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Fynn Kliemann "Die Aussage, dass ich mit den Masken nichts verdiene, war falsch"

Influencer und Musiker Fynn Kliemann
Influencer und Musiker Fynn Kliemann
© Axel Heimken / Picture Alliance
Nach den Enthüllungen von ZDF-Satiriker Jan Böhmermann hat sich Influencer Fynn Kliemann in einem Interview zu den Vorwürfen geäußert. Er räumt ein, dass er mit den Masken-Deals viel Geld verdient hat.

Influencer und Musiker Fynn Kliemann steht nach einem TV-Beitrag von Jan Böhmermann in der Kritik. Böhmermann hatte in seiner Sendung "ZDF Magazin Royale" ein Video veröffentlicht, in dem es um dubiose Geschäfte mit Schutzmasken geht. Kliemann soll asiatische Masken als europäische ausgegeben und minderwertige Ware an Flüchtlinge gespendet haben. Der 34-Jährige äußerte sich bereits in einem Statement, das auch der stern-Redaktion vorliegt. Darin heißt es unter anderem: "Ich möchte mich in aller Form bei allen Personen, Organisationen, Institutionen entschuldigen, die nun 'auf den ersten Blick' enttäuscht und geschockt sind."

Im Interview mit dem "Spiegel" bezog Kliemann nun ebenfalls Stellung zu den Vorwürfen. Er sei kein Betrüger, sagte er zu Beginn des Gesprächs. "Die Produktion aus Bangladesch war nur für Großkunden gedacht. Ich wusste zwar darüber Bescheid, diese Masken wurden aber nie über meine Webseite verkauft oder von mir nach außen kommuniziert", erklärte Kliemann. Die Masken gingen an den Modehändler About You, der sie unter Kliemanns Namen bewarb und verkaufte.

"Das war in einer Phase, in der mehrere Partner mit meinem Namen Werbung machen wollten, ohne dass ich das genau überblickt habe. Ich wusste zwar, dass in Bangladesch Masken produziert werden, aber ich wusste nicht, an wen sie genau verschickt werden. Im Nachhinein war das ein Riesenfehler", sagte Kliemann. Die Masken, die über seinen Online-Shop oderso.cool verkauft wurden, seien in Portugal produziert wurden.

Fynn Kliemans Erklärungen bleiben schwammig

Das "ZDF Magazin Royale" zeigte zahlreiche WhatsApp-Nachrichten und Emails, die nahelegen, dass absichtlich verschleiert werden sollte, dass die Masken für den Händler About You in Bangladesch und Vietnam produziert wurden. Dazu sagte Kliemann dem "Spiegel": "Wenn da bewusst das Herkunftsland verfälscht wurde, geht das natürlich gar nicht. Aber mir wurde gesagt, dass das gängige Praxis ist, damit die Konkurrenz nicht weiß, wo man produzieren lässt."

Dass die 100.000 Masken, die an Flüchtlinge gespendet wurden von miserabler Qualität waren, davon will Kliemann nichts gewusst haben, weil er sie nicht selbst verpackt hat. "Ich habe die Masken nie gesehen. Wenn wirklich defekte Masken geschickt wurden, dann ist das absolut untragbar. Jeder Mensch hat den gleichen Schutz verdient, gerade in so einer Situation", sagte er. 

Dafür korrigierte er seine Aussage, dass er sich an dem Maskendeal nicht bereichert habe. "Natürlich denkt man: 'Ey, wir verdienen hier Geld!'", räumte er ein und sagte dann: "Über meine Seite hatte ich einen Netto-Umsatz von 490.469,58 Euro. Wenn man Kosten und Gebühren abzieht, bleiben beim Gewinn vor Steuern etwa 415.083 Euro. Die Aussage, dass ich mit den Masken nichts verdiene, war falsch."

Quelle:  "Spiegel" (Bezahlinhalt)

jum

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