HOME

Stern Logo Dschungelcamp

Dschungelcamp, Tag 3: Ramona außer Rand und Band

Micaela Schäfer hat den Sex gern dreckig, Ramona Leiß den Essnapf vorzugsweise sauber - und zwar nicht nur den eigenen. Mit ihren Monologen nervt die Fernsehgärtnerin a.D. mittlerweile Großteile des Camps. Das Wort vom Rauswurf macht die Runde.

Von Ingo Scheel

Es ist erst der dritte Tag im Dschungelcamp und doch laufen weite Teile des Lagers bereits auf Reserve. Die einen wollen einfach nur ihre Ruhe, die anderen irgendwie auch. Kinnteufel Kesici verpennt seine Zeit auf der selben Wasserader wie einst Harry Wijnvoord. Daniel und Rocco, am Vortag noch unter funkensprühender Spannung wie frisch gekappte Starkstromkabel, geben sich dem depressiven Dösen hin. Und würde jemand behaupten, Radost Bokel und Brigitte Nielsen hätten bereits die Koffer gepackt, man müsste es fast glauben. Erst beim Televoting-Durchlauf tauchen die Gesichter der beiden kurz auf.

Einzig Ramona Leiß wurde erneut vom Fieber geschüttelt und kannte kein Halten mehr. In einem manischen Monolog ergoss sie sich über Rocco Stark und dessen Sinn für Ordnung und Hygiene. Seine Klamotten flögen umher, sein ganzer Müll dazu und mittendrin sein "Schmutznapf" mit Überbleibseln vom letzten Mahl. Das müsse sich ändern. Es weiß schließlich jeder: Essensreste locken erst die Ameisen an. Und dann kommen die Ratten. Und sind die Ratten erstmal da, folgen die Schlangen. Und die - so viel ist sicher - wird man nicht wieder los. Und wenn es nicht die Tiere sind, dann die Krankheiten: "Kim hat schon Herpes, weil es so versifft ist." Da muss dann selbst das Mädchen mit der dicken Lippe lachen.

Am Rand des Wahnsinns

Es ist nicht der erste cholerische Schub der Ex-Moderatorin. Beim Einzug ins Lager schien sie bereits wortreich kapitulieren zu wollen ob der Unordnung im Camp, am zweiten Tag hatte die Kombination Bohnen und Leiß beinah fatale Wirkung, brachte die Aussicht auf zwölfstündiges Einweichen der Hülsenfrüchte die rasende Ramona an den Rand des unterzuckerten Wahnsinns. Diesmal nun also war der verstoßene Ochsenknecht die Zielscheibe und der sonst so Hyperaktive verfiel angesichts der Attacke in Duldungsstarre, innerlich betend, das Drama möge bald ein Ende haben.

Dabei wirkte die Fernsehgärtnerin a. D. erneut so paranoid, als hätte sie die Zeit seit Peer Kusmagks Krönung zum Dschungelkönig bereits allein im Camp verbracht. Das war nicht die Camp-Mutti, die sich manch einer erhofft hatte, das war die Krösa-Maja kurz nach der Menopause. Zermürbt von den Busladungen voller Pensionärs-Publikum, das den ZDF-Fernsehgarten einst bevölkerte, und dem unablässigen Getröte der Knoff-Hoff-Studioband. Als Rocco Stark seine Sprache schließlich wiederfand, folgte die Reaktion: Wenn es da keinen Aus-Knopf gibt, dann müsse sie möglicherweise gehen, so sein Verdikt. Dass sie das Camp bereits verlassen hätte, munkelten am Tage aufmerksame Besucher der RTL-Homepage. Da gab es nämlich bereits am Mittag keine Anrufmöglichkeit mehr für Ramona Leiß. Der Grund: Aufgrund von Rückenproblemen wurde sie von der Dschungelprüfung befreit.

Daniel Lopes holt sieben Sterne

Lediglich ein investigativer Smalltalk mit Micaela Schäfer sorgte da für etwas Entspannung. Während Ramona Leiß von den Vorzügen vom Sex mit Frauen - "sensibler, sensitiver" - schwärmte, gab das Nacktmodel unumwunden zu: "Ich mag meinen Sex gern dreckig." Auch wenn der letzte seiner Art schon so lange her sei, dass die Gute nicht einmal mehr weiß, "ob sie noch Gefühl im Nippel hat". Da horchte dann sogar Ailton auf und bröckelte ein paar Silben zusammen: "Schewul mit schewul is nit schön, musse aba asseptiern", so der Brasilianer zum Thema Homosexualität in der Bundesliga. Danach hieß es auch für ihn: weiterdösen. Ein Blick auf den Kalender reicht, um zu errechnen, wo er sich mental gerade befindet. Genau: in der Winterpause. Nicht nur die Werder-Verantwortlichen wissen um die einschläfernde Wirkung dieser Urlaubssaison auf des Brasilianers Biokurve.

Wenigstens gab es diesmal ausreichend zu essen. Während Vincent Raven mit seinem Amulett erneut an einer Art übersinnlicher Pendlerpauschale arbeitete und - wenig überraschend - zum selben Ergebnis wie immer kam (genau: Corvi tecum sunt), gab Daniel den Crocodile Hunter. Setzte sich ziemlich souverän gegen Ameisen und Spinnen, Ratten und einen kleinen Alligator durch und brachte es auf sieben Sterne. Schon nach der nächsten Prüfung droht der Tisch im Dschungel wieder kärglicher gedeckt zu sein. Jazzys Kommentar, nachdem sie für den Ekeltest ausgewählt wurde: "Ich verspreche nichts!" Vielleicht sollte Ramona Leiß schon mal die Bohnen einweichen.