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Sonya Kraus ließ Brust entfernen Brustkrebs: Diagnose, Symptome und Vorsorge – was Frauen wissen sollten

Moderatorin Sonya Kraus kämpft seit Herbst mit einer Brustkrebserkrankung
Moderatorin Sonya Kraus kämpft seit Herbst mit einer Brustkrebserkrankung
© Frederic Kern/Geisler-Fotopress / Picture Alliance
Sie warb für Krebsvorsorge, 2021 erhielt Sonya Kraus dann selbst die Diagnose Brustkrebs und hat sich nun die Brüste abnehmen lassen. Was sind die Symptome? Und wie häufig tritt die Krebsform auf? Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Moderatorin Sonya Kraus hat sich in den Folgen ihrer Brustkrebserkrankung die Brüste operativ entfernen lassen. Die  durch Sendungen wie "Talk, Talk, Talk" bekannt gewordene Moderatorin kämpft seit dem letzten Herbst gegen ihre Erkrankung, mehr erfahren Sie hier im Interview.  

Wie häufig tritt Brustkrebs auf? Was sind die Symptome? Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich im Körper verbreitet? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wie häufig ist Brustkrebs?

Brustkrebs ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) mit jährlich 70.000 Neuerkrankungen die häufigste Krebsform bei Frauen in Deutschland. Tumoren der Brust treten in einem früheren Lebensalter auf als die meisten anderen Krebsarten. Knapp jede sechste betroffene Frau ist bei Erhalt der Diagnose jünger als 50 Jahre. Für Patientinnen ist die Diagnose meist ein Schock, doch Brustkrebs ist heutzutage gut behandelbar. Durch Fortschritte in der Therapie haben sich die Überlebenschancen deutlich verbessert, schreibt das RKI.

Brustkrebs-Früherkennung

In Deutschland gibt es ein gesetzliches Krebsfrüherkennungs-Programm. Die entsprechenden Angebote werden von den Krankenversicherungen bezahlt. Bei der Brustkrebsvorsorge zählt dazu:

  • ab dem 30. Lebensjahr können sich Frauen einmal jährlich die Brüste und Achselhöhlen vom Frauenarzt abtasten lassen. Dazu gehört auch, dass der Arzt Ihnen zeigt, wie Sie die Brust zwischenzeitlich und regelmäßig selbst untersuchen können.  
  • ab dem 50. bis einschließlich 69. Lebensjahr bekommen Frauen alle zwei Jahre per Post eine Einladung zum sog. Mammographie-Screening, das Krebstumore schon im Frühstadium erkennen soll.

Selbstuntersuchung der Brust
Egal wie jung oder alt - jede Frau kann sich selbst untersuchen. Zwar ist der klare wissenschaftliche Nutzen dieser Methode bisher nicht belegt, Studien zeigen aber, dass viele Brustkrebsfälle durch die betroffenen Frauen selbst entdeckt werden. So sollen Frauen möglichst einmal im Monat ihre Brüste und Achselhöhlen im Spiegel anschauen und sie abtasten. Dieses Video erklärt, wie es funktioniert. Entdecken Sie einen Knoten, ein Größenunterschied oder andere auffällige Symptome an Ihrer Brust oder den Brustarzen, gehen Sie zeitnah zu Ihrem Frauenarzt. Warten Sie nicht, bis zur nächsten Routineuntersuchung oder Früherkennungstermin.

Mammografie-Screening
Das Mammografie-Screening ist eine Röntgen-Untersuchung der Brüste für gesunde Frauen ohne Symptome. Es wird ausschließlich von spezialisierten Zentren durchgeführt. Die Methode eignet sich, weil sie - im Gegensatz zur Tastuntersuchung - auch sehr kleine Tumoren in einem frühen Stadium erkennen hilft. Eine Anmeldung zum Mammographie-Screening ist nicht notwendig, alle Frauen der betroffenen Altersgruppe werden angeschrieben und eingeladen.

Ultraschall
Ergänzend zur Tastuntersuchung und Mammografie kann Ultraschall wertvolle Zusatzinformationen liefern. Als alleinige Methode zur Brustkrebsdiagnose gilt Ultraschall aber als nicht treffsicher genug. Deshalb wird es auch nicht von der Kasse übernommen. Bei bindegewebsreicher Brust – also besonders bei jungen Frauen vor den Wechseljahren – kann Ultraschall aber aussagekräftiger sein, während die Auswertung von Mammografie-Aufnahmen in jüngeren Jahren schwierig ist.

Weitere Informationen finden Sie in dieser Broschüre der Deutschen Krebshilfe (PDF) und auf der Internetseite des Krebsinformationsdienstes.

Die Westdeutsche Studiengruppe (WSG) mit Sitz in Mönchengladbach evaluiert und optimiert Therapien zur Brustkrebsbehandlung und setzt sich für eine eine Individualisierung der Brustkrebstherapie ein.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren erhöht das Krebsrisiko: Dazu zählen das Lebensalter, die hormonelle Situation, der Lebensstil, aber auch möglicherweise vererbte Risikogene.

Lässt sich Brustkrebs vorbeugen?

Vor Krebs kann man sich nicht schützen. Dennoch scheinen einige Faktoren zur Senkung des Brustkrebsrisikos beizutragen. Dazu zählen ein gesundes Gewicht, ein geringer Alkoholkonsum und regelmäßige Bewegung – vor allem nach den Wechseljahren.

Was sind typische Symptome?

Brustkrebs macht sich nicht immer durch Symptome bemerkbar. Dennoch gibt es Anzeichen, die Frauen ernst nehmen und abklären lassen sollten.  Wer beim regelmäßigen Abtasten der Brust und der Achselhöhlen Knoten, Verdichtungen oder Verhärtungen bemerkt, sollte aufmerksam sein. Dass Brüste unterschiedlich groß sein können, ist normal. Tritt dies zum ersten Mal auf, ist es allerdings ratsam, das einmal abklären zu lassen. Auch Veränderungen an der Brustwarze sowie klare oder blutige Absonderungen können ein Alarmsignal sein. Daneben raten Experten, auch bei einem Einziehen der Brusthaut, nicht abklingenden Rötungen oder einer "Apfelsinenhaut" sowie einseitig brennenden Schmerzen oder einem Ziehen in der Brust den Arzt aufzusuchen.

Wie häufig kehrt Brustkrebs zurück?

Bei etwa fünf bis zehn von hundert Patientinnen kommt es innerhalb von zehn Jahren erneut zu einem Tumor in der Brust. Bei einem Teil dieser Frauen finden sich auch Tumorzellen in den Lymphknoten der Achselhöhle oder unter dem Schlüsselbein, schreibt der Krebsinformationsdienst. Auch dann sprechen Ärzte noch von einem Lokalrezidiv, salopp gesagt, einem Rückfall. Behandelt wird ähnlich wie beim ersten Auftreten des Krebses. Wurde die Brust erhalten, kann nun allerdings eine Mastektomie, eine Entfernung der Brust, nötig sein, um das Risiko für ein Wiederauftreten zu senken.

Wie häufig streut Brustkrebs?

Hat sich der Krebs im Körper ausgebreitet und andere Organe - etwa die Knochen oder die Leber - befallen, sprechen Fachleute von Metastasen. Langfristig, so der Infodienst, müsse jede vierte Patientin mit Metastasen rechnen. Allerdings sind das nur Durchschnittswerte. Das individuelle Risiko hängt von vielem ab - etwa davon, wie weit der Krebs schon bei der ersten Behandlung fortgeschritten war und welcher Art er ist. Generell sinkt das Risiko mit der Zeit. Allerdings gilt bei Brustkrebs: "Auch noch viele Jahre nach der ersten Erkrankung sind Metastasen nicht völlig ausgeschlossen." Am häufigsten streut der Krebs in Knochen, Leber und Lunge. Hirn- oder Hautmetastasen sind seltener.

Wie ist die Prognose, wenn der Krebs gestreut hat?

"Bei vielen Frauen lässt sich die Erkrankung dank moderner Therapien längerfristig aufhalten", schreibt der Krebsinformationsdienst. Die Krankheit kann also unter Kontrolle gebracht werden. "Immer mehr Frauen mit einem fortgeschrittenen Mammakarzinom können damit rechnen, trotz der Metastasen noch lange zu leben." Sie brauchen zwar eine Therapie, leben aber mit dem Krebs wie mit einer chronischen Erkrankung. Allerdings: Über den Verlauf einer einzelnen Erkrankung sagen Statistiken wenig aus. "Manche Frauen leben Jahrzehnte mit Metastasen, bei anderen verschlechtert sich die Erkrankung sehr rasch, trotz Therapie."

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

In der Regel ist die Diagnose Brustkrebs kein medizinischer Notfall. "Jede Frau, bei der sie gestellt wurde, hat ausreichend Zeit, um sich über die Behandlungsmöglichkeiten zu informieren", heißt es auf der Seite des Krebsinformationsdienstes.

Der erste Schritt ist meist eine Operation, in der der Tumor entfernt wird. Viele Frauen haben Angst, dabei ihre Brust zu verlieren. Doch in den meisten Fällen ist eine brusterhaltende Operation möglich. Größere Tumoren können unter Umständen durch eine vorgeschaltete Chemotherapie verkleinert werden, ehe operiert wird. Eine Mastektomie – eine vollständige Abnahme der Brust – wird meist nur dann vorgenommen, wenn sich mehrere Knoten im Gewebe befinden oder der Tumor besonders groß ist.

In einem nächsten Schritt schließt sich eine Bestrahlung der Brust an, die das Risiko eines Rückfalls im verbliebenen Gewebe senken soll. Nach einer erfolgten Mastektomie entscheidet der behandelnde Arzt, ob dies im Einzelfall sinnvoll ist.

Der Bestrahlung folgt meist noch eine medikamentöse Behandlung – entweder eine Hormonentzugsbehandlung, eine Chemotherapie oder eine Therapie mit sogenannten zielgerichteten Antikörpern. So soll das Risiko für Rückfälle gesenkt werden. Mitunter können die Verfahren auch kombiniert werden.

Wo finde ich weitere Informationen zum Thema?

Ausführliche Informationen gibt es auf den Seiten des Krebsinformationsdienstes. Frauen, bei denen Brust- oder Eierstockkrebs bereits gehäuft in der Familie aufgetreten ist und bei denen der Verdacht auf ein genetisches Risiko besteht, finden Ansprechpartner beim "Deutschen Konsortium für familiären Brust- oder Eierstockkrebs". Hilfe bei der Suche nach einem guten Arzt oder einer Klinik bietet ein Informationsblatt, das hier abrufbar ist. Der Krebsinformationsdienst ist ebenfalls über eine Hotline erreichbar (0800 - 420 30 40) - täglich von 8 bis 20 Uhr und kostenlos. Auch die Deutsche Krebsgesellschaft hat ausführliche Informationen für Patientinnen gesammelt.

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