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Dschungelcamp, Tag 5 Alles Idioten außer Danni – die Witwe verliert die Nerven

Dschungelcamp: Daniela Büchner
Ranger kümmern sich um Daniela Büchner, die den Tränen nahe ist.
© MG RTL D
Im Lager geht es auf den Siedepunkt zu: Das Bohnenwasser, die Nerven von Danni Büchner, Prince Damiens Verdauung – überall brodelt, blubbert, kocht es. Unsere TV-Kritik zu Folge 5.
Von Ingo Scheel

Sich als zertifizierter Beobachter des Dschungelcamps am fünften Tag erst ins Geschehen einzumischen, hat ein bisschen was vom Neujahrsmorgen, oder besser gesagt, frühen Nachmittag des eben angebrochenen Jahres. Jenen Zeitpunkt also, an dem man für sechs bis acht Minuten nach draußen geht, sich irgendwie das gute Gewissen anspaziert, um danach wieder unter die Bettdecke zu schlüpfen und sich ausgiebig dem Rest an Berlinern und Fondue zu widmen. Das große Feuerwerk, wenn es denn eines gab, ist längst durch, die Kandidaten sehen aus wie aufgeweichte Böllerreste am Straßenrand und um sich das Ganze schön zu trinken, hat man an den Tagen zuvor einfach schon zuviel geschluckt.

"Die Vergangenheit kommt hier"

Und doch gibt es sie, die Höhepunkte, man muss sich nur ein wenig bücken, um sie zu erkennen. So wie Prince Damien etwa, dem nach einer Woche endlich die tagelang rundgesessene Kotkugel aus dem Allerwertesten fällt. Dass das nicht jedem schmeckt, versteht sich von selbst. Elena fühlt da wohlwollend mit, die junge Mutter weiß, welche Glücksgefühle langerwartetes Fäkalisieren auslösen kann. Witwe Schmollte hat die Windeljahre natürlich längst hinter sich und will einfach nur Zähneputzen, da mag man fast ein wenig mit ihr empathisieren, dass ihr die Schüsselseufzer des Prinzen die Zahnhygiene verhageln.

Dschungelcamp: Daniela Büchner
Ranger kümmern sich um Daniela Büchner, die den Tränen nahe ist.
© MG RTL D

Doch der Weg von Blendax zu Borderline, von Düsseldorf nach Delmenhorst, er ist kurz für die gebeutelte Lageristin und es büchnert bereits wieder, kaum dass man sich an die Temperaturen gewöhnt hat. So nimmt Danni uns mit in die Jahre vor Jens, eine dunkle Zeit mit Trinkervater und armer Mama, später einem Freund, der sie beschimpfte und schlug, so lange, bis sie schließlich sogar anfing, sich selbst zu vermöbeln. Dass hier schon wieder rabiate Rückführung betrieben wird, hat gute Gründe und Marco kennt sie natürlich: "Die Vergangenheit kommt hier." 

Claudias Replik so nüchtern wie pointiert: "Crazy!" Nun denn, wenn die Vergangenheit hier tatsächlich kommt, vielleicht könnte sie ja noch ein paar alte Kandidaten mitbringen oder wenigstens Schnaps.

Aber nichts da, wir müssen weiter vorlieb nehmen mit dem, was uns der RTL bietet und ganz ehrlich, hat man sich auf diesen meditativen Leidenssog erst einmal eingestellt, dann entbehrt das nicht einer gewissen Anziehungskraft. Doch was die Leute vor der Glotze letztlich draus machen, passt Danni so ganz und gar nicht: "Warum wählt der Zuschauer nicht solche Leute, die auch in die Dschungelprüfung wollen. Leute, die keine Angst haben?" Weil das ööööde ist, Danni. Wobei – so kurz wie diesmal, also wirklich, ein bisschen länger hätte es durchaus gehen können.

Luftschlösser statt Sterne

Svenni jedenfalls, das nachsichtige Nasenbärchen, hatte den Prep-Talk aus der Sauerland-Ära noch prächtig parat, hatte sie mit Luftschlösschen wie "Das wird super heute, du wirst es sehen" und "Super-Woman" Richtung Sonja und Daniel geschickt. "Zeig’, was in dir steckt" hatte er ihr hinterher gerufen und Danni tat, wie ihr geheißen, ließ sich kurz von Asseln, Würmern und Gekröse vollpladdern, um flugs die magischen Worte – Ich bin ein Dingens und so weiter, holt mich hier raus – kreischte und sich stante pede mit aber sowas von keinem Stern zurück ins Lager trollen musste.

Soweit also das, was in ihr steckt und direkt wieder oben raus kam: Panik-Attacke, Tränentremor, Hysterie. Schuld an der ganzen Chose? Wir natürlich. Sie. Ich. Du. Er da hinten mit dem Handy am Ohr. "Da geben die jeden Tag 50 Cent für mich aus. Die Idioten!" Zack, die Bohne, das saß. Der gemeine Zuschauer reagierte so, wie ein beleidigter Zuschauer nun mal reagiert, zückte direkt die nächsten 50 Cent – und wählte Danni, an der Seite der nicht minder begeisterten Elena, auch in die kommende Dschungelprüfung.

Daniela denkt an die Krone

Die sonstigen Seelenschmeichler von Tag 5: Wie Sven Ottke Danni in den Arm nahm, der schönste Clinch seit dem Fight gegen Anthony Mundine. Überhaupt Zwenni, in punkto Kalendersprüche war es sein Tag: Anastasiya ist so beweglich, das ist brutal. Sendungen wie Markus sie moderiert, der "Trödeltrupp" oder "Bares für Rares" (genau so schrecklich), seien doch nur "Programmbeschaffung". Dazu immer wieder die eine Frage, wenn es um den Wendler geht: Was will der mit einer 18-Jährigen? Wer weiß, vielleicht das, was das Dschungelcamp sich von einem Topf Bohnenwasser verspricht: etwas Würze, ein wenig Abwechslung.

Zwischendurch erzählte Prince Darmien, dass seine Omma alles kuckt, sogar dem Markus seine Sendung. Der wiederum sorgte für einen kleinen Höhepunkt, indem er mutmaßte, irgendwann mit seinem Trödel-TV in der Primetime zu landen. Kein ganz unmöglicher Gedanke – dass es mal eine Zeit geben würde, da man um 20.15 Uhr Eiern beim Ausbrüten, Promis beim Mau-Mau oder Luca Toni beim Pfeilewerfen zugucken würde, war ja nun auch nicht zu erahnen. Zwei fiebrige Prognosen nimmt der Zuschauer schließlich mit in die Nacht: Thorsten Legat soll zur Strafe für die erneute Büchnerei bei der Dschungelprüfung 20 Minuten Kafka vorlesen. Und Daniela denkt allen Ernstes an die Krone: "Manch einer ist trotzdem König geworden." Darauf ein Tässchen Bohnenwasser. Wohlsein!

Sie haben Folge 5 im Dschungelcamp verpasst? Die komplette Sendung sehen Sie bei TVNow

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