Wissenschaftliche Untersuchung
Studie beleuchtet sexuelle Gewalt im Erzbistum Paderborn

Wissenschaftler der Uni Paderborn stellen eine Studie zu Missbrauch im Erzbistum Paderborn vor. (Archivbild) Foto: Bernd Thissen
Wissenschaftler der Uni Paderborn stellen eine Studie zu Missbrauch im Erzbistum Paderborn vor. (Archivbild) Foto
© Bernd Thissen/dpa
In der katholischen Kirche sollen Kardinäle Täter geschützt und wenig Fürsorge für die Opfer gezeigt haben. Forscher der Uni Paderborn stellen jetzt die Details vor.

Die Universität Paderborn stellt heute (13.30 Uhr) eine erste unabhängige Studie zu sexueller Gewalt an Minderjährigen im Erzbistum Paderborn vor. Dabei geht es um die Jahre 1941 bis 2002 und die Amtszeiten der Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt. 

In einem Zwischenbericht hatten die Autorinnen Nicole Priesching und Christine Hartigen im Dezember 2021 geschildert, dass die Kardinäle Täter geschützt und keine Fürsorge für die Opfer gezeigt hatten. Kirche und Gesellschaft hätten systematisch weggesehen und Straftaten gebilligt oder hingenommen, berichteten die Autorinnen vor fünf Jahren. 

Priesching ist Professorin für Kirchen- und Religionsgeschichte. Wegen der Corona-Pandemie und wegen mehr entdeckter Quellen als ursprünglich vermutet, wurde die Veröffentlichung der Studie auf 2026 verschoben. In einer zweiten Arbeit wird die Zeit Hans-Josef Beckers untersucht. Der noch lebende Erzbischof war von 2002 bis 2022 im Amt. 

Über das Erzbistum

Geografisch erstreckt sich das Erzbistum mit 1,3 Millionen Katholiken in Nordrhein-Westfalen von Minden im Norden bis nach Siegen im Süden und von Herne im Westen bis nach Höxter im Osten. Zusätzlich zu den Gebieten in Westfalen zählen Teile des Kreises Waldeck-Frankenberg (Hessen) und die Stadt Bad Pyrmont (Niedersachsen) zum Erzbistum. Paderborn ist eins von bundesweit sieben Erzbistümern und nimmt damit eine der zentralen Führungspositionen in der katholischen Kirche in Deutschland ein.

dpa