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Herzinfarkt: Risikofaktor Bundesland

Der neue Herzbericht zeigt: In Deutschland sterben weniger Menschen als früher an einem Infarkt. Allerdings diskutieren Mediziner über unnötige Operationen. Zudem fällt auf, dass in manchen Bundesländern relativ gesehen mehr Menschen einem Infarkt erliegen als in anderen.

Von Tim Braun

Dass er es wieder einmal ganz alleine geschafft hat, erfüllt Ernst Bruckenberger mit Stolz - das kann man hören. Das ist verständlich: Seit 1989 wertet Bruckenberger die Daten der kardiologischen Versorgung in Deutschland - also die Behandlung sämtlicher Herzkrankheiten heruntergebrochen bis auf Kreisebene - aus und fasst sie auf mehr als 200 Seiten zusammen. Den Bericht verlegt er selbst. Als Hobby, wie er sagt. "Dazu gehört eine Menge Idealismus", sagt Bruckenberger. Durch Vorträge und Beratertätigkeit könnte sich der Einsatz auch lohnen.

2007 führten Ärzte hierzulande etwa 90.000 Herzoperationen durch - 74 Prozent der Patienten waren älter als 70 Jahre, beinahe zwei Drittel davon waren Männer. Erfreulich: Die Zahl der Menschen, die an einem Herzinfarkt sterben, ohne medizinisch versorgt worden zu sein, sinkt. Im Vergleich zu 1995 schafft es heute fast ein Viertel aller Herzinfarkt-Patienten mehr ins Krankenhaus. "Das ist unter anderem Folge einer verbesserten Notfallversorgung", so Bruckenberger.

70 Prozent Mehrkosten

Solche Verbesserungen sind teuer. Die Kosten für Diagnose und Therapie bei akutem Herzinfarkt sind seit 2002 bei Frauen um rund 63 Prozent und bei Männern um mehr als 70 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Insgesamt stiegen die Krankheitskosten im selben Zeitraum bei Frauen um 5,9 Prozent und bei Männern um 11,2.

Zumindest an Anerkennung mangelt es nicht. "Da die Zahlen nach den einzelnen Bundesländern aufgeschlüsselt sind, ist der Herzbericht zu einer wichtigen Informationsquelle für die Deutsche Herzstiftung, aber auch für die Herzchirurgen und Kardiologen in Klinik und Praxis sowie die politische Verantwortlichen geworden", schreibt Hans-Jürgen Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, im Vorwort des Berichtes. Dabei ist Bruckenberger nicht einmal Kardiologe, sondern Jurist. Er hat jahrzehntelang als Referatsleiter für Krankenhausplanung, -finanzierung und -bauplanung im niedersächsischen Gesundheitsministerium gearbeitet.

Der Autor selbst erklärt dies vor allem mit dem Grenznutzeneffekt: Ab einem gewissen Niveau koste eine kleine Verbesserung wesentlich mehr als ein größerer Schritt von einem niedrigen Level. Aber auch Bruckenberger stellt zur Diskussion, ob Mitteleinsatz und Erfolg im richtigen Verhältnis stehen. Beispielsweise steigen seit Jahren die Zahlen der Linkskatheter-Untersuchungen und Ballondilatationen - bei der mittels eines Katheters ein Ballon in das verengte Gefäß eingeführt und über Pressluft gedehnt wird. Pro einer Millionen Einwohner wurden in Deutschland 9798 Linkskatheteruntersuchungen und 3536 Ballondilatationen durchgeführt. Die Kosten für die Linkskatheter-Untersuchungen liegen schätzungsweise bei 650 Millionen, beziehungsweise für die Ballondilatationen bei über eine Milliarde Euro. In Österreich und die Schweiz wenden Kardiologen die beiden Techniken seltener an - und es sterben nicht mehr Menschen an Herzerkrankungen.

Der überproportionale Anstieg der Ausgaben hat längst zu einer Diskussion darüber geführt, ob in manchen Ballungsgebieten nicht eine Überversorgung stattfände, sagt ein Kardiologe, der nicht genannt werden will. Teilweise würden Ballondilatationen auch durchgeführt, ohne einen lebensverlängernden Nutzen zu haben - beispielsweise bei Patienten mit chronischen Herzleiden.

Unterschiede in den Bundesländern

Von allgemeiner Überversorgung kann in Deutschland aber keineswegs gesprochen werden; nicht einmal von einer gleichmäßigen Versorgungslandschaft. In Brandenburg beispielsweise kommen über 50.000 Einwohner auf einen Kardiologen; ähnlich ist die Situation in Sachsen-Anhalt, und Mecklenburg-Vorpommern. In Bayern dagegen sind es rund 31.000, im Saarland nur 24.000.

Da klingt es nicht überraschend, dass in Sachsen-Anhalt mehr Menschen an einem akuten Herzinfarkt sterben, als in Bayern. Dass die Kardiologendichte allein keine geringen Sterbeziffern garantiert, zeigt aber das Beispiel des Saarlandes: 2006 starben dort pro 100.000 Einwohner 86 an einem akuten Herzinfarkt. Im Vergleich: In Bayern waren 71, in Sachsen-Anhalt 104, in Schleswig-Holsteins 54.

Wie kommen diese Unterschiede zustande? Es ist nicht einer, es sind mehrere Gründe - und bis ins letzte Detail sind die Ursachen noch nicht erklärt. Klar ist allerdings: "Vieles hat mit den Lebensgewohnheiten der Menschen zu tun", wie ein Sprecher des Ministeriums für Gesundheit und Soziales in Sachsen-Anhalt sagt. Dort wurden vor zehn Jahren sogenannte Gesundheitsziele formuliert - unter ihnen auch ein deutlicher Rückgang von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Durch eine Veränderung des Lebensstils - mehr Bewegung, gesündere Ernährung, Nichtrauchen und geringen Alkoholkonsum - lässt sich das Herzinfarkt-Risiko senken. Doch vor dem Hintergrund einer oft angespannten sozialen Lage vieler Menschen - etwa durch Arbeitslosigkeit-, sei es nicht einfach, sie für eine gesunde Lebensführung zu sensibilisieren, heißt es im Ministerium. Das Ziel, die Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken, wurde jedenfalls bisher nicht erreicht.

Laut Bruckenberger spielt auch das Durchschnittsalter eine Rolle: Es sei in den Bundesländern, in denen mehr Menschen an einem Infarkt sterben, höher als in den anderen. Insgesamt aber ist die Bilanz positiv: Aus dem Bruckenberger-Report geht hervor, dass 2006 in Deutschland pro 100.000 Einwohner 73 Menschen an akutem Herzinfarkt starben - das sind rund elf Prozent weniger als 1995.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(