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"Heute Show": "Sie nimmt ein Album mit Farid Bang auf" - so witzelt Welke über Weidels Skandal-Rede

Mit ihrer Bundesrede über "Kopftuchmädchen" und "Messermänner" löste AfD-Frau Alice Weidel einen Skandal aus. Nun bekommt sie in der "Heute Show" dafür ihr Fett weg. Doch sie ist nicht das einzige Ziel von Oliver Welkes Spott.

Heute Show Alice Weidel Farid Bang

Hassrapperin: Die "Heute Show" dichtet Alice Weidel ein Album mit Farid Bang auf

ZDF

Es war eine veritable Skandal-Rede: Als die AfD-Politikerin Alice Weidel am Mittwoch über Einwanderer hetzte, sorgte sie in ganz Deutschland für Empörung. Die in geiferndem Tonfall gehaltene Hassrede warf kopftuchtragende Frauen in einen Topf mit "Messer-Männern und sonstigen Taugenichtsen". Und inspirierte Oliver Welke in der "Heute Show" zu einem sehr gewagten Vergleich. 

Eigentlich ging es bei der Bundestags-Debatte ja um den Haushalt. Eine langweilige Veranstaltung, Routine eben. "Tatsächlich ist das bei diesen Generaldebatten immer der selbe Ablauf", erklärt Welke. "Die Regierung behauptet: 'Deutschland geht's bombig, Deutschland geht's gold.' Und dann kommt irgendeine Gewitterziege von der Opposition und sacht sowas wie..." - "Deutschland, du mieses Stück Scheisse", folgt ein Ausschnitt aus Weidels Rede.

Hassrapperin Weidel

"Also bitte, das gibt's doch gar nicht", gibt sich Welke empört - und schiebt feixend hinterher: "Sie macht jetzt ein Album mit Farid Bang." Dazu ein zusammengeschnittenes Bild der beiden mit dem Untertitel "Hassrapperin". Das sitzt. Weidel dürfte sich über den Vergleich wenig freuen: Bang hatte sie in einem neuen Lied erst diese Woche als "Nazi Bitch" und "Nutte" beschimpft und gedroht, ihr die Nase zu brechen. 

Auf die Rede selbst geht Welke kaum noch ein. "Dann hat sie noch irgendwas geblubbert über Kopftuch-Männer und Messer-Mädchen. Pfff, bei ner Haushaltsdebatte" schüttelt er pseudo-verwundert den Kopf. Und fasst zusammen: "Frau Weidel hat halt nur eine Rede."

Fetisch Schwarze Null

Auch sonst ließ Welke kein gutes Haar an der Haushaltsdebatte. Sich über die Drögheit einer solchen Debatte an sich und des neuen Finanzministers Olaf Scholz im Besonderen lustig zu machen, ist zwar wenig kreativ. Dass der aber seinen Vorgänger Schäuble lobt und dessen Politik weiterführen will, bringt Welke regelrecht in Rage. "Warum wollte die SPD eigentlich unbedingt das Finanzministerium, wenn der Scholz hier einfach weitermacht, wie sein Vorgänger?"

Und fasst dann treffend zusammen: "Es bleibt beim Fetisch Schwarze Null. Nur, dass es jetzt eben ne rote ist." Dann wird es überraschend politisch. Leidenschaftlich erklärt Welke, warum die deutsche Sparpolitik seiner Ansicht Unfug ist - und plädiert, lieber sinnvoll Geld in Schulen und ähnliche Zukunftsprojekte zu stecken. 

Bei der Bildung sparen

Passend wird später in der Sendung Lutz von der Horst in den Bundestag geschickt, um Geld für seine ehemalige, ziemlich marode Schule zu sammeln. Leider sind weder Renate Künast noch Alexander Graf Lambsdorf bereit, mehr als zehn Euro zu spenden. Selbst, als van der Horst beide belügt, dass der andere 50 Euro gespendet hätte, ist nicht mehr drin. Dumm nur, dass die Lüge innerhalb von Sekunden auffliegt.

Immerhin waren die beiden großzügiger als Thomas Oppermann, Wolfgang Kubicki, Anton Hofreiter oder Jürgen Trittin: Bei denen gab es entweder gar nichts, oder nur Kleingeld. Ein härteres Sinnbild für die Ausgabebereitschaft der deutschen Politik für Bildung hätte man kaum finden können. Kein Wunder, dass die Kinder lieber Gangsterrapper werden.

mma