HOME

Übergewicht bei Kindern: Trotz Mittelmeer-Diät – warum die Südeuropäer immer dicker werden

Griechenland, Spanien und Italien sind für ihre Ernährung berühmt: Früchte, Gemüse, Fisch und Olivenöl. Die Mittelmeer-Diät zählt zur gesündesten der Welt. Aber grassierendes Übergewicht bei Kindern zeigt ein anderes Bild.

Mittelmeer-Diät

Die Mittelmeer-Diät gilt als gesündeste Ernährung der Welt

Getty Images

In den 1980er Jahren türmten sich etliche Kochbücher und Ratgeber zur Mittelmeer-Diät in den Regalen. Sonnengereifte Tomaten, fangfrischer Fisch, mediterrane Früchte und Gemüse, Olivenöl. Die Hauptzutaten der Mittelmeer-Diät, die zu den gesündesten der Welt zählt. Wer sich an den Ernährungsplan der Griechen, Spanier und Italiener hielt, dem wurde ein langes und gesundes Leben versprochen. Für den Nachwuchs dieser Generation scheint das nicht mehr zu gelten.

Für griechische, spanische und italienische Kinder ist die Mittelmeer-Diät tot. Das sagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einer jüngsten Veröffentlichung. Einst hatten die Mittelmeerländer die geringste Übergewichtsrate Europas. Heute haben vor allem die Kinder jener Länder mit Adipositas zu kämpfen. Sie sind die fettleibigsten Europas. Das geht aus Daten der "Childhood Obesity Surveillance Initiative" der WHO hervor.

43 Prozent der Jungen und Mädchen im Alter von neun Jahren sind entweder übergewichtig oder fettleibig. In Griechenland, Spanien und Italien liegen die Raten ebenso über 40 Prozent. Das ist verheerend.

"Die mediterrane Diät ist weg"

"Die Mittelmeer-Diät für Kinder in diesen Ländern ist Vergangenheit", sagte Joao Brede von der WHO beim "European Congress on Obesity" in Wien. "Es gibt keine Mittelmeer-Diät mehr. Diejenigen, die der Mittelmeer-Diät nahe kommen, sind die schwedischen Kinder. Die mediterrane Diät ist weg und wir müssen sie wieder etablieren."

Gründe dafür seien der vermehrte Konsum von Süßigkeiten, Junk Food und zuckerhaltige Getränke. Fisch, Olivenöl sowie Früchte und Gemüse, die eigentlich typisch für die Ernährung in den Mittelmeerregionen sind, wurden verdrängt. Zudem bewegen sich die Kinder viel zu wenig. 

Schwedische Kinder scheinen mehr Fisch und Tomaten zu konsumieren als beispielsweise italienische Kinder. In den skandinavischen Ländern sowie Frankreich, Irland und Lettland sind die Adipositasraten bei Kindern mit fünf bis neun Prozent am niedrigsten.

Positiv ist, dass die Mittelmeerländer das Problem bereits erkannt haben. In Zypern beispielsweise werden in Schulen Früchte, Gemüse und Milch kostenlos verteilt. "Es gibt Bewegung", sagte Joao Brede. Mindestens 75 Prozent der italienischen Kinder essen jetzt jeden Tag oder an fast jedem Tag Obst.  

Kochen mit Denise: Cacio e pepe – Rezept für die einfachste Pasta Italiens