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Corona-Falschmeldungen: LKA warnt vor Betrug bei Soforthilfeanträgen: Fake-News zu Corona im Überblick

Schon kurz nach dem Ausbruch des Coronavirus kursierten die ersten Falschmeldungen im Netz. Inzwischen überschwemmen sie die sozialen Medien. Der stern sammelt hier aktuelle Fake-News, Verschwörungstheorien und Gerüchte – und erklärt Ihnen, warum sie Unsinn sind.

Coronavirus: Ärzte setzen sich gegen Fake News ein

Das Coronavirus hat Deutschland fest im Griff, die Auswirkungen auf den Alltag sind gravierend. Unaufhörlich steigende Infektionszahlen sowie eine sich täglich ändernde Situation lassen viele Bürger verunsichert zurück – zumal niemand weiß, was noch so alles kommen wird. Für Desinformation und Fake News ist das ein idealer Nährboden.

Kurz nach dem Corona-Ausbruch kursierten bereits erste Falschmeldungen im Netz, nun überschwemmen sie die sozialen Netzwerke regelrecht. Angebliche Wunderheilmittel und Selbsttests, drohende Versorgungslücken oder Medikamenten-Engpässe, die "wahren" Hintergründe der Corona-Krise: Verschwörungstheorien und Gerüchte können noch so abstrus sein – sie finden Anklang, werden teils tausendfach weiterverbreitet. Vermutlich auch aus Unwissenheit, Unsicherheit oder Geltungssucht. Häufig jedoch mit der Absicht, gezielt Ängste, Sorgen und Vorurteile zu schüren. Das Fatale: Die Verunsicherung wird so nur noch größer. 

Corona-Fake-News oder nicht? Mailen Sie uns, was Sie verunsichert

In diesem Artikel listet der stern künftig so ausführlich wie möglich auf, welche Fakes, Gerüchte oder Verschwörungstheorien zum Coronavirus im Netz kursieren (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Am Ende dieses Textes finden Sie zudem eine Auflistung der wichtigsten Quellen, um sich vertrauenswürdige Informationen einzuholen.

Haben auch Sie via Facebook, Whatsapp, Twitter oder Co. eine Information zum Coronavirus erhalten, die Sie verunsichert oder deren Wahrheitsgehalt Sie nicht einschätzen können? Dann mailen Sie uns die Sprach- oder Textnachricht, das Video oder einen entsprechenden Link an leseraufruf@stern.de (Stichwort: Fake-News).

Nostradamus hat die Corona-Pandemie nicht vorhergesagt 

Über soziale Netzwerke wird seit einiger Zeit verbreitet, der französische Arzt und Apotheker Nostradamus (1503-1566) habe die Pandemie schon im Jahr 1551 vorhergesagt. Konkret wird behauptet, Nostradamus habe damals prophezeit: "Es wird ein Zwillingsjahr 2020 geben, aus dem eine Königin (Korona) aus dem Osten (China) kommen wird und die in der Dunkelheit der Nacht eine Pest auf einem Land verbreiten wird mit 7 Hügeln (Italien) und wird das Zwielicht der Menschen in Staub verwandeln, um die Welt zu zerstören. Es wird das Ende der Weltwirtschaft sein, wie Sie es kennen."

Tatsächlich jedoch ist solch eine Vorhersage von Nostradamus nicht überliefert. Der Franzose Michel de Nostredame, Nostradamus genannt, ist zwar für seine prophetischen Gedichte bekannt. Laut einem Brief an seinen Sohn sollen die Prophezeiungen bis ins Jahr 3797 reichen. Bis auf wenige Ausnahmen ist in den Versen aber nie ein Datum genannt, an dem die Ereignisse stattfinden sollen. In seinen gesammelten Werken gibt es keinen einzigen Text, der sich auf das Jahr 2020 bezieht. In der englischen Übersetzung der Texte sind die Wörter "Korona" oder "Corona", "Wirtschaft" (englisch: "economy") oder "Zwillingsjahr" ("twin year") gar nicht, "Hügel" und "Plage" nur in einem anderen Zusammenhang zu finden. Darüber hinaus verfasste Nostradamus seine Gedichte immer als Vierzeiler in Altfranzösisch. Auch in einer Übersetzung wäre der Vers nicht so lang wie der in den sozialen Medien geteilte Text.  

LKA warnt: Betrüger locken Firmen mit falschen Soforthilfeanträgen

Das Landeskriminalamt in Baden-Württemberg warnt Unternehmen im Südwesten vor Betrügern im Zusammenhang mit Corona-Soforthilfen. Im Internet seien Seiten aufgetaucht, auf denen in Bedrängnis geratene Unternehmen aufgefordert würden, ein vermeintliches Formular dafür auszufüllen und hochzuladen, teilte die Behörde mit. Die Firmen seien teils gezielt telefonisch kontaktiert und auf die Internetseiten hingewiesen worden. Dabei habe sich der Anrufer als Angehöriger der offiziellen Stellen zur Abwicklung der Soforthilfe ausgegeben.

Die Polizei warnte davor, persönliche und Unternehmensdaten auf solchen Fake-Seiten im Internet preiszugeben. Stattdessen sollten Unternehmen für die Anträge auf Soforthilfe ausschließlich die Internetseiten von offiziellen Landesstellen – wie etwa Ministerien und Landesförderbanken mit Unterstützung der Industrie- und Handelskammern – nutzen.

Angeblich kein Netflix und Youtube mehr in der Schweiz

Diese Fälschung sorgte am Montag (23. März) in der Schweiz für Verunsicherung: Angeblich, so wurde in einem Tweet behauptet, sei das Schweizer Netz in einem "Ausnahmezustand" und die "hohe Belastung" habe den Bundesrat zu der Entscheidung veranlasst, "die Streamingdienste Netflix und Youtube ab dem 25. März für eine unbestimmte Zeit einzustellen". Dienste wie Internet, TV und Festnetz würden indes bestehen bleiben, hieß es weiter.

Das Problem: Das Posting war nicht vom SRF (Schweizer Radio und Fernsehen), sondern der oder die Fälscher hatten sich einfach des Logos des größten Medienhauses der Deutschschweiz bedient, sogar der blaue Haken – an sich ein Hinweis auf einen verifizierten Account – wurde in die Fälschung eingebaut. Dass es sich um Falschmeldung handelte, stellte das SRF tags darauf auf Twitter klar: 

Chinese stirbt an Hantavirus – und sofort brodelt die Gerüchteküche

Nach Medienberichten über einen Toten in China durch das Hantavirus geistern im Netz Gerüchte über einen neuen, tödlichen Erreger umher. Im nachfolgenden Artikel erfahren Sie, warum Todesfälle durch das Hantavirus in Deutschland sehr selten sind: 

Polizei warnt: Betrüger nutzen Angst vor Coronavirus aus 

Dieses Beispiel passt zwar nicht wirklich in die Kategorie Fake-News. Allerdings wird auch hier die Angst und Verunsicherung der vor allem älteren Bevölkerung vor dem Coronavirus ausgenutzt. So warnt die Polizei aktuell vor verschiedenen Betrugsmaschen und ruft Senioren zur Vorsicht auf. In diesem Text erfahren Sie mehr Details.

RKI empfiehlt starken Alkoholkonsum: Ungesunder Unfug!

Diese Art von Hoax kursiert nicht zum ersten Mal im Netz (siehe vorletztes Fake-News-Beispiel am Textende) – womöglich halten es viele User jedoch aufgrund seiner Aufmachung für glaubhaft: Denn die Falschmeldung erweckt den Eindruck, sie sei ein Informationsschreiben des Robert-Koch-Instituts (RKI). Tatsächlich weist die Fälschung das Logo der selbstständigen Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten auf – das war es dann aber schon. 

Corana-Fake-News: RKI empfiehlt gesteigerten Alkoholkonsum

Immerhin das Logo des Robert-Koch-Instituts ist richtig – alles andere stimmt nicht

So wird in dem "Schreiben" unter anderem behauptet, das RKI empfehle, während der Fastenzeit in diesem Jahr nicht auf Alkohol zu verzichten. Dann wird es konkret (falsch): "Aufgrund des Coronavirus wird sogar empfohlen, mehr als die gewöhnliche Menge zu sich zu nehmen und dies unbedingt täglich. Ab einer Menge von 100 Gramm Alkohol pro Tag soll sich eine ausreichende Desinfizierung im Mund und Rachenraum einstellen. Das wären dann zum Beispiel fünf Bier. Wer mehr verträgt darf und soll sogar auch mehr zu sich nehmen." Offensichtlich, um Seriosität vorzugaukeln, ist dem Ganzen dann noch der Zusatz "Stand: 19.03.2020" beigefügt. 

Was fällt schon auf den ersten Blick auf? Auf Komma-Setzung wird in dem Text komplett verzichtet. Derartige Fehler bei der Zeichensetzung in einem angeblich öffentlichen Informationsschreiben einer Bundesbehörde? Nahezu ausgeschlossen. Inhaltlich wird es nicht besser: So stellte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits Anfang Februar klar, dass Alkohol nicht gegen eine Infektion mit dem Coronavirus schütze. Und weiter: "Alkohol sollte immer moderat konsumiert werden und Menschen, die keinen Alkohol trinken, sollten nicht damit anfangen, in dem Bestreben einer Covid-19-Infektion vorzubeugen."

Zwar kann Alkohol vermutlich bei der Desinfektion von Oberflächen oder Händen hilfreich sein (hier eine Einschätzung des Bundesamts für Risikobewertung (BfR)). In dem man ihn trinkt, wird man eine Ansteckung aber ganz sicher nicht vermeiden. Sie sollten stattdessen die geltenden Hygiene- und Verhaltensempfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) befolgen.

Nein, Festnetz-Telefonate werden nicht nach 15 Minuten gekappt

Wenn Menschen in Deutschland wegen der Ausbreitung des Coronavirus in den eigenen vier Wänden bleiben, werden soziale Kontakte häufig übers Internet oder per Telefon aufrechterhalten. In den sozialen Netzwerken kursierte zuletzt das Gerücht, wegen des Erregers Sars-CoV-2 werde Telefongesprächen ein zeitliches Limit gesetzt. Konkret würden Festnetz-Telefonate – egal bei welchem Anbieter – derzeit nach 15 Minuten automatisch unterbrochen, hieß es in den Postings.

Diese Erfahrung werden Sie aber ganz sicher nicht gemacht haben – weil es sich schlichtweg um eine Falschmeldung handelt, wie drei große deutsche Festnetzanbieter betonten. So erklärte ein Sprecher der Telekom, mit fast 18 Millionen Festnetzanschlüssen der größte Anbieter in dem Bereich, dass es keine Beschränkungen gebe: "Sie können ganz normal telefonieren, so lange Sie wollen", sagte Andre Hofmann auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Auch Vodafone, mit fast elf Millionen Festnetzkunden die Nummer zwei in Deutschland, bezeichnet die Behauptung als Falschmeldung. "Das ist eine Fake-News", erklärt Sprecher Volker Petendorf. Vodafone beruhigt in seinem Ticker zum Coronavirus: "Die Netze sind stabil." Der Anbieter O2 mit mehr als zwei Millionen Festnetz-Kunden bestätigt ebenfalls, dass die Behauptung falsch ist. Das "entbehrt jeder faktischen Grundlage", sagt Sprecher Forian Streicher.

Zwar sind etwa auf der Hilfeseite des Telekom-Internetauftritts mehrere Einträge von Nutzern zu finden, die anscheinend Abbrüche bei ihrer Telefonverbindung erlebten. Der Unternehmenssprecher schließt aber generelle Probleme für sein Netz aus. Er verweist auf möglicherweise individuelle Fehler, die zuweilen bei heimischen Geräten auftreten können.

Panzer in Stadt unterwegs? Polizei Hagen dementiert auf Twitter

Bereits in der vergangenen Woche wurde in einem Video und per Sprachnachricht behauptet, im nordrhein-westfälischen Hagen seien wegen der Corona-Krise inzwischen Panzer im Einsatz. Zudem wurde das Gerücht verbreitet, es gebe bereits eine Ausgangssperre. Die Polizei wies beides am vergangenen Freitag (20. März) umgehend als Falschmeldung zurück und appellierte, derartige Fake-News nicht weiterzuverbreiten. 

"Die Bundeswehr ist weder in Hagen eingesetzt, noch gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Ausgangssperre", stellten die Ordnungshüter klar. Die Öffentlichkeit solle sich über die aktuelle Lage nur aus seriösen Quellen informieren. 

Ronaldo lässt seine Hotels zu Kliniken umbauen – (leider) nicht korrekt

Womöglich verbreitete sich diese Meldung tausendfach in den sozialen Netzwerken, weil sich Fußball-Star Cristiano Ronaldo nach einem Covid-19-Verdachtsfall bei Juventus Turin tatsächlich in Isolation befindet. Und die "Nachricht" war ja auch zu schön: Angeblich, so gaben es in diversen Sprachen verfasste Postings auf Twitter, Facebook oder Instagram vor, plane der mehrfache Weltfußballer, seine Hotels in Portugal zu Corona-Kliniken umbauen zu lassen. Patienten würden darin kostenfrei behandelt, hieß es weiter, und auch, dass Ronaldo dafür finanziell aufkommen werde. 

corona fakes - ronaldo

Der Sportjournalist Adriano Del Monte trug mit seinem inzwischen gelöschten Posting, das mehr als 1700 Mal retweetet wurde, zur Verbreitung der Falschmeldung bei

Auch deutsche Medien griffen die Geschichte auf – die allerdings nicht stimmte. Zwar ist Ronaldo Miteigentümer der portugiesischen Pestana Hotel Group. Den Plan, die Unterkünfte zu Kliniken umzubauen, gab es jedoch nie, wie ein Sprecher dem niederländischen TV-Sender RTL Nieuws erklärte. Man sei ein Hotel und werde nicht zu einem Krankenhaus werden, heißt es in dem Bericht. So findet sich auch auf Ronaldos Social-Media-Kanälen kein Beitrag, der die Meldung stützen würden. Allein das hätte diejenigen, die den Hoax verbreiteten, schon stutzig machen müssen.

Alle Aldi-Filialen bald dicht? Discounter dementiert

Am dritten März-Wochenende machten einige Bundesländer publik, dass das öffentliche Leben in den kommenden Wochen weiter eingeschränkt werden müsse, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Die damit einhergehende Ungewissheit nutzte auch eine via Whatsapp verbreitete Falschmeldung aus. Darin wurde behauptet, dass ab Montag (16. März) alle Aldi-Filialen geschlossen würden. Der Discounter reagierte umgehend auf seiner Homepage und stellte auf den Whatsapp-Fake bezugnehmend klar: "Wir möchten Ihnen auf diesem Wege mitteilen, dass unsere über 2.200 Filialen in Deutschland weiterhin für Sie geöffnet haben. Unsere Teams arbeiten unermüdlich daran, Ihnen wie gewohnt Ihre Produkte des täglichen Bedarfs anbieten zu können."

Es ist zwar richtig, dass im Kampf gegen das Coranavirus auch Geschäfte vorerst geschlossen bleiben müssen – Supermärkte, also auch Discounter, sind davon jedoch explizit ausgenommen.

Rauchen hilft gegen Corona? Gefährlicher Quatsch

Es waren gleich mehrere Facebook-Accounts, die behaupteten, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe erklärt, dass Rauchen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schütze. Auch dieser indonesische Nutzer verbreitete die Falschmeldung. 

corona fakes - rauchen

Übersetzt steht hier über dem Bild: "Laut WHO kann Rauchen verhindern, dass sich jemand mit dem Coronavirus infiziert" – das ist kompletter Unfug

Natürlich ist diese Behauptung völliger Unsinn – und gefährlich obendrein. Nicht nur schützt Rauchen nicht vor einer Infektion. Auch kann es gesundheitliche Probleme verursachen, die das Risiko einer schweren Coronavirus-Erkrankung erhöhen. Die WHO wies die verstärkt in Indonesien kursierende Falschmeldung bereits am 10. März auf Twitter zurück. Dort heißt es: "Diejenigen, die bereits an gesundheitlichen Problemen wie Herzerkrankungen leiden (die sich durch Rauchen verschlimmern können), haben ein hohes Risiko, an einer schweren Covid-19-Krankheit zu leiden." 

Inzwischen hat Facebook den gescreenshoteten Post übrigens als Falschmeldung markiert, dieser ist nicht mehr abrufbar.

Atem anhalten als Selbsttest – das sagt gar nichts aus

In komplizierten Zeiten wünschen sich viele simple Antworten: So ist vielleicht zu erklären, warum Tausende Facebook-Nutzer glaubten, man könne sich mit einem einfachen Atemtest selbst auf eine Infektion testen. Die Anleitung – mal mehr, mal weniger umformuliert – lautete im Gros wie folgt: "Atmen Sie tief ein und halten Sie den Atem länger als zehn Sekunden an." Und weiter: "Wenn Sie dies erfolgreich ohne Husten tun können, zeigt dies, dass Sie keine Fibrose haben und keine Infektion anzeigen."

In den Komemntarspalten der jeweiligen Posts, die auch auf Spanisch und Portugiesisch kursierten, bedankten sich viele Nutzer für den Tipp, obwohl dieser aus Expertensicht keinerlei Aussage hat. So erklärte eine in Brasilien tätige Infektologin gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass das Anhalten des Atems einfach "keine Methode" sei, um sich auf das neue Coronavirus zu testen. Und weiter: "Es gibt nichts, was Menschen tun können, um zu wissen, ob sie infiziert sind, außer den Test." 

Sagte ein Twitter-User die Corona-Krise schon 2013 voraus? Ziemlich sicher nicht!

Dieser Beitrag sorgt auf Twitter seit einigen Tagen für ordentlich Wirbel. Der Grund: User Marco "prophezeit" in dem tatsächlich (eine Rückdatierung ist bei Twitter nicht möglich) am 3. Juni 2013 abgesetzten Posting: "Coronavirus ... es kommt". 

Sagte der Nutzer etwa schon vor knapp sieben Jahren voraus, was wir nun erleben? Nein, ziemlich sicher nicht! Laut dem Robert-Koch-Institut wurden Coronaviren erstmals Mitte der 1960er-Jahre identifiziert, sie sind also schon länger bekannt. Die derzeitige Covid-19-Pandemie wurde durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst, das zur selben Virusfamilie wie das SARS- und MERS-Virus zählt.

Auch wenn viele Kommentatoren es weiterhin glauben wollen: Ein Hellseher ist User Marco natürlich nicht.

Schwimmen tötet das Virus – eine sehr irreführende Aussage

coronavirus fake: swimming

Screenshot eines zumindest sehr irreführenden Facebook-Postings zum Coronavirus

Dieses Bild wurde auf Facebook geteilt – unter anderem auch von einer 60.000 Abonnenten umfassenden Community-Seite für Schwimmer, von der dieser Screenshot stammt. Durch gefettete Buchstaben betont steht dort als Art Überschrift: "Schwimmen kann Covid-19 töten". Und weiter: "Wasser – und das Chlor – in Schwimmbecken wird helfen, das Virus zu töten".

Den angeblich zitierten Arzt Dr. Leon Hoe Nam gibt es zwar. Auch arbeitet er tatsächlich am Mount Elizabeth Novena Hospital in Singapur. Und sogar die Aussage, Chlor könne Sars-CoV-2 töten, stimmt. ABER: Bei Covid-19 handelt es sich bereits um die durch das Virus ausgelöste Atemwegserkrankung. Durch den Sprung ins Wasser wird die Infektion, das Virus befindet sich ja schon im Körper, also keinesfalls rückgängig gemacht bzw. geheilt. Chlor kann, das sagt auch die WHO, Viren abtöten – aber nur wenn sie auf der Haut, und nicht schon in den Körper gelangt sind. Die Aussage, Schwimmen helfe gegen Covid-19, ist also zumindest extrem irreführend.

Alle 15 Minuten trinken, Alkohol: Das bringt nichts, aber unser Trinkwasser ist sicher

Die "Empfehlung", alle 15 Minuten Wasser zu trinken, um das Coronavirus so in den Magen zu spülen ("zu waschen"), wo es dann durch die Magensäure abgetötet werde, kam häufig in Kombination mit dem Tipp, sich per Atem anhalten selbst testen zu können (siehe oben), in die Timelines. Wasser sollte demnach helfen, weil es ja auch Halsschmerzen lindere, so eins der Argumente. Dass das Unsinn ist, erklärte die WHO kurz und knapp mit diesem Tweet – und machte im Thread ebenso deutlich, dass auch Alkohol nicht vor einer Infektion schützen kann.

Auch mit Wasser zusammenhängend, aber in die andere Richtung gehend, war die Sorge einiger User, sich womöglich über das Trinkwasser anstecken zu können. Dazu schreibt das Bundesumweltministerium auf Facebook:

Aus aktuellem Anlass: Leitungswasser gehört in Deutschland zu den am besten überwachten Lebensmitteln. Mit der...

Gepostet von Bundesumweltministerium am Montag, 16. März 2020

Coronavirus in Großaufnahme? Das ist ein Käfer!

corona fakes - virus in großaufnahme

Das Coronavirus ist eine unsichtbare Gefahr. Zwar weiß man, wie es unter dem Mikroskop aussieht, aber so ein rundes Ding ist halt nicht so Angst einflößend, wie dieses vermeintliche "Virus", das via Facebook gepostet wurde. Wie die Factchecker der Nachrichtenagentur AFP bereits am 12. März berichteten, wurde über dem Bild (zu einem Youtube-Link gehörend) auf Indonesisch behauptet, dies sei das Coronavirus in 2600-facher Vergrößerung, was "Gott am besten" wisse. 

In dem etwa zweiminütigen Youtube-Video, das laut AFP seit dem 6. März tausendfach angeklickt wurde und auch bei auch Twitter landete, ist in den ersten vier Sekunden die obige Kreatur zu sehen. Das Coronavirus in groß? Mitnichten. Stattdessen ist ein Rüsselkäfer ("Weevil") zu sehen, dessen Bild vermutlich diesem Tweet entstammt und dann bearbeitet zur Bebilderung des Youtube-Videos genutzt wurde. 

Coronavirus: Diese Quellen liefern Fakten

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Quellen: AFPFactCheck / World Health Organisation (WHO) / Robert-Koch-Institut (RKI) / "mimikama.at" / "correctiv.org" / Twitter / Facebook / Instagram /Aldi / "RedaktionsNetztwerk Deutschland"

mod / mit DPA / AFP

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