VG-Wort Pixel

Coronavirus-Pandemie Probleme mit Boostern und Tests: Die Omikron-Welle hat die USA fest im Griff

In Winterkleidung und mit OP-Masken stehen Menschen in New York in einer mit Abesperrbändern geordneten Warteschlange
Die USA haben Probleme mit den Testkapazitäten. Wie hier in New York müssen Menschen für einen Corona-Test schlangestehen
© Seth Wenig/AP / DPA
In den USA sorgt die Omikron-Variante für hohe Corona-Zahlen und immer mehr Krankenhauseinweisungen. Besonders betroffen: New York. Dort fehlt es nicht nur an Boosterimpfungen.

Angesichts der sich rasant ausbreitenden Omikron-Variante schlagen die New Yorker Gesundheitsbehörden Alarm. Nicht nur die Infektionszahlen schießen in die Höhe, auch die schweren Krankheitsverläufe nehmen wieder zu. Besonders dramatisch: Immer mehr Kinder kommen mit einer Viruserkrankung ins Krankenhaus.

In New York wurde seit Anfang des Monats "ein vierfacher Anstieg der Covid-19-Krankenhauseinweisungen bei Kindern unter 18 Jahren festgestellt", wie die Behörden am Freitag mitteilten. Ungefähr die Hälfte der Patienten sei jünger als fünf Jahre. Unter Fünfjährige dürfen im Gegensatz zu allen anderen Altersgruppen in den USA noch nicht geimpft werden.

Coronavirus: Krankenhauseinweisungen nehmen zu

In den letzten Wochen sind die Corona-Zahlen im ganzen Land explodiert: Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität gab es in den USA in den vergangenen sieben Tagen durchschnittlich fast 190.000 Neuinfektionen pro Tag.

New York allein meldete am 24. Dezember 49.708 neue Corona-Fälle und am 25. noch einmal 36.454 – mehr als jeder andere US-Bundesstaat, wie die "New York Times" berichtet. "Das ist keine Überraschung", sagte Gouverneurin Kathy Hochul laut "CNN". Omikron sei "eine sehr, sehr ansteckende Variante." Auch in Washington D.C., New Jersey, Puerto Rico und Florida treibt die neue Virusvariante die Infektionszahlen in die Höhe.

Zudem nehmen auch die schweren Krankheitsverläufe wieder zu. An Heiligabend wurden mehr als 69.000 US-Bürger mit Covid ins Krankenhaus eingeliefert, wie "CNN" unter Berufung auf Daten des US-Gesundheitsministeriums meldet. Die Daten zeigen demnach, dass sich die Krankenhauseinweisungen wegen Corona in zwölf Bundesstaaten um mindestens zehn Prozent im Vergleich zur Vorwoche erhöht haben.

Probleme mit Boosterimpfungen und Tests

Hinzukommt, dass die zunächst gut angelaufene Boosterkampagne ins Stocken geraten ist. Die "New York Times" berichtet, dass es besonders in Pflegeheimen an Impfstoff für Booster-Impfungen fehle. New York sei – wie andere Landesteile auch – mit dem Boostern zu langsam gewesen. Das bedeutet eine erhöhte Gefahr speziell für in Pflegeheimen lebenden Menschen, die besonders gefährdet sind, an Corona zu sterben.

In den USA sind erst etwas mehr als 60 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Bis zum 23. Dezember hatten 64,3 Millionen US-Amerikaner eine Booster-Impfung erhalten, das entspricht nur etwas mehr als 20 Prozent der Bevölkerung. Um Impfgegner und Impfskeptiker von einer Impfung zu überzeugen, setzt die US-Regierung zunehmend auf Druckmittel.

Gleichzeitig sind die Behörden mit einem Ansturm auf die Testinfrastruktur konfrontiert, die im Vergleich zu Deutschland kaum ausgebaut ist. Der oberste Pandemie-Berater der US-Regierung, Anthony Fauci, räumte am Sonntag ein "Testproblem" ein und versprach, den Bürgern im nächsten Monat mehr Tests zur Verfügung zu stellen. Es seien nicht für alle Tests verfügbar, sagte Fauci. Das Problem solle aber "bald" behoben sein.

Omikron-Symptome (Symbolbild einer Frau, die sich an den Hals fasst)

Tausende Flüge fallen wegen Omikron aus

Nicht nur die Krankenhäuser haben in den USA mit der neuen Omikron-Welle zu kämpfen. Mit ihrer hohen Infektiosität hat die Virusvariante auch für den Ausfall tausender Flüge über die Weihnachtstage gesorgt, berichtet "CNN". Zum Teil sei das Wetter schuld gewesen, doch die Fluglinien "Delta" und "United" hätten eingeräumt, dass sie aufgrund der Omikron-Variante mit Personalproblemen zu kämpfen hatten.

Die Entwicklung in den USA könnte zeigen, was Deutschland angesichts der Omikron-Variante bevorsteht. Obwohl die Impfquote hier höher ist als in den Vereinigten Staaten, reicht sie nach Einschätzung vieler Expertinnen und Experten nicht aus, um die Omikron-Welle in Deutschland zu stoppen. Mindestens 58,9 Millionen Menschen in Deutschland sind nach den Angaben vom Montag bisher zweifach geimpft oder haben die Einmalimpfung von Johnson & Johnson erhalten. Das sind 70,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens 30,0 Millionen Menschen (36,0 Prozent) haben zusätzlich einen "Booster" erhalten.

Quellen:"New York Times", "CNN", AFP, "HHS Protect Public Data Hub", "Our World in Data" zu Booster-Impfungen.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker