Ex-Fußballprofi Stefan Effenberg sieht in der Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann für die WM-Rückkehr von Manuel Neuer ins DFB-Tor ein großes Risiko. "Denn die Fitness und Gesundheit des mittlerweile 40-jährigen Neuer ist stets ein Thema", schrieb Effenberg in seiner Kolumne für das Nachrichtenportal "t-online". "Nicht ohne Grund stand er nur in 37 von 54 Saisonspielen auf dem Platz." Erst im letzten Saisonspiel des FC Bayern war Neuer wegen Waden-Beschwerden ausgewechselt worden.
Effenberg warnt vor einem Ausfall des Torhüters in der Turnier-Vorbereitung, die Nagelsmann in Nöte bringen würde. "Dann kann ihm diese Entscheidung noch auf die Füße fallen. Neuer soll offensichtlich seine Trumpfkarte für das Turnier sein – wenn er diese aber verliert, hat er nichts mehr", schrieb Effenberg.
Der 57-Jährige sieht aber auch Fragezeichen bei Neuers Leistungsfähigkeit. "Manuel Neuer ist unbestritten an guten Tagen weiterhin einer der besten Torhüter der Welt – aber: Mittlerweile schleichen sich in sein Spiel auch fast regelmäßig kleinere oder größere Fehler ein."
Effenberg: Hätte verstanden, wenn Baumann zurückgetreten wäre
Nagelsmann hatte am Donnerstag die Kehrtwende offiziell gemacht, die sich zuvor mehrere Tage abgezeichnet hatte: Der nach der EM 2024 zurückgetretene Neuer fährt als Nummer eins der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit zur WM in diesem Sommer.
Für den Weltmeister von 2014 wird Oliver Baumann von der TSG 1899 Hoffenheim seinen Posten wieder räumen müssen. Neuer hatte zuvor immer wieder erklärt, dass sein Rücktritt unumstößlich sei und Nagelsmann auf Baumann gesetzt. "Ich hätte es auch sehr gut verstehen können, wäre Baumann nun aus der deutschen Nationalmannschaft zurückgetreten", schrieb Effenberg. Der Hoffenheimer will aber auch als Nummer zwei mit zum Turnier fahren.