmerzlindernd wirken und letztere mit schmerzverstärkender Wirkung.

Reduziert fetter Fisch Migräneattacken?

Sie rekrutierten dafür 182 Patienten, die zwischen fünf und 20 Tagen im Monat an Migräne litten, und wiesen ihnen nach dem Zufallsprinzip 16 Wochen lang eine von drei Diäten zu: eine, die Omega-3 erhöhte, aber die Omega-6-Fettsäuren gleich hielt; eine andere, die Omega-3 erhöhte und Omega-6 senkte; und eine Kontrolldiät, die typische Mengen beider Fettsäuren enthielt. Der Hauptunterschied der Ernährungsweisen lag in der Art des Öls oder der Butter und der Hauptproteinquelle, also fetter Fisch versus fettarmer Fisch oder Geflügel.

Die Ergebnisse der Studie wurden im "British Medical Journal" veröffentlicht. Darin die Beobachtung, dass die Interventionsdiäten die Spiegel des schmerzlindernden Oxylipins im Vergleich zur Kontrolldiät erhöhten. Die Schwere der Kopfschmerzen ließ zwar nicht nach, dafür hatten die Proband:innen signifikant weniger Kopfschmerzstunden und auch seltener Migräneattacken. In der Gruppe mit hohem Omega-3-Gehalt reduzierte sich die Häufigkeit um 1,3 Kopfschmerzstunden pro Tag und zwei Kopfschmerztagen pro Monat. Diejenigen, die viel Omega-3, aber wenig Omega-6-Fettsäuren konsumierten, hatten 1,7 Kopfschmerzstunden weniger pro Tag und vier Kopfschmerztage weniger pro Monat. 

Eine Frau leidet an Kopfschmerzen – was hilft dagegen?

Allerdings waren die Studienteilnehmer:innen überwiegend Frauen, daher kann man keine Aussage darüber treffen, wie sich die Diät bei Kindern oder Männern auswirken würde. Auch ist nicht klar, ob andere Quellen für Omega-3-Fettsäuren außer Fisch eine Rolle bei der Schmerzlinderung spielen würden.


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