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Gentechnik Mit genmanipulierten Bakterien sollen Bienen widerstandsfähiger werden - und flotter

Biene im Flug
Sind die Bienen der Zukunft nicht nur widerstandsfähiger, sondern auch effektiver?
© Patrick Pleul / zb / DPA
Forscher auf der ganzen Welt tüfteln daran, die Bienen vor dem Aussterben zu bewahren. Wissenschaftler aus den USA versuchen es jetzt wieder einmal mit Gentechnik und haben ein Patent angemeldet. Mit dem Verfahren wollen sie auch das Verhalten der Insekten verändern.

Um die Bienen dieser Welt steht es nicht gut. Sie haben mit Parasiten und Pestiziden zu kämpfen. Ein US-Forscherteam der Universität in Austin will jetzt eine Lösung für das Problem gefunden haben: Bakterien. Aber nicht irgendwelche - genmanipulierte Bakterien. Das Patent ist bereits angemeldet.

Der Plan ist, die Bestäuber widerstandsfähiger zu machen. Dafür sollen Bakterien, die natürlicherweise im Darm von Biene, Hummel und Co vorkommen, gentechnisch so verändert werden, dass diese einen zusätzlichen Botenstoff herstellen. Über den Darm sollen die Insekten diesen dann aufnehmen, bis er sich im Körper verteilt und ins Gehirn gelangt.

Effektiver durch Manipulation?

Die Forscher erhoffen sich davon, dass dies die Bienen stärkt, Parasiten wie der Varroa-Milbe beigekommen werden kann und Pestizide im Körper der Insekten schneller abgebaut werden. Aber nicht nur das. Die genmanipulierten Bakterien könnten die Tiere auch leistungsfähiger machen. Zumindest ist das die Idee der Forscher, die bereits unter Laborbedingungen getestet haben, wie sie mit dem Verfahren Einfluss auf das Verhalten der Bestäuber nehmen können. Ist das der Anfang der neuen, unverwüstlichen Superbiene?

Andere Wissenschaftler sehen das Vorhaben skeptisch. Nicht nur würden die US-Forscher durch das sogenannte "Genome Editing" in das Erbgut der Biene eindringen, die daraus resultierenden Risiken seien nicht kalkulierbar. Denn sind Bienen, die diese genmanipulierten Bakterien in sich tragen, in freier Wildbahn unterwegs, besteht die Möglichkeit, dass sie diese auf andere Insekten übertragen. 

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Das könne immensen Einfluss auf die Ausbreitung haben, die dann - wenn überhaupt - nur noch schwerlich zu kontrollieren sei, befürchtet die Aurelia Stiftung. Die Stiftung setzt sich unter anderem dafür ein, Bienen und das Ökosystem vor irreversiblen Schäden durch neue Gentechnik zu schützen. Anstelle die Bienen pestizidresistenter zu machen, fordert Bernd Rodekohr von der Stiftung, die Agrarwende für eine Landwirtschaft ohne Ackergifte - "nicht die Biene muss verändert werden, sondern unser Verhalten muss sich ändern".


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