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Kritik an Krankenhäusern 40 Prozent aller Rechnungen sind falsch

Operation gelungen, Kasse arm? Viele Krankenhäuser stellen überhöhte Rechnungen
Operation gelungen, Kasse arm? Viele Krankenhäuser stellen überhöhte Rechnungen
© Colourbox
Mal sind es unnötige oder zu lange Krankenhausaufenthalte, mal fehlerhaft aufgeführte Behandlungen: Einem internen Papier der Krankenversicherung zufolge reichen viele Krankenhäuser überhöhte Rechnungen ein. Der Schaden für das Gesundheitssystem geht in die Milliarden.

Fehlerhafte Krankenhausabrechnungen fügen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) jährlich enorme finanzielle Schäden zu. "Zwei von fünf geprüften Krankenhausrechnungen erweisen sich als fehlerhaft", heißt es in einem internen Papier des GKV-Spitzenverbands, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Hochgerechnet sei davon auszugehen, "dass dem Krankenversicherungssystem jährlich ein wirtschaftlicher Gesamtschaden von etwa 1,5 Milliarden Euro durch fehlerhafte Krankenhausabrechnungen zugefügt wird".

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) überprüft aus allen Krankenhausabrechnungen nur diejenigen genauer, bei denen es Anhaltspunkte für mögliche Unstimmigkeiten gibt. Das sind nach Angaben eines GKV-Sprechers etwa zehn bis zwölf Prozent aller Abrechnungen. Von diesen geprüften Abrechnungen wiesen im Jahr 2009 knapp 43 Prozent tatsächlich auch Fehler auf.

Verband beklagt Benachteiligung der Krankenkassen

Bei den falschen Abrechnungen handle es sich um "unnötige" sowie um "notwendige, aber zu lange Krankenhausaufenthalte". Die dritte Fehlerkategorie seien sogenannte Kodierfehler. Hier führt den Angaben zufolge eine falsche Einordnung von Diagnosen oder Behandlungen zu überhöhten Rechnungsbeträgen.

Der GKV-Spitzenverband beklagt in dem Papier eine Benachteiligung der Krankenkassen gegenüber den Kliniken. Die Kassen sind per Gesetz verpflichtet, mit Hilfe des Medizinischen Dienstes Krankenhausabrechnungen zu überprüfen. Werden dabei keine Unregelmäßigkeiten aufgedeckt, muss die Krankenkasse der Klinik eine Aufwandspauschale in Höhe von 300 Euro zahlen.

"Wenn die Prüfung allerdings zu einer Minderung des Abrechnungsbetrags führt, erhält die Krankenkasse keine Aufwandspauschale vom Krankenhaus", kritisiert der GKV-Spitzenverband in dem Papier. "Dadurch werden die Krankenkassen gegenüber den Krankenhäusern benachteiligt."

be/AFP AFP

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