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Bauhaus-Museum in Weimar Ein Kubus mit Rhythmus


Die Ideen und Methoden des Bauhauses gingen um die Welt. Am Ursprungsort Weimar fehlt jedoch ein repräsentatives Museum für die Architektur- und Designschule. Zum Jubiläum "100 Jahre Bauhaus" im Jahr 2019 soll es längst eröffnet sein - ein Betonkubus mit Glasbändern.

Das Neue Bauhaus-Museum in Weimar soll 2015 stehen. Die Klassik Stiftung setzte dafür am Montag mit der Präsentation des Siegermodells - einem Kubus mit klarer horizontaler Gliederung - wichtige Pflöcke. Gewinner des internationalen Architekturwettbewerbs mit anfangs 536 Arbeiten ist die Berliner Architektin Heike Hanada in Zusammenarbeit mit Benedikt Tonon.

Der Neubau werde international das Signal setzen, "das Bauhaus kommt aus Weimar", sagte Thüringens Kulturminister Christoph Matschie (SPD). Der 22,6 Millionen Euro teure Neubau samt Ausstattung soll die Anfangszeit der bedeutendsten Architektur- und Designschule des 20. Jahrhunderts nachvollziehen. Das Bauhaus war 1919 von Walter Gropius in der Klassikerstadt gegründet worden.

Der Bauort am Rande der Altstadt ist einer der schwierigsten Orte, den Stadt und Klassik Stiftung finden konnten - an der Schnittstelle zwischen dem klassischen Weimar und dem einstigen NS-Gauforum. Die Architekten standen vor der Herausforderung, für ein bisher vernachlässigtes Areal einen Museumsentwurf zu präsentieren, der international Maßstäbe setzt. Die beiden Sieger entwarfen einen geometrisch einfachen Gebäudekörper, der nach Ansicht der Jury städtebaulich Akzente setzt und sich in den Weimarhallen-Park einfügt.

Bauhaus noch beliebter als Goethe

Wolfgang Holler, Generaldirektor der Museen der Klassik Stiftung, verspricht sich zudem mit dem Bauhaus-Museum "eine Öffnung in die Welt hinein, noch stärker als mit Goethe". Umfragen bei Weimar-Besuchern aus aller Welt zeigten, dass das Bauhaus eine noch größere Anziehungskraft ausübe als der Dichter und seine Werke.

"Wir haben versucht, eine eigenständige Vision zwischen Klassik und Moderne zu schaffen", erklärte Hanada. Die Fassade des Baukörpers aus gegossenem Beton werde von horizontalen Glasbändern gegliedert, die durch schwarze Streifen unterbrochen würden und so einen Rhythmus ergäben. Nachts sollen dünne LED-Linien dem Haus einen besonders Lichteffekt verleihen.

Die Besucher werden durch eine überdimensionale Tür in das Foyer geführt, an das sich Veranstaltungsräume und Werkstätten anschließen. Auf rund 2250 Quadratmeter Ausstellungsfläche werden die Weimarer Bauhaus-Zeit, ihre Entstehung und Verbreitung sichtbar gemacht.

Baubeginn 2013

Es gibt kleine und überdimensioniert hohe Ausstellungsräume, die die Vielfalt der Bauhaus-Objekte von Schmuckstück oder Grafik bis zu Teppichen und Modellen präsentieren. Im Kellergeschoss werden ein Café und ein Schaudepot seinen Platz finden.

Baubeginn wird laut Stiftung 2013 sein. Das Neue Bauhaus-Museum ist Teil des Konzeptes "Kosmos Weimar" der Klassik Stiftung. Der Bund und das Land Thüringen geben für Neubauten und Sanierungen zusammen 90 Millionen Euro.

DPA DPA

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