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ERNÄHRUNG: Nitrofuran-verseuchtes Geflügel entdeckt

In Geflügelfleisch aus Brasilien sind Nitrofurane entdeckt worden. Die Krebs erregenden Substanzen werden für Antibiotika in der Tierzucht verwendet und sind in der EU verboten.

In Hamburg und Hessen sind in Geflügelfleisch aus Brasilien gesundheitsgefährdende Nitrofurane gefunden worden. Das teilte das Bundesverbraucherschutzministerium am Sonntag in Berlin mit. Die für Antibiotika in der Tierzucht verwendeten Nitrofurane sind in der EU verboten, weil sie als Krebs erregend gelten.

Antibiotika müssen entfernt werden

Ministerin Renate Künast (Grüne) habe die EU-Kommission in Brüssel bereits aufgefordert, auf europäischer Ebene einheitliche Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Funde bestätigten, Antibiotika müssten »vollständig aus dem Futtertrog entfernt werden«, sagte eine Ministeriums-Sprecherin.

Importe lückenlos überprüft?

Die Sprecherin von EU-Verbraucherkommissar David Byrne sagte in Brüssel, brasilianisches Geflügelfleisch, das in die Europäische Union gelangt, werde vollständig auf Rückstände von Nitrofuranen getestet. Sie widersprach damit einem Bericht der »Berliner Zeitung« (Samstag), wonach in Brüssel bekannt sei, dass mit Nitrofuranen belastetes Geflügelfleisch aus Brasilien nach Europa eingeführt und Importe nicht lückenlos überprüft werden.

»Nach Funden in den Niederlanden und in Großbritannien haben wir bereits Anfang April eine Frühwarnung herausgegeben«, sagte die Sprecherin. Byrne sei mit dem brasilianischen Landwirtschaftsminister in Kontakt. Das Berliner Verbraucherschutzministerium erklärte, die Gegenmaßnahmen reichten von der Ermahnung des exportierenden Landes bis zum Importverbot. Es erläuterte weiter, für die Einfuhrkontrollen seien in Deutschland die Bundesländer zuständig. Bei Tests habe es bisher in Hamburg und Hessen »positive Befunde« gegeben.

Importverbot gegen Shrimps aus China

Die Kommission hatte die EU-Staaten schon im Frühjahr aufgefordert, Einfuhren von Garnelen (Shrimps) aus den asiatischen Staaten Vietnam, Birma und Thailand sowie Geflügelimporte aus Thailand auf Nitrofuran-Rückstände zu testen. Im Frühjahr hatte Brüssel ein Importverbot gegen Shrimps aus China verhängt.

Brasilianisches Geflügel nicht geprüft

Der Sprecher des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) sagte laut »Berliner Zeitung«, in einem Schreiben vom 24. April habe der Verband Byrne vor einer »ernsten Gefahr für die menschliche Gesundheit« gewarnt. Byrne habe darauf verzichtet, sämtliche Geflügellieferungen aus Brasilien zu prüfen.

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