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Meinung

Milliardäre spenden für Notre-Dame: Die Stunde der Miesmacher - wie gegen Wohltäter Stimmung gemacht wird

Die Ruinen von Notre-Dame de Paris rauchten noch, da öffneten die drei reichsten Familien Frankreichs ihre Portemonnaies und spendeten eine halbe Milliarde Euro. Dafür dürfen sie sich nun in den sozialen Medien beschimpfen lassen. Absurd.

Die Kathedrale Notre-Dame soll schnellstmöglich wieder aufgebaut werden

Die Kathedrale Notre-Dame soll schnellstmöglich wieder aufgebaut werden

Es ist eine Tragödie: Mit dem Brand von Notre-Dame wurde am Montag eines der großen abendländischen Kulturdenkmäler zerstört. Der Wiederaufbau dauert Jahre und kostet viel Geld. Zum Glück gib es in Frankreich reiche Menschen mit Verantwortungsbewusstsein und Bürgersinn, die das Projekt großzügig unterstützen. Die drei reichsten Familien des Landes spendeten mal schnell eine halbe Milliarde Euro. Toll. Eine rundum positive Sache. Oder etwa nicht?

Die Kathedrale Notre-Dame soll schnellstmöglich wieder aufgebaut werden

Die Kathedrale Notre-Dame soll schnellstmöglich wieder aufgebaut werden

Das sehen leider nicht alle so. Denn wie das in Deutschland so üblich ist: Sobald jemand etwas Gutes oder Besonderes erbringt, kommen sie aus ihren Löchern gekrochen. Die Mittelmäßigen, die Neider, die Besserwisser und Schlechtmacher. In öffentlichen Foren und sozialen Netzwerken tun sie das, was sie am besten können: rumnörgeln und die Taten anderer zerreden. Ihr Kritikpunkt: Für die zerstörte Kirche geben sie Geld - aber gegen den Hunger in der Welt oder die sterbenden Flüchtlinge im Mittelmeer tun sie nichts. 

Warum Notre-Dame unterstützen - wenn es in Rumänien Straßenhunde gibt?

Ein irrsinniges Argument - das sich letztlich auf jeden anwenden lässt, der sich für wohltätige Zwecke einsetzt. Spendet man für Straßenhunde in Rumänien, sagen die Nörgler: Aber denk doch an die armen Kinder in Deutschland. Unterstützt man die, heißt es: In Osteuropa sind die Kinder noch viel ärmer dran. Aber was ist dann mit den Menschen in Afrika - geht es denen nicht noch viel schlechter? 

Wer den Bau einer Schule in Malawi unterstützt, muss sich demnach den Vorwurf gefallen lassen, dass ein Brunnen doch viel wichtiger sei - schließlich können die Kinder ja nur lernen, wenn sie genug zu trinken haben. Und warum überhaupt Malawi - die Zentralafrikanische Republik ist schließlich noch ärmer.

Helfer werden entmutigt

Ein Wettlauf, der die Möglichkeiten der guten Tat immer weiter einschränkt - anstatt sie zu fördern und Helfer zu ermutigen. So lässt sich letztlich jedes Engagement kaputt reden. Der Wohltäter ist am Ende der Dumme - und derjenige, der gar nichts tut, steht als moralische Instanz da. So ist es schon jetzt auf Facebook, Twitter und Instagram zu beobachten.

Doch wenn einem wirklich etwas an den Hungernden in der Welt liegt oder dem Leid der Flüchtlinge, dann gibt es einen ganz einfachen Weg, diese zu unterstützen: Ein jeder könnte spenden, das ist kinderleicht. Aber andere zu kritisieren macht halt viel mehr Spaß, anstatt selbst etwas zu leisten. Und das Beste: Es kostet nichts.

Wie absurd: Hätten die drei reichsten Familien Frankreichs gar nichts gemacht und sich eine neue Yacht gekauft, anstatt Geld für Notre-Dame zu spenden - niemand hätte sich beschwert. Zum Glück haben sich die Familien Pinault, Arnault und Bettencourt davon nicht beirren lassen.

Sehen Sie im Video: So reagieren Prominente auf den tragischen Brand von Notre-Dame

Notre-Dame: Brand von Kathedrale in Paris: So reagieren Prominente auf der ganzen Welt