"Menschennamenkomitee" Darf ein Kind "Kaktus" heißen? Darüber entscheidet in Island dieses Komitee

Aðalsteinn Hákonarson, Auður Björg Jónsdóttir und Sigurður Konráðsson
Herzlich, aber knallhart: Die Mitglieder des „Menschennamenkomitees“ in Rejkjavik (von links): Aðalsteinn Hákonarson, Auður Björg Jónsdóttir, Sigurður Konráðsson
© Anna Maggý Grímsdóttir
In Island darf ein Kind "Kaktus" heißen, aber nicht Konrad. Ljótur, also "hässlich", aber nicht Zoe. Ein Komitee entscheidet, was geht – und was nicht.
Von Florian Siebeck

Björk Eiðsdóttir staunt nicht schlecht, als der Priester vor ihr steht und sagt, er habe sich einen besseren Namen für ihre Tochter überlegt. Mit dem Namen, den Björk ihr geben wollte, war sie eigentlich mehr als zufrieden gewesen: Blær. Auf isländisch heißt das "sanfter Hauch". Björk hatte den Namen schon seit Jahren im Kopf. Sie war verwundert, schließlich hatte der Priester ihre Tochter vor einem Monat schon getauft. Doch nun steht er vor ihrer Tür und sagt: "Ich hätte Ihre Tochter nicht taufen dürfen. Nicht mit diesem Namen."


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