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Sommerinterview "Sexistische" Frage an Annalena Baerbock? Warum ARD-Moderatorin Tina Hassel scharf kritisiert wird

Annalena Baerbock und Tina Hassel
Annalena Baerbock und Tina Hassel in der Sendung "Bericht aus Berlin"
© ARD-Hauptstadtstudio/Tanja Schnitzler
Beim ARD-Sommerinterview sorgt die letzte Frage von Moderatorin Tina Hassel an Annalena Baerbock für Kritik. Der Grund: Sie sei sexistisch. 

"Tendenziös", "unprofessionell", "schäbig" und "übergriffig": So bezeichneten einige Zuschauer:innen auf Twitter die Fragestellung von ARD-Moderatorin Tina Hassel. Die hatte am Wochenende Annalena Baerbock im Zuge des ARD-Sommerinterviews zu Gast und fühlte der Kanzlerkandidatin der Grünen auf den Zahn. 

Tina Hassel: Kritik an ARD-Moderatorin wegen Baerbock-Sommerinterview

Doch es war die letzte Frage, die sie Baerbock stellte, für die es Kritik hagelte. "Vieles hängt an Ihnen als der Spitzenkandidatin, der Kanzlerkandidatin. Die kommende Regierung, das ist die Schlussfrage, könnte die letzte sein, in der die Klimakatastrophe überhaupt noch abzumildern ist. Wie würden Sie das Ihren Kindern erklären, wenn durch die vermeidbaren Fehler ihrer Mutter vielleicht die Grünen die Chance verspielt hätten, diese entscheidenden Weichen in der Regierung mit zu stellen?", wollte Hassel von Baerbock wissen.

Damit spielt sie darauf an, dass die Grünen in den vergangenen Monaten an Prozentpunkten verloren haben. Eine Entwicklung, die viele ihrer Spitzenkandidatin zuschreiben. 

Andere Fragen an Laschet und Scholz

Dass Hassel aber ausgerechnet Baerbock zu vermeintlich verpassten Chancen befragte, nicht aber die, die in den vergangenen Jahren tatsächlich in der Regierung waren, stieß einigen Zuschauer:innen übel auf. So fragte Hassel CDU-Kandidat und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Schluss des Sommerinterviews, wo dieser das EM-Finale schauen und wem er die Daumen drücken würde. Von Olaf Scholz wollte sie wissen, wie lange eine Regierungsbildung dauern könnte. 

Sommerinterview: "Sexistische" Frage an Annalena Baerbock? Warum ARD-Moderatorin Tina Hassel scharf kritisiert wird

Die Bürgerbewegung "Campact" nannte es auf Twitter eine "sexistische Doppelmoral". Ausgerechnet Fragen an Baerbock seien emotionalisiert, monierten Nutzer:innen. Der dreifache Vater Armin Laschet wurde nicht nach seinen Kindern befragt, die Spitzenkandidatin der Grünen aber schon. "Wie will Tina Hassel ihren drei Kindern erklären, dass sie alles daran gesetzt hat, die Kanzlerin zu verhindern, die die Klimakrise noch hätte bewältigen können?", fragte Kommunikationsexperte Danijel Višević.

Lob bekam vor allem Baerbock für ihre souveräne Antwort auf die Frage, in der sie betonte, wie wichtig es sei, genau jetzt einzugreifen – für die Zukunft aller Kinder

Hassel entschuldigt sich

Am Dienstagnachmittag meldete sich Tina Hassel selbst auf Twitter zu Wort. "Ich bitte alle die meine Frage beim #Sommerinterview als unangemessen oder gar sexistisch aufgefasst haben aufrichtig um Entschuldigung", schrieb die ARD-Moderatorin. Als Mutter bedauere sie sehr, dass dieser Eindruck entstanden sei.

Hinweis: Dieser Artikel wurde nachträglich aktualisiert.

ls

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