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Gesundheit Kopf oder Fitness? Dieser Faktor entscheidet über Erfolg beim Sport

Eine Frau macht einen Leistungstest auf dem Laufband
Mit dem sogenannten VO2 max Wert lässt sich beziffern, wie gut eine Sportlerin oder Sportler trainiert ist. Für die genaue Messung sind aufwendige Untersuchungen auf dem Laufband notwendig.
© Jakob Lund/ Adobe Stock
Man muss den Sieg nur wollen, ist ein Satz, den Sportler:innen häufig hören. Aber ist es wirklich die mentale Stärke, die über den Erfolg entscheidet? Eine neue Studie gibt klare Hinweise.

Es gibt im Sport zahlreiche Momente, über die später gesagt wird, das war ein Sieg des Willens. Das gilt für Profis genauso wie für Amateure. Manchmal heißt es auch, jemand hat nur gewonnen, weil sie oder er es am meisten wollten. Ich habe diese Sätze auch oft gehört in meiner Zeit als Tennis- oder Basketballspielerin, wenn wir bei irgendwelchen Turnieren waren. Aber was ist eigentlich dran an dem Sportlersprech? Was ist wichtiger, die Fitness, das sportliche Können und Talent – oder der Wille?

Dazu wurde jetzt eine kleine Studie veröffentlicht, die Hinweise geben könnte, welcher dieser Faktoren der wirklich ausschlaggebende ist. Veröffentlicht wurde die Untersuchung im European Journal of Sport Science  und durchgeführt von einem Team des Swiss Federal Institute of Sport. Leider wurden nur 25 Personen untersucht, eine größere Menge wäre wünschenswert. Die 17 Jungs und acht Mädchen waren Mitglieder des U17-Rad-Nationnalteams. Sie unterzogen sich zahlreichen psychologischen und physiologischen Untersuchungen. 

Um die Fitness bewerten zu können, wurde der sogenannte VO2max-Wert untersucht. Er beziffert, wie viel (Volumen = V) Sauerstoff (O2) Herz und Lungen unter maximaler Belastung (max) an die Muskeln liefern und wie viel davon vom Körper pro Minute verwertet werden kann. Der VO2max-Wert gilt in der Sportwissenschaft als Goldstandart und wird in ml/min/kg angegeben. Mit 63 ml/min/kg bei den Probandinnen und 71 ml/min/kg bei den männlichen Studienteilnehmern lagen alle mindestens im Bereich "hochtrainiert".

Um nun die Psyche der Radfahrer:innen bewerten zu können, wurden fünf Segmente betrachtet: mentale Techniken, Selbstmitgefühl (wie man sich selbst kritisiert und sieht), mentale Härte (wie man nach Niederlagen oder Fehlern reagiert), Erfolgsmotivation und Handlungsorientiertheit (wie schnell man sich wieder fokussiert nach Fehlern). Durchgeführt wurde die Untersuchung auf einer kurzen und geschützten Teststrecke. Die Gegebenheiten waren für alle nahezu identisch, ablenkende Faktoren wurden eliminiert. 

Ist es ein Sieg des Willens? Oder der Körperkraft

Am Ende wurden alle ermittelte Daten in Zahlen umgerechnet, die mittels eines komplizierten Abgleichs miteinander ins Verhältnis gesetzt wurden. Das eindeutige Ergebnis: Der körperliche Faktor, also der VO2max-Wert war der Faktor, der am stärksten über den Erfolg entschied. Im Verhältnis zogen die Wissenschaftler:innen den Schluss, dass der physische Wert zu 77 Prozent und der psychologische zu 23 Prozent über die erbrachte Leistung entscheiden.


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