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Seuche: Vogelgrippe erreicht Großbritannien

Zum zweiten Mal binnen zwei Wochen gibt es in Europa einen Vogelgrippe-Fall: Das auch für Menschen gefährliche H5N1-Virus wurde auf einer Geflügelfarm in Großbritannien nachgewiesen. 159.000 Truthähne wurden gekeult.

Bei dem Erreger, der auf einem Hof mit 159.000 Truthähnen auftrat, handelt es sich um die hochansteckende asiatische Variante, wie das Londoner Umweltministerium mitteilte. Erst Ende Januar waren Tiere auf einer Gänsefarm in Ungarn an H5N1 erkrankt.

Behörden erst zwei Tage später informiert

Auf dem Truthahn-Hof in der Grafschaft Suffolk nordöstlich von London verendeten 2.500 Tiere, die Behörden ordneten die Keulung des gesamten Bestandes an. Es ist das erste Mal, dass H5N1 in Großbritannien bestätigt wurde, seit das Virus im März vergangenen Jahres bei einem wilden Schwan nachgewiesen wurde. Laut einem Zeitungsbericht verendeten die ersten Truthähne bereits am Dienstag. Erst zwei Tage später seien die Behörden informiert worden, schrieb der "Sunday Telegraph".

Im Umkreis von zehn Kilometern um den Hof wurde Stallpflicht für Geflügel angeordnet, außerdem muss Federvieh auf einem gut zwei Kilometer großen Gebiet von Wildvögeln ferngehalten werden. Menschen sind auf der Truthahnfarm nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums nicht erkrankt. Das Vogelgrippe-Virus hat seit Ende 2003 weltweit mindestens 164 Menschen das Leben gekostet.

WHO bestätigt Vogelgrippe-Todesfall in Nigeria (Lagos)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte unterdessen den ersten tödlichen Vogelgrippe-Fall in Nigeria. Tests im WHO-Labor in London belegten laut nigerianischen Regierungsangaben vom Samstag, dass eine kürzlich verstorbene Frau sich mit dem H5N1-Virus infiziert hatte. Nigeria hatte am Mittwoch bekannt gegeben, dass die 22-Jährige Mitte Januar einer Infektion mit dem Vogelgrippe-Erreger erlegen war. In dem westafrikanischen Land wurde Vogelgrippe unter Geflügel schon in fast der Hälfte seiner Staaten nachgewiesen, vor dem jüngsten Fall war jedoch noch kein Überspringen des Erregers auf Menschen bekannt. Bisher wurden Vogelgrippe-Infektionen bei Menschen lediglich im Nordosten des Kontinents registriert: in Ägypten und Dschibuti.

In Ägypten starben elf Menschen nach einer H5N1-Infektion. Nach Angaben von WHO-Experte David Nabarro wird es in den kommenden Monaten weitere Vogelgrippe-Fälle bei Tieren geben. Der Grund sei vor allem eine Ausbreitung des Virus durch Zugvögel, sagte Nabarro.

DPA / DPA

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