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Was Kleines zwischendurch Ein Hoch auf den Snack – weil er viel mehr ist als süß oder salzig

Ein Kind beißt in ein Brot mit einer dunklen Creme drauf
Ein Snack kann ganz unterschiedlicher Gestalt sein. Und die Liebe zu ihm schon früh beginnen. 
© Ghislain & Marie David de Lossy / DEEPOL by plainpicture / Ghislain
Der Snack hat Konjunktur. Unsere Autorin begegnet ihm in ihrem Alltag ständig. Und findet: Ein Snack, egal ob süß oder salzig, gesund oder ungesund, ist mehr als etwas zu essen. Er ist ein Gefühl. 

Zurzeit sind es Chips mit Essiggeschmack. Was für ein nicer Snack. Mein Favorit ändert sich regelmäßig, eine Konstante sind Mandeln, Schokolade sowieso, gerne zartbitter. Falls Sie sich von diesem Text Tipps oder Rezepte für gesunde Snacks erhoffen, muss ich Sie leider enttäuschen. Ich bin keine Ernährungsexpertin. Ich bin eher Ernährungslaiin. Und ich bin der Meinung: Snacks sind viel mehr als was zu essen. Sie sind ein Gefühl. Allein dieses Wort: Snack. Kurz, frisch und cool. Snack. Hören Sie schon die Nuss zwischen ihren Zähnen knacken?

Der Snack hat Konjunktur. Wenn ich so in die Welt um mich herum hinein höre, begegnet er mir ständig. Freunde laden abends ein, es soll was zu trinken und Snacks geben. Der Mann meldet sich aus dem Supermarkt, ob ich noch was zum Snacken brauche. "Tickets – Snacks" heißt es im Kino über der Sogar mein Mobilfunkanbieter fragt mich, ob ich nicht einen seiner "Data Snacks" buchen möchte. Auf der Seite einer Krankenkasse lese ich vom Trend zur "Snackification". Damit ist gemeint, öfter und mobiler zu essen und zwar schnelle und gesunde Snacks. Der Snack sei hier "keinesfalls als schnelle Nascherei zwischendurch" zu verstehen. Der Snack ist Definitionssache.

Der Duden bezeichnet ihn als "Imbiss" und listet als Synonyme "Essen", "Happen" und "Jause" auf. Happen gefällt mir. Schmiert natürlich ab im Vergleich zum lässigen Snack, aber man stellt sich beim Aussprechen unweigerlich vor, wie etwas im Mund verschwindet. Es fühlt sich angenehm weich an.

Snacks sind Beziehungspflege

Die Freude einen Snack zu essen, ganz gleich ob weich oder hart, süß oder salzig, gesund oder nicht, ist das eine. Das andere ist, wo und mit wem man einen Snack isst. Warum er mehr ist als das, was man isst. Wenn Freunde zu Snacks einladen, weiß ich, das wird ein guter Abend. Wir werden auf dem Sofa versumpfen, stundenlang beisammen sein, reden und lachen, mal einer, mal anderer Meinung sein, uns in Ideen verlieren, vielleicht wird es auch mal traurig, aber das ist dann auch völlig okay so und genau richtig in diesem Moment. 

Snacks sind Beziehungspflege. Zu wissen, dass man einem geliebten Menschen mit einer Kleinigkeit eine große Freude machen kann, macht einen selbst glücklich. Auch wenn man Flips überhaupt nicht mag, der geliebte Mensch diese nach Pappe schmeckenden Erdnusskringel aber sehr.

Saure Stäbchen und Brause beim Bäcker im Dorf

Und dann sind Snacks für viele Menschen auch eins: Kindheit. Sie wecken Erinnerungen. Bei mir das Bild, wie ich mit ein paar Mark zum Bäcker im Dorf spaziere, der neben der Kasse ein paar dieser kleinen Plexiglasboxen mit Saurem und Brause stehen hatte. Mein erstes Taschengeld und ein Großteil alles weiteren ging für die "Wendy" drauf und für Snacks. Die "Wendy" tauschte ich später gegen die "Brigitte Young Miss" ein, sauren Stäbchen und Brause blieb ich treu.

Als ich kürzlich von der Diskussion an einer Schule erfuhr, an der sich die Schülerinnen und Schüler gegen einen Snackautomaten aussprachen, machte mich das traurig. Ich fühlte mich Boomer-mäßig dabei, als ich die Freudlosigkeit dieses vorbildlichen Verhaltens bedauerte, statt mich zu freuen, dass sich da junge Menschen um ihre Gesundheit sorgen. 

Jetzt, da Sie diesen Text gelesen haben, haben Sie sich jedenfalls einen Snack verdient. Welcher auch immer Ihnen am besten schmeckt. 

Quellen: DudenBarmer

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