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Kinocharts: "Battleship" bleibt an der Spitze

Der Kriegspropagandafilm mit Rihanna besetzt weiterhin den Kinocharts-Thron. Aber auch zwei Newcomer haben es in die Top 10 geschafft.

Platz 10 (7) "Die Piraten - Ein Haufen merkwürdiger Typen"

Kinotrailer: "Die Piraten - Ein Haufen merkwürdiger Typen"

Regie: Peter Lord, Jeff Newitt
Darsteller: Hugh Grant, Salma Hayek, Jeremy Piven

Die Konkurrenz für Punkrock-Pirat Jack Sparrow ist aus Knete. Im Stil von "Wallace und Gromit" und "Chicken Run - Hennen Rennen" lässt die Aardman-Produktion Piraten in See stechen und dem Wunsch nachjagen, zum "Besten Piraten des Jahres" gekürt zu werden. Auftritt der seltsamsten Freibeuter der Weltmeere, unter anderem gesprochen von Hugh Grant und Salma Hayek. Fehlt eben nur noch Jack Sparrow.

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Platz 9 (8) "Iron Sky - Wir kommen in Frieden!"

Kinotrailer: "Iron Sky - Wir kommen in Frieden!"

Regie: Timo Vuorensola
Darsteller: Julia Dietze, Götz Otto, Udo Kier

Es hätte so wild, so böse, so verrückt werden können. Wurde es dann aber nur bedingt. Die finnische, großteils Fan-finanzierte Science-Fiction-Satire "Iron Sky" spielt mit der aberwitzigen Prämisse, dass sich ein paar Nazis am Ende des Zweiten Weltkrieges auf der dunklen Seite des Mondes verschanzt haben. Sie vermehren sich, bauen eine hakenkreuzförmige Basis und planen, auf die Erde zurückzukehren, um sich doch noch den "Endsieg" zu holen. Außerdem geht es um skrupellosen Wahlkampf in den USA, Basketball und eine ultimative Zerstörungsmaschine namens "Götterdämmerung". Und die Musik stammt natürlich von Laibach. Großes Plus sind zudem Schauspielernamen wie Udo Kier als Hitler-Nachfolger Kortzfleisch und Götz Otto als Brutalokarrierist, der es der Erdbevölkerung endlich heimzahlen will. Extrem positiv fällt auch Julia Dietze auf, die sich vom dümmlichen Super-BDM zur geläuterten Kämpferin für das Gute wandelt. Problem der mit zig wunderbaren Details und liebevollen Referenzen gespickten Geschichte, die in einer beeindruckenden Luftschlacht über New York endet - (Warum eigentlich nicht Berlin?) - ist, dass es noch viel wilder hätte sein können. Die Ecken und Kanten des Anfangs, die ganzen "nicht wirklich?!"-Augenblicke werden zunehmend glattgebügelt. Was schade ist, denn die Optik ist grandios. Es wird aber ganz sicher nicht der letzte Film von "Star Wreck"-Regisseur Timo Vuorensola gewesen sein.

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Platz 8 (-) "Einmal ist Keinmal"

Kinotrailer: "Einmal ist keinmal"

Regie: Julie Anne Robinson
Darsteller: Katherine Heigl, Jason O'Mara, Daniel Sunjata

Als "Grey's Anatomy"-Star Katherine Heigl den Sprung auf die Leinwand wagte, war sie vor allem eins: vielversprechend. Die unkonventionelle Blondine schien mit Filmen wie "Knocked Up" auf dem besten Weg, ihr eigenes Ding abseits der McDreamy-Welt zu machen. Doch irgendwie ist sie bei der Drehbuchwahl immer wieder an den falschen Geschichten hängen geblieben: "27 Dresses", "Die nackte Wahrheit", der furchtbare "Killers", "So spielt das Leben" oder auch ihr Auftritt in "Happy New Year" stutzen die 33-Jährige allesamt zum öden "Rette mich"-Blondchen. Und das hat Heigl nun wirklich nicht verdient. Deshalb schien es erstmal ein guter Anfang, dass "Izzy" sich für "Einmal ist keinmal" die Haare dunkel gefärbt hat. Gegen die Erwartung. Und auch, dass sie zur Kautionsjägerin wird, ist nett. Hat ja schon bei Jennifer Aniston funktioniert. Aber dann ist sie eben doch wieder das Mädchen, das gerettet werden muss, und wenn sie wegen eines Cupcakes alle Vorsätze über Bord und den harten Kerl in ihr Bett wirft, hat es sich auch schon wieder mit der Begeisterung für den Film. Heile, heile Macho-Welt.

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Platz 7 (6) "Spieglein, Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen"

Kinotrailer: "Spieglein Spieglein - Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen"

Regie: Tarsem Singh
Darsteller: Julia Roberts, Lily Collins, Armie Hammer

Keine Ahnung warum, aber Schneewittchen liegt gerade im Trend. Gleich zwei Filme über das Mädchen mit den Lippen so rot wie Blut, den Haaren so schwarz wie Ebenholz und der Haut so weiß wie Schnee kommen dieses Jahr in die Kinos. "Twilight"-Bella kommt später, den Anfang macht Lily Collins als etwas naives aber schlagfertiges Prinzesschen, das sich mit einer Julia Roberts als Stiefmutter herumschlagen muss, bevor es Aufnahme bei surrealen Zwergen findet. Hatte Regisseur Tarsem Singh mit seinem seltsamen Märchen "The Fall" (2006) noch begeistert, holzt "Spieglein, Spieglein" leider ein bisschen unentschieden hinter den sieben Bergen herum. Ja, Roberts ist ein großer Spaß als verbittert-verbissene Ex-Schönheitskönigin. Aber man vermutet sie eher auf der 5th Avenue mit einer "Vogue" unterm Arm als im Märchenland. Collins bleibt daneben eher farblos. "Snow White and the Huntsman" verspricht einfach so viel mehr.

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Platz 6 (4) "Titanic 3D"

Kinotrailer: "Titanic 3D"

Regie: James Cameron
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Billy Zane, Kate Winslet

Es gibt ein Vor und ein Nach "Titanic". James Cameron ist 1997 nicht nur krasser Realismus gelungen, der trotzdem Kino bleibt, sondern auch die perfekte Fusion aus Schnulze und Actionfilm. Es gab elf Oscars, Leonardo DiCaprio und Kate Winslet wurden zu Superstars, und Cameron rief sich selbst - entsprechend der Szene im Film - zum "König der Welt" aus. König der Kinowelt ist er allemal. Für damals unglaubliche 200 Millionen Dollar wurde die Geschichte vom ultimativen Untergang erzählt. Unglaubliche 1,85 Milliarden hat die Liebesgeschichte mit tödlichem Ausgang eingespielt. Nach dem gigantischen Weiterdreh der 3D-Technik mit "Avatar" hat Technik-Visionär Cameron in jahrelanger Arbeit auch "Titanic" die Dreidimensionalität geschenkt. Das Ergebnis ist megaloman wie verblüffend. Die Tiefe des Raums wirkt nach kurzer Zeit natürlich, die Brille auf der Nase ist vergessen, wenn der Ozean sich das riesige, "unsinkbare" Schiff holt. Man ist einfach beeindruckt davon, was Kino kann. Und jedes Mal wieder hofft man, dass die "Titanic" vielleicht doch nicht untergeht.

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Platz 5 (-) "Chronicle - Wozu bist du fähig?"

Kinotrailer: "Chronicle - Wozu bist du fähig?"

Regie: Josh Trank
Darsteller: Dane DeHaan, Alex Russell, Michael B. Jordan

Was anfänglich aussieht wie ein weiterer Jungsfilm mit wackliger Kamera und lauernden Monstern, ist ein beeindruckendes Lehrstück über Erwachsenwerden und Weltpolitik. Drei Jungs - der coolste der Schule (Steve), der lässigste (Matt) und der Loser (Andrew) - finden ein außerirdisches Etwas, das ihnen große Macht verleiht: von der Telekinese bis zum Fliegen. Frage: Was macht man damit? Weil ihnen Spidermans weise Tante fehlt - "Mit großer Macht kommt große Verantwortung" - geht die Sache nach vorerst eher harmlosen Scherzen gewaltig schief, wenn der Loser die neue Macht zur Bekämpfung der alten Ohnmacht missbraucht. Nach Himmelsfootball gibt es Streit, und bald sterben Menschen. Der "Blair Witch Project"-Effect der Kamerabilder, die überhaupt nur entstehen, weil Andrew zum Schutz vor dem prügelnden Vater alles filmt, verliert bald den Grusel und verleiht dem Film eine Fallhöhe, die man zuerst kaum erwartet. Gespenstisch ist das Leben des Jungen mit der sterbenden Mutter und dem Alkoholikervater - mehr als die Tatsache, dass er plötzlich fliegen kann. Und dann steuert alles auf ein pompöses Ende zu, das sich zugleich vor dem grandiosen Kult-Manga "Akira" verbeugt. Auch so eine Geschichte von Mächten, die man rief und nicht mehr bändigen kann. Teil zwei ist in Arbeit, sagt Produzent Adam Schroeder.

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Platz 4 (5) "Ziemlich beste Freunde"

Kinotrailer: "Ziemlich beste Freunde"

Regie: Eric Toledano, Olivier Nakache
Darsteller: François Cluzet, Omar Sy, Anne Le Ny

In Frankreich ist dieser Film über einen reichen Franzosen im Rollstuhl, dem ein dunkelhäutiger, kleinkrimineller Zivi die Freude am Leben zurückbringt, ein Renner. Tatsächlich macht das Zusammenspiel von François Cluzet und Omar Sy großen Spaß und rückt mal wieder ein paar Alltagsprioritäten zurecht. Der Humor ist wunderbar düster, und der Respekt so groß, wie die Leute ihn tatsächlich verdienen. "Ziemlich beste Freunde" ist Feel-good-Kino mit Anspruch.

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Platz 3 (2) "Die Tribute von Panem - The Hunger Games"

Kinotrailer: "Die Tribute von Panem - The Hunger Games"

Regie: Gary Ross
Darsteller: Jennifer Lawrence, Liam Hemsworth, Elizabeth Banks

"Die Tribute von Panem" hat schon vor dem Start alle Hochrechnungsrekorde gebrochen. Mehr als 100 Millionen Dollar versprechen sich die Filmverleiher vom ersten Teil der Verfilmung der gleichnamigen Bestseller-Trilogie von Suzanne Collins. Der Hype kommt geballt, könnte aber auch daran liegen, dass die Filmbranche nach "Harry Potter" und "Twilight" nach einem neuen auspressbaren Aufreger sucht. Oder es ist doch diese Geschichte, die in ihrer Härte ihresgleichen sucht: "Die Tribute von Panem" spielt in einem postapokalyptischen Amerika. Das Land ist in zwölf Distrikte aufgeteilt, deren Bevölkerung Arbeitssklaven der luxuriösen Hauptstadt sind. Um Aufstände zu verhindern, muss jeder Distrikt einmal im Jahr zwei Kinder - Junge und Mädchen - an die Metropole liefern, wo diese 24 dann in einer Art Wald-und-Wiesen-Arena auf Leben und Tod gegeneinander antreten. Das Ganze wird als Show im Fernsehen übertragen - à la "Panem sucht den Splatterstar". "Winter's Bone"-Überraschung Jennifer Lawrence spielt Katniss, eine Mädchen aus einem besonders armen Distrikt, dass sich freiwillig meldet, um seine kleine Schwester zu retten. Der Film erzählt von ihrem Weg in die Hauptstadt, der Ausbildung, dem Überlebenskampf in der Arena sowie dessen mediale Ausschlachtung. Regisseur Gary Ross ("Big", Pleasantville") wagt einen beeindruckenden Blick in eine verdammte Zukunft.

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Platz 2 (3) "Türkisch für Anfänger"

Kinotrailer: "Türkisch für Anfänger"

Regie: Bora Dagtekin
Darsteller: Josefine Preuß, Elyas M'Barek, Anna Stieblich

Ja, die TV-Serie ist ein Riesenerfolg. Ja, der Kinofilm war nur eine Frage der Zeit. Und ja, der Brutalhumor an allem pc-Geheule vorbei macht zuweilen ordentlich gute Laune. Doch "Türkisch für Anfänger" ist eben nicht Harald Schmidt, und deshalb ist die Klischeedauerschleife zuweilen ermüdend. Aber was soll's. Wenn Sie Lust haben zu sehen, wie eine "Ökoschlampe" und ein "Goldkettenproll" aus Berlin sich nach einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Palmeninsel zusammenraufen, go for it. Wie, das ist ja das Serien-Konzept, nur an einem anderen Ort? Eben!

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Platz 1 (1) "Battleship"

Kinotrailer: "Battleship"

Regie: Peter Berg
Darsteller: Taylor Kitsch, Alexander Skarsgård, Rihanna

Die "Transformers" sind jetzt auch wasserdicht. Hollywood hat sich erneut mit dem Spielzeughersteller Hasbro zusammengetan, und - ob Sie es glauben oder nicht - "Schiffe versenken" verfilmt. Herausgekommen ist trotz der Tiefen des Ozeans ein papierflacher Film über Jungs, die sich beweisen müssen, und denen dazu das gesamte Waffenarsenal der US-Marine zur Verfügung steht. Objekt zum Abarbeiten sind "Transformers"-artige Alien-Schiffe, die in ein amerikanisch-japanisches Freundschafts-Manöver platzen, um zur Rettung des Heimatplaneten die Wasservorkommen der Erde abzupumpen. Natürlich hat das Pentagon mal wieder kräftig mitgeholfen, denn "Battleship" ist vor allem eines: ein Rekrutierungsvideo, das anstatt Verrecken in Afhanistan coole Kolleginnen verspricht, die aussehen wie Rihanna.

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sal