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"Tatort" aus dem Schwarzwald Angriff in den Weinbergen - dieser Krimi ist spannend bis zum Schluss

"Tatort" aus dem Schwarzwald
Szene aus dem Schwarzwald-"Tatort": Die Kommissare Berg (Hans-Jochen Wagner) und Tobler (Eva Löbau) befragen Beate Schmidbauer (Victoria Trauttmansdorff) bei einem Vor-Ort-Termin zum Tathergang.
© SWR/Benoit Linder / ARD
Ein Verbrechen, drei Verdächtige und am Ende ein Täter: Der neue "Tatort" aus dem Schwarzwald erzählt einen klassischen Kriminalfall - und verwebt ihn mit klugen Gedanken über den Einsatz von DNA-Analyse.
  • 5 von 5 Punkten
  • ein klassischer und bis zur letzten Minute spannender Krimi

Worum geht's?

Auf dem Heimweg von einem Weinfest im Kaiserstuhl wird Beate Schmidbauer (Victoria Trauttmansdorff) zwischen Rebstöcken niedergeschlagen und vergewaltigt. Zwar finden sich am Opfer DNA-Spuren des Täters, doch da den Kommissaren Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) rechtlich die Hände gebunden sind, müssen sie auf einen freiwilligen DNA-Test setzen. Erst Erkenntnisse der am Opfer sichergestellten DNA grenzen den Täterkreis ein.

Vor allem drei Männer sind verdächtig: Da ist zum einen der verklemmte Polizist Mario Lewandowsky (Marek Harloff), der bei Frauen nie zum Zug kommt. Dann der alleinerziehende Klaus Kleinert (Fabian Busch), dem bereits einmal das Sorgerecht für seine Tochter entzogen wurde. Und schließlich gibt es da den bereits aktenkundigen Friseur Victor Baumann (Roman Knizka), dessen Ehe schwer kriselt. Tobler und Berg ermitteln im Umfeld der Männer - was nicht ohne Folgen für ihr Privatleben bleibt.

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

Allein dafür, dass endlich mal wieder ein von vorne bis hinten stringenter Kriminalfall erzählt wird, gebührt "Rebland" Lob. Dieser "Tatort" verknüpft aber diesen Krimi mit spannenden Gedanken über den Einsatz der DNA-Analyse. Die Auswertung der DNA verrät den Behörden zahlreiche Details über einzelne Menschen: Augen-, Haar- und Hautfarbe sowie das Alter. Gehen diese Informationen die Behörden etwas an - und können sie nicht zu gruppenbezogener Diskriminierung führen? Wie weit soll der Staat zur Verbrechensbekämpfung in die Privatsphäre der Bürger eingreifen dürfen?

Zumindest politisch ist diese Frage bereits entschieden worden: Im Abspann erfährt der Zuschauer, dass im Dezember 2019, also nach Fertigstellung dieses Filmes, die erweiterte DNA-Analyse in Deutschland eingeführt wurde.

Was stört?

An diesem schnörkellosen und bis zum Schluss spannenden Krimi (Buch: Nicole Armbruster, Regie: Barbara Kulcsard) ist wenig auszusetzen. 

Die Kommissare?

Nachdem die Ermittler Tobler und Berg in ihrem letzten, leider ziemlich missratenen Fall miteinander im Bett gelandet sind, wird das Privatleben der beiden diesmal komplett ausgeklammert - was der Stringenz der Handlung zugute kommt.

Ein- oder Ausschalten?

Auch wenn es schönere Themen für einen Sonntagabend gibt: Dieser "Tatort" verdient es, gesehen zu werden.

Die Kommissare Berg und Tobler ermittelten auch in diesen Fällen:


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