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Schlammschlacht mit Amber Heard Kein "Monster" und kein "Frauenschläger": Johnny Depp wehrt sich vor Gericht

Sehen Sie im Video: Johnny Depp will sich nicht "Frauenschläger" nennen lassen.




Johnny Depp ist am Dienstag in London vor Gericht erschienen. Der US-amerikanische Schauspieler hat die britische Boulevardzeitung "The Sun" wegen Verleumdung verklagt. Als "Frauenschläger" hatte das Blatt ihn bezeichnet, und sich damit auf Depps Ehe zu der Schauspielerin Amber Heard bezogen. Auch sie erschien am Dienstag zum Prozessauftakt. Das damalige Paar hatte 2015 geheiratet, nach 15 Monaten hatte Amber Heard die Scheidung eingereicht, Johnny Depp gewalttätiger Übergriffe beschuldigt und eine einstweilige Verfügung gegen ihn erwirkt. Die Sun hatte geschrieben, dass Depp mindestens 14 Mal Gewalt gegen Heard angewandt haben soll, derart, dass sie um ihr Leben gefürchtet habe. Depp leugnet die Anschuldigungen, sein Anwalt spricht von konstruierten Lügen. Der Prozess soll drei Wochen dauern, sowohl Depp als auch Heard sollen angehört werden.
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Was sich in einem Londoner Gericht abspielt, erinnert an einen Hollywoodfilm: Johnny Depp, Amber Heard, Drogen und Schläge. Aber wer sagt im Streit um Gewaltvorwürfe die Wahrheit?

Rosenkrieg vor Gericht: US-Schauspieler Johnny Depp hat Vorwürfe, ein "Frauenschläger" zu sein, in einem Prozess in London scharf zurückgewiesen. Stattdessen beschuldigte der 57 Jahre alte Hollywood-Star am Dienstag seine Ex-Frau Amber Heard, ihm gegenüber gewalttätig gewesen zu sein. Beide waren am Dienstag im Gericht anwesend. 

Depp klagt gegen den Verlag der britischen Boulevardzeitung "The Sun" wegen eines Artikels, in dem behauptet wurde, er habe Heard körperlich misshandelt. "Das sind alles Lügen", sagten seine Anwälte. Depp "ist kein Frauenschläger und ist das auch nie gewesen".

Johnny Depp beschuldigt Amber Heard vor Gericht

Der Schauspieler ("Pirates of the Caribbean") und seine Anwälte drehten den Spieß um und überzogen Heard mit Vorwürfen: "Sie war es, die ihm gegenüber gewalttätig war", sagte David Sherborne. Berichte, Depp habe ihr während der Ehe schwere Gewalt angetan, seien erfunden.

Depp selbst warf - in einer schriftlichen Stellungnahme - seiner Ex-Frau vor, ihm mehrfach ins Gesicht geschlagen zu haben. Einmal sei ihm ein Finger abgetrennt worden, als sie mit einer Wodka-Flasche nach ihm geworfen habe. Auf einem Flug habe sie ihn als "Waschlappen" und "Mann ohne Rückgrat" beschimpft und geschlagen. "Ich habe mir ein Kissen geschnappt und mich im Badezimmer eingeschlossen, wo ich während des Fluges schlief", berichtete der Schauspieler. 

Johnny Depp und Amber Heard beim Prozessauftakt in London
Johnny Depp und Amber Heard beim Prozessauftakt in London. Sie kam Hand in Hand mit ihrer Schwester Whitney (M.) und ihrer Anwältin Jennifer Robinson (nicht im Bild).
© Samir Hussein; Alastair Grant / Wire Image / DPA

Vanessa Paradis und Winona Ryder als Zeuginnen

Das Verfahren soll drei Wochen dauern. Im Prozess sollen britischen Medien zufolge per Video auch Depps Ex-Partnerinnen Vanessa Paradis und Winona Ryder als Zeuginnen aussagen. Depp und Heard waren getrennt zu der Verhandlung in der britischen Hauptstadt gekommen. Heard trug bei ihrer Ankunft im Gericht als Gesichtsmaske ein großes rotes Tuch. Sie wurde von Anwälten und ihrer Schwester begleitet. Depp kam im dunkelblauen Anzug. Er trug eine Sonnenbrille und ein dunkles Tuch. 

Depp, der zu den bestbezahlten Schauspielern Hollywoods zählt, und die US-Amerikanerin Heard hatten sich bei den Dreharbeiten zum Film "The Rum Diary" kennengelernt. Das Paar trennte sich 2016 nach nur 15 Monaten Ehe. Nach einem von einer Schlammschlacht begleiteten Scheidungsverfahren einigten sie sich 2017 außergerichtlich. Depp willigte in die Zahlung von sieben Millionen Dollar ein, dafür ließ Heard eine Anzeige gegen ihn wegen häuslicher Gewalt fallen. Später spendete sie das Geld.

Eigentlich sollte der Prozess schon im vergangenen März beginnen, musste aber wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Auch in den USA hat Depp wegen der Vorwürfe eine Verleumdungsklage eingereicht. Er klagt dort aber direkt gegen seine Ex-Frau. Die hatte in einem Artikel der "Washington Post" über ihre Gewalterfahrungen berichtet - allerdings ohne Depp beim Namen zu nennen. 

Depp betonte im Gericht, er sei kein "Monster". Auf Nachfragen räumte er ein, in den vergangenen Jahren unter anderem LSD und Kokain konsumiert zu haben. Wie immer der Gerichtsprozess um das frühere Promi-Paar in London ausgehen mag, einen Gewinner dürfte es schon jetzt geben: die "Sun", um deren Artikel von 2018 es eigentlich geht. Das Boulevardblatt dürfte von dem Rosenkrieg vor Gericht profitieren.

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Silvia Kusidlo/DPA

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