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Spritzen: Dicker Po, geringe Wirkung

Ein dicker Po ist nicht nur ein kosmetisches Problem: Fettpolster am Hinterteil führen dazu, dass Spritzen dort einen schwächeren oder gar keinen Effekt haben.

Größere Fettpolster am Gesäß können die Wirkung einer Spritze in den Po verringern. Zu diesem Ergebnis gelangen Forscher um Victoria Chan vom Adelaide-and-Meath-Krankenhaus in Dublin nach Untersuchungen an 50 Patienten, die unterschiedlich viel Fettgewebe im Bereich der Hüfte aufwiesen. Nachdem die Wissenschaftler den Männern und Frauen eine Spritze verabreicht hatten, verfolgten sie mithilfe einer Computertomografie die Verteilung der injizierten Flüssigkeit. Diese erreichte in 68 Prozent der Fälle nicht den Gesäßmuskel und damit ihr Ziel, fanden die Forscher heraus.

Der Grund dafür seien eindeutig die Fettpolster über dem Muskel, die verhindern, dass normale Injektionsnadeln tief genug ins Gewebe eindringen können. Die Wissenschaftler präsentierten ihre Studienergebnisse auf dem Jahrestreffen der Radiologischen Gesellschaft von Nordamerika in Chicago.

Impfen, verhüten, Schmerzen lindern

Injektionen in den Gesäßmuskel dienen oft zur Verabreichung von Impfstoffen, Verhütungsmitteln oder Schmerzmitteln. Die bevorzugte Injektionsstelle dabei ist die obere, äußere Region des Gesäßes, weil dort kaum große Blutgefäße, Nerven und Knochen liegen, die durch die Nadel beschädigt werden könnten. Zugleich besitzt der Gesäßmuskel dort viele kleine Blutgefäße, durch die ein Wirkstoff schnell in den Organismus aufgenommen werden kann. Gerade das scheint aber häufig nicht zu passieren, befürchten die irischen Forscher nun.

Für ihre Studie versetzten sie die Testinjektionen mit einer kleinen Luftblase, deren Weg sie im Körper verfolgten. Außerdem ermittelten sie die Dicke des Fettgewebes im Bereich der Injektionsstelle.

Fett verhindert die Wirkung

Die Bilanz: In nur 32 Prozent der Fälle war die Injektion erfolgreich, während beim Rest eine mehr oder weniger dicke Fettschicht am Po die Verteilung der injizierten Flüssigkeit behinderte. Da Fettgewebe nämlich viel weniger Blutgefäße besitzt als Muskelgewebe, wird bei fettleibigen Personen weniger Wirkstoff in den Blutstrom aufgenommen. Dadurch hat das Medikament entweder nur einen geringen oder im Extremfall überhaupt keinen Effekt, weil die aufgenommene Wirkstoffmenge zu gering ist. Der im Fettgewebe verbleibende Wirkstoff kann außerdem eine lokale Entzündung hervorrufen.

Besonders schlecht ist die Erfolgsbilanz von Gesäßinjektionen bei Frauen, wie die Studie zeigte. Während bei 56 Prozent der Männer die Injektion das gewünschte Ergebnis erbrachte, war das lediglich bei 8 Prozent der Frauen der Fall. Nach Ansicht von Chan ist der Grund dafür der generell höhere Fettanteil bei Frauen im Vergleich zu dem der Männer. Durch längere Nadeln könnte die Erfolgsrate von Injektionen in den Gesäßmuskel aber verbessert werden, glaubt die Wissenschaftlerin.

DDP / DDP
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