HOME

Stern Logo Ratgeber Grillen - Basiswissen

Der wohl bizarrste Bratwurststreit: Warum diese Frau über einen Autobahnzaun Bratwürste verkauft

Ein Parkplatz, ein zwei Meter hoher Zaun und Deutschlands älteste Autobahnraststätte: Darum tobt in Thüringen seit langem ein kurioser Streit. Eine Rebellin lässt das nicht auf sich sitzen und verkauft Bratwürste und Kaffee einfach über den Zaun hinweg.

Über einen Zaun hinweg verkauft Christina Wagner ihre Bratwürste an der Autobahnraststätte

Über einen Zaun hinweg verkauft Christina Wagner ihre Bratwürste an der Autobahnraststätte

Christina Wagner steht trotzig am Grill. Noch immer. Ein Jahr ist es her, dass Verwaltungsrichter Deutschlands älteste Autobahnraststätte aufsuchten, um in einem bizarren Streit zu urteilen. Denn Autofahrern, die am Parkplatz Rodaborn an der A9 (Berlin-München) Rast machen, versperrt ein zwei Meter hoher Zaun den Weg zu Wagners Imbiss. Aus Trotz steigt sie auf eine Leiter und verkauft Bratwürste und Kaffee einfach über den Zaun hinweg. Die Behörden haben diese Praxis untersagt. Weil sich Wagner nicht fügte, landete der Fall vor Gericht. Auch da erlitt sie eine Niederlage. Die Zaun-Rebellin verkauft trotzdem munter weiter Kaffee und Thüringer Bratwürste. 

Wie es ihr ein Jahr nach dem Urteil geht? "Es muss", sagt sie. Schon ruft ein Mann gegen den Lärm der Autobahn an: "Zwei Bratwürste!" "Senf?", ruft sie zurück. "Ja, bitte!" So wiederholt es sich zigmal am Tag. Wagner packt die Würste in ein Körbchen, läuft einige Meter bis zum Zaun, steigt auf die Leiter und reicht den Korb hinüber. "Manchmal rufen Reisebusse extra an, dass sie in einer Stunde da sind", erzählt sie wieder zurück am Grill. "Ich bekomme viel Zuspruch von Leuten, die sagen: Geben Sie nicht auf!" Ihr Kampf gegen die Behörden hat dem Imbiss inzwischen zu einiger Bekanntheit verholfen. Der Spaß sei ihr aber längst vergangen, sagt sie. "Es geht um meine Existenz und die meiner Familie."

Grillen für Profis: So machen Sie Ihre eigenen Bratwürste

 

Parkplätze wurden mit hohen Zäunen abgeriegelt

Wagner hat mit ihrem Mann vom Bund die historische Raststätte gekauft, die allerdings keine Konzession hat. Ihr sei zugesichert worden, dass es zumindest vom Parkplatz in Fahrtrichtung Berlin einen Zugang gebe, sagt sie. Doch auf beiden Seiten der A9 sind die Parkplätze mit hohen Zäunen abgeriegelt, die Tore darin verschlossen. Wer auf normalem Weg eine Bratwurst kaufen wöllte, muss von der Autobahn einen erheblichen Umweg über Gewerbestraßen auf sich nehmen. So geben viele Autofahrer ihre Bestellung lieber am Zaun auf. 

Doch beim Verkauf am Zaun handele es sich um eine "erlaubnispflichtige Sondernutzung", entschied die 3. Kammer des Verwaltungsgerichts Gera am 3. Mai 2016. Und eine Konzession dafür hat Wagner nicht. Eine Öffnung des Zauns - wie von ihr immer wieder auch aus Sicherheitsgründen angeregt - lehnte das Gericht ab, weil dies enorme Haftungsrisiken berge. Etwa wenn dadurch Tiere auf die Autobahn gelangen und Unfälle verursachen. 

Die Sondernutzung hat Wagner inzwischen beantragt, aber eine Abfuhr erhalten. Es werde am Standort Rodaborn kein Bedarf zur Versorgung gesehen, erklärt das Landesamt für Bau und Verkehr zur Begründung. "Die Versorgung erfolgt über die vorhandenen bewirtschafteten Rastanlagen." 

Bratwürste gehen über den Zaun

Wagner kann bislang trotzdem weiter Bratwürste über den Zaun verkaufen. Denn das Urteil der Geraer Richter ist noch nicht rechtskräftig. Vielmehr muss das Oberverwaltungsgericht in Weimar klären, ob die Berufung zugelassen wird. Eine Entscheidung sei im Laufe des Monats zu erwarten, erklärte ein Sprecher. Auch gegen die Ablehnung einer Sondernutzung ist sie in Widerspruch gegangen. Hierzu stehe eine Entscheidung aus, heißt es beim Landesamt. 

Die Zaun-Rebellin fühlt sich derweil betrogen - hereingelegt von der Bundesregierung. Immerhin habe ihr der Bund die Raststätte einst verkauft und sie sei guten Glaubens hierher gezogen. "Ich habe angeboten, den Kauf rückgängig zu machen - aber das wollen die ja auch nicht." So verkauft sie trotzig weiter. "Notfalls lasse ich mich hier abführen", sagt sie und eilt mit ihrem Korb samt Bratwürsten erneut zum Zaun, wo der nächste hungrige Autofahrer wartet.

Update: Wagner ging in Berufung und verlor im Mai 2017 vor dem Oberverwaltungsgericht.

Andreas Hummel / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.