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Zorn gegen Hauptdarstellerin: Warum Hongkong-Aktivisten das Remake des Disney-Klassikers "Mulan" boykottieren

Liu Yifei spielt im Remake des Zeichentrick-Klassikers "Mulan" die Hauptrolle. Weil sie Verständnis für das Vorgehen der Polizei in Hongkong geäußert hat, könnte der Disney-Konzern ein Problem bekommen.

Liu Yifei

Liu Yifei spielt die Hauptrolle in "Mulan"

Picture Alliance

Nach "Der König der Löwen" kommt im nächsten Jahr ein weiteres Remake eines Disney-Klassiker in die Kinos: "Mulan" aus dem Jahr 1998 war einer der letzten von Hand gezeichneten Trickfilme, bevor auch Disney voll auf digitale Animation setzte. 2020 erwecken echte Schauspieler die Ballade um das Mädchen "Mulan" neu zum Leben. Die Hauptrolle übernimmt die chinesisch-amerikanische Schauspielerin Liu Yifei. Die 31-Jährige steht seit einer Äußerung zu den Protesten in Hongkong unter Beschuss.

Liu hatte im chinesischen Mikroblogdienst Weibo (vergleichbar mit Twitter, allerdings wird Weibo vom chinesischen Staat zensiert) sinngemäß geschrieben, sie unterstütze die Hongkonger Polizei während der anhaltenden Proteste, auch wenn das vielleicht einigen missfalle. Tatsächlich sorgte ihre Äußerung in sozialen Netzwerken für Unmut.

Der neue Trailer zu Mulan da

Kritiker nehmen "Mulan"-Darstellerin unter Beschuss

Hongkong-Aktivisten werfen der Schauspielerin Parteinahme für die chinesische Regierung vor, die mit Einschüchterung versucht, die Proteste in der ehemaligen britischen Kronkolonie zu unterbinden. Unter anderem hält Peking an der Grenze zur Sonderverwaltungszone Hongkong seit Tagen Militärübungen ab und droht damit indirekt mit einem harten Durchgreifen.

Liu besitzt neben der chinesischen auch die US-Staatsbürgerschaft. Kritiker werfen ihr deshalb vor, die Vorzüge der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der USA zu genießen und gleichzeitig in ihrer Heimat China Zensur und Einschüchterung des Staates zu unterstützen. Einige Aktivisten fordern wegen Lius Haltung einen Boykott ihres neuen Films - und das ist "Mulan".

Aktivisten fordern Eingreifen Disneys

Unter dem Hashtag #BoycottMulan existieren bei Twitter bereits hunderte Nachrichten, die ein Eingreifen Disneys fordern. "Diese Darstellerin hat es nicht verdient, bei 'Mulan' mitzuwirken", schreibt einer. In dem Film geht es um ein junges Mädchen, das sich gegen die Rollenvorstellung des mittelalterlichen Chinas auflehnt.

Disney solle sich von den Äußerungen seiner Hauptdarstellerin distanzieren oder Liu durch eine andere Schauspielerin ersetzen. Bislang hat sich der Unterhaltungskonzern nicht zu dem Fall geäußert. Sollten die Proteste gegen den Film anhalten, könnte dies Folgen für den Erfolg des Remakes haben.

mai