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Vorstoß von Jens Spahn: Jeder Bürger soll automatisch seine Organe spenden

Die Zahl der Organspender in Deutschland geht immer weiter zurück. Um das zu ändern, regt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn jetzt eine Widerspruchslösung an.

Hoffen auf rettendes Organ: In Deutschland sinkt die Zahl der Organspenden (Symbolbild)

Hoffen auf ein rettendes Organ: In Deutschland hat die Zahl der Organspender 2017 einen neuen Tiefpunkt erreicht (Symbolbild)

Getty Images

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich für eine Widerspruchslösung bei Organspenden ausgesprochen. Künftig solle jeder Deutsche automatisch ein Spender sein, so lange er oder die Angehörigen nicht ausdrücklich widersprechen würden, sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung. Nur so könne "die Organspende zum Normalfall werden". Bisher sind Entnahmen in Deutschland nur möglich, wenn jemand ausdrücklich zustimmt.

Spahn will Debatte über automatische Organspenden

Zwar stelle eine solche Neuregelung einen Eingriff des Staates "in die Freiheit des Einzelnen" dar, doch seien alle bisherigen Versuche der Politik, die stark zurückgehende Zahl der Organspender wieder zu erhöhen, "leider ohne Erfolg" geblieben, erklärte Spahn weiter. "Deshalb brauchen wir eine breite gesellschaftliche Debatte über die Widerspruchslösung."

Einen Gesetzentwurf werde er dazu nicht in den Bundestag einbringen, kündigte Spahn an und sprach sich zunächst für eine Diskussion zu dem Thema im Bundestag aus.

Spahn hatte erst vor wenigen Tagen angekündigt, die Zahl der Organspenden durch eine bessere Vergütung der Krankenhäuser erhöhen zu wollen, da es den Krankenhäusern vielfach an Zeit und Geld fehle, um Spender zu identifizieren.

Die Zahl der Organspender hatte nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation im vergangenen Jahr mit 797 einen Tiefpunkt erreicht. Im ersten Halbjahr 2018 gab es eine Zunahme. Ende August hatte Spahn gesagt, dass 10.000 Menschen in Deutschland auf ein Spendeorgan warten.

mad / DPA / AFP

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