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Scheidung von Cruise und Holmes: Ein auffällig unauffälliges Ende

Ihre Liebe inszenierten sie öffentlich, ihre Trennung verlief still und heimlich. Die Scheidung von Katie Holmes und Tom Cruise ist durch. Jetzt wird spekuliert, warum die Schlammschlacht ausblieb.

Von Katharina Miklis

Eigentlich wäre es jetzt erst so richtig losgegangen. Das erste Interview nach der Trennung. Die ganzen schmutzigen Details. Katie Holmes hätte nach und nach Episoden aus ihrer von Scientology gesteuerten Ehe preisgegeben können, Tom Cruise hätte womöglich zurückgeschossen, vielleicht versucht, seine Ex als schlechte Mutter darzustellen. Aber nichts von dem wird eintreffen - der Rosenkrieg bleibt aus. Nur zwei Wochen nachdem Katie Holmes die Scheidung von Hollywoodstar Tom Cruise eingereicht hatte, hat das Paar eine Scheidungsvereinbarung getroffen. Ganz still und leise.

Die Papiere sind bereits unterzeichnet. Die sechsjährige Tochter Suri soll nach Informationen des "People"-Magazins bei der Mutter in New York bleiben. Mutter und Tochter haben bereits in Manhattan ein Apartment bezogen. Im Herbst soll Suri in einer Privatschule eingeschult werden. Vater Cruise soll ein großzügiges Besuchsrecht erhalten. Ein Vertrauter soll dem US-Magazin erzählt haben, dass Cruise es für richtig hielte, dass das Kind bei seiner Mutter bliebe. Der Schauspieler soll bereits wieder am Set seines neuen Filmes "Oblivion" angekommen sein, an dem er gerade arbeitet. Der Fall sei durch, ließ der Anwalt der 33-jährigen Holmes am Montagabend verlauten. "Die Absprache ist vertraulich und Einzelheiten werden nicht bekanntgegeben." In einer Mitteilung der Sprecherinnen der beiden Schauspieler heißt es: "Wir sind entschlossen, als Eltern im besten Interesse unserer Tochter Suri zusammenzuarbeiten".

Ungewohnt reibungslos für Hollywood

Damit dürfte die Trennung von "TomKat" wohl als eine der schnellsten und diskretesten Scheidungen Hollywoods über die Bühne gehen. Ganz anders, als es so viele Berufskollegen vorher erlebt haben. Michael Douglas und seine Exfrau Diandra etwa, die sich jahrelang vor Gericht bekriegten. Oder Mel Gibson, der im filmreifen Rosenkrieg mit der russischen Sängerin Oksana nicht nur eine Menge Geld, sondern am Ende auch seinen guten Ruf verloren hatte. Im Sorgerechtsstreit von Charlie Sheen und Denise Richards wurden massenhaft private E-Mails veröffentlicht, in denen sich das Paar wüst beschimpfte. Ähnlich war es bei Guy Ritchie, der auch Jahre nach der Trennung von Madonna noch gerne über seine Ex lästert.

Aber die Eile und Geräuschlosigkeit, mit der diese filmreife Ehe in einer Anwaltskanzlei ihr Ende fand, birgt auch Raum für Spekulationen. Auffällig unauffällig endet diese Beziehung, dessen offizielle Bindung vor sechs Jahren so pompös wie medienwirksam im italienischen Bracciano gefeiert wurde. Warum lief alles so reibungslos? Und das, obwohl der Ehemann, der bestverdienende Schauspieler Hollywoods, angeblich von der Nachricht der Trennung überrascht wurde und "sehr traurig" war? Die Antwort könnte nahe liegen: US-Medien spekulieren bereits darüber, welche Rolle Scientology bei der Scheidung spielt. Immerhin soll Holmes die Scheidung eingereicht haben, um Tochter Suri vor der Sekte zu schützen. Um Geld soll es ihr nie gegangen sein - nur um das Sorgerecht für ihr sechsjähriges Kind. In jedem Fall wird Scientology, deren prominentestes Aushängeschild Cruise ist, kein Interesse daran haben, schlecht dargestellt zu werden. Auch Tom Cruise sieht am Kollegen Gibson, wie schnell ein Image ruiniert sein kann, sobald man bei einem Sorgerechtsstreit öffentlich austeilt. Außerdem ist der "Mission Impossible"-Darsteller Routinier in Sachen Scheidung. Es ist seine dritte.

Und auch Katie Holmes profitiert von der schnellen Abwicklung der Trennung. Nicht nur weil ihr allein das Sorgerecht wichtig war. Jetzt kann sie sich auch auf ihren neuen Job konzentrieren: Laut CNN will sie im Herbst auf der New York Fashion Week zum ersten Mal ihre Linie "Holmes & Yang" vorstellen.

Zurück zur katholischen Kirche

Wie es wirklich zu der schnellen Einigung kam, darüber wird vermutlich in Zukunft - anders als bei den öffentlich ausgetragenen Scheidungsschlachten Hollywoods - nichts zu lesen sein. Über die Details der Abmachung haben Katie Holmes und Tom Cruise Stillschweigen vereinbart. Interessant ist jedoch der Hinweis in der Erklärung des Paares, man möchte den "jeweiligen Glauben" des anderen respektieren. Das zeigt, dass das Thema Religion zumindest Thema bei den Verhandlungen gewesen ist. Holmes, die sich für Cruise Scientology angeschlossen hatte, soll laut "Huffington Post" wieder in die katholische Kirche eingetreten sein. Auch bei der Rückkehr zum alten Glauben bevorzugt Holmes offenbar einen schnellen, klaren Schnitt.