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Andreas Bourani verteidigt Naidoo "Die ARD hat kein Rückgrat bewiesen"

Andreas Bourani
Andreas Bourani ist bei "Markus Lanz" Xavier Naidoo zur Seite gesprungen
© Screenshot ZDF
Die Posse um die gescheiterte ESC-Nominierung von Xavier Naidoo war auch Thema bei "Markus Lanz". Studiogast Andreas Bourani verglich die sozialen Netze mit einem Marktplatz im Mittelalter - und kritisierte die ARD.

So schnell kann's gehen: Eben noch schwebte der ZDF-Zuschauer bei "Markus Lanz" im Pophimmel und durfte dem Talkmaster beim Gespräch mit der göttlichen Adele beiwohnen. Doch wenige Momente später landete man in den tristen Niederungen deutscher Unterhaltungsmusik: Lanz drehte das Gespräch auf den Eurovision Song Contest und das Trauerspiel um die Nominierung von Xavier Naidoo

Mit Andreas Bourani war ein Gast geladen, der dem gescheiterten ESC-Kandidaten nicht nur musikalisch ähnelt, sondern ihn auch sehr gut kennt: Bourani hat an der zweiten Staffel von "Sing meinen Song" teilgenommen und zusammen mit Naidoo mehrere Tage in Südafrika verbracht hat.

"Das ist so feige"

Für den gebürtigen Augsburger sind die Vorgänge ein großes Ärgernis: Naidoo sei in vielen Medien falsch dargestellt worden. Daraufhin hätten viele Menschen in den sozialen Netzwerken Sätze aus dem Zusammenhang gerissen und Naidoo als homophob oder antisemitisch bezeichnet. So sei ein Shitstorm entstanden. "Ich find das wirklich entsetzlich", sagte Bourani dazu. "Das ist so feige." Viele Leute würden Macht verspüren, indem sie zuhause vorm Rechner anonym Sätze aus dem Zusammenhang rissen. Das Netz sei "der Marktplatz des Mittelalters geworden." Früher seien die Leute mit der Mistgabel auf den Platz gerannt und hätten gesagt: Verbrennt die Hexe. "Der Unterschied zu früher ist, dass die Leute früher wenigstens die Eier hatten, ihr Gesicht zu zeigen." Lanz nannte dieses Verhalten "Steinigung vom Sofa aus".

"Kein Rückgrat"

Doch auch die ARD bekam ihr Fett weg. Bourani kritisierte, der Sender sei eingeknickt. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, anstelle von Naidoo zum Eurovision Song Contest zu fahren, gab er eine klare Antwort: "Ich weiß nicht, ob ich die zweite Wahl sein möchte in einem Verein, der kein Rückgrat bewiesen hat."

Immerhin fand der Sänger doch noch ein positives Wort über die ARD "Sie haben sehr viel Geschmack bei der Wahl des WM-Songs bewiesen." Der besagte Song heißt "Auf uns", gesungen von einem gewissen Andreas Bourani.


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