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Fünf einfache Regeln: Ein Anwalt gibt Tipps: So bleibt eure Beziehung "scheidungssicher"

Scheidungsanwalt James J. Sexton hat mehr als 1000 Ehen untergehen sehen. Immer aus denselben Gründen. Schließlich hielt er es nicht mehr aus und schrieb einen Ratgeber. Seine Tipps, damit eure Ehe nicht Schiffbruch erleidet.

In einer Ehe gibt es viele Gelegenheiten , in einer Abwärtsspirale zu gelangen.

In einer Ehe gibt es viele Gelegenheiten , in einer Abwärtsspirale zu gelangen.

Getty Images

James J. Sexton ist Scheidungsanwalt. Mehr als 1000 Ehen hat er im Laufe seiner Karriere bereits beerdigt. Er weiß also alles über Ehen, die in Trümmern liegen. Damit es nicht so weit kommt, hat er einen Ratgeber verfasst. "Es gibt keine Geschichte, egal wie schmutzig, die mich noch überraschen kann", bekennt er. Trotz der traurigen Einblicke in das Scheitern von Liebe und Lebensplänen hat den Anwalt der Humor nicht verlassen. Sein Werk heißt: "Wenn Sie in meinem Büro stehen, ist es bereits zu spät" (If You’re In My Office, It’s Already Too Late). Am Ende einer Ehe herrscht häufig der nackte Hass. Sexton weiß von Paaren, die Zehntausende Dollar ausgeben, um sich über den Besitz von wertlosen Küchenutensilien vor Gericht zu streiten.

Der Anwalt gibt zu, keine psychologische Ausbildung zu haben. Er beruft sich auf seine Erfahrung. "Ich hatte viele Gelegenheiten, sehr genau zu beobachten, was das Gegenteil einer glücklichen Ehe ist. Ich habe gesehen, was die Menschen dazu bringt, sich voneinander zu entfernen und ihre Liebe zu verlieren."

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Hier seine fünf Tipps, damit die Ehe nicht beim Scheidungsanwalt endet.

Unterstütze und inspiriere deinen Partner

Sexton ist überzeugt, dass Frauen und Männer einen persönlichen Cheerleader brauchen. Jemand, der seinen Partner in jeder Situation aufbaut. Denn unsere Welt macht uns klein. "In einer Kultur voller Werbung werden wir mit Botschaften bombardiert, die uns das Gefühl geben sollen, dass wir unzulänglich sind." Werbung sei das Gegenteil von Therapie. Sie sagen uns vor allem, dass es uns nicht gut geht. Ziel dieser zermürbenden Berieselung ist es, Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen. Den psychologischen Preis zahlen die Kunden, bei ihnen wird eine grundsätzliche Unzufriedenheit genährt.

Daher müsse der Partner eine aufbauende Kraft sein. Wer eine blühende Ehe genießen will, muss vorsichtig sein, wenn es um Genörgel und Kritik geht. Auf Dauer zerstört so ein Verhalten eine Beziehung, so wie Termiten ein Holzhaus vernichten.

Stattdessen müssen Sie Ihren Partner mit Wertschätzung füttern. Größter Fehler heute: den realen Partner an einem imaginären Ideal zu messen. Sexton ist Pragmatiker: Wenn es im Moment nichts Großes zu jubeln gibt, dann solle man sich eben über die kleinen Dinge des Alltags freuen, die der Partner gut macht.

Niemand kann alles tun

Eine Ehe ist keine Rundum-Versorgung für alle Bedürfnisse im Leben. Sexton findet die Vorstellung "verrückt", dass man seinen Partner zurückweist, weil er oder sie in einzelnen Bereichen nicht die Idealbesetzung ist.

"Vielleicht ist Ihr Ehepartner ein unterstützender Zuhörer, ein gutes Elternteil und ein verlässlicher Partner in Finanzdingen, aber nicht der aufregendste Liebhaber, den Sie je hatten." Damit müsse man zurückkommen. Auf keinen Fall dürfe man die Unzufriedenheit nähren.

"Widerstehen Sie der Versuchung, Ihre Energie darauf zu konzentrieren, wie Ihr Ehepartner Sie "enttäuscht" hat, indem er 100 Prozent Ihrer Bedürfnisse nicht in 100 Prozent der Zeit erfüllt." So etwas gäbe es nicht.

Der Praxistipp: Fertigen Sie eine Liste an, wo es gut zwischen Ihnen beiden passt und wo nicht. Und dann entscheiden Sie, wie wichtig Ihnen die Punkte sind. 100 Prozent wird es nicht geben, warnt Sexton, aber: "Ein Partner, der viele Ihrer Bedürfnisse oft erfüllt, ist ein großer Gewinn im Leben."

Das Ziel ist Fairness und Gerechtigkeit und nicht absolute Gleichheit

Eine Ehe basiere nicht darauf, dass beide Partner die gleichen Dinge tun und die gleichen Fähigkeiten mitbringen, sagt Sexton. Häufig trifft das Gegenteil zu: "Ein Partner ist stark in Bereichen, in denen der andere Partner schwach ist, und umgekehrt."

Diese beidseitige Asymmetrie macht es erst möglich, sich in der Ehe zu unterstützen. Wichtig ist dabei, sich gegenseitig zu fördern, und nicht sich nicht blockieren.

"Ehen, die in meinem Büro enden, haben irgendwann angefangen, alles gegenseitig aufzurechnen. Beide tappten in diese Falle: "Warum sollte ich meinen Ehepartner eine Nacht mit Freunden verbringen lassen, wenn ich schon lange keine Nacht mehr mit meinen Freunden hatte?" Wenn das anfängt, ist der Weg vorgezeichnet. Beide werden versuchen, sich möglichst unglücklich zu machen.

Sex in der Ehe nicht vergessen

Eine Beziehung ohne Erotik und Sex geht meist nicht gut, davon ist Sexton überzeugt.

Wichtig also, für den Partner sexuell attraktiv zu bleiben. "Wir wollen wissen, dass wir immer noch wünschenswert und sexuell aufregend sind." Hier gilt die alte Regel: Wenn Sie nicht mit Ihrem Partner schlafen, wird es jemand anders tun. Ohne Sex in der Ehe werde eine Affäre mehr als wahrscheinlich, warnt Sexton.

Auch hier zeigt sich der Anwalt als Pragmatiker: "Um es ganz deutlich zu sagen: Essen Sie, was das Restaurant Ihnen heute serviert - auch wenn sich die Speisekarte geändert hat oder vielleicht nicht ganz so aufregend mehr ist wie früher. Die Alternative ist nicht das Verhungern. Es ist ein anderes Restaurant. Und das führt direkt in mein Büro."

Denk daran, was eine Scheidung bedeutet

Über eine Scheidung wird nicht gern geredet oder nachgedacht. Sextons Erfahrung nach wälzen sich die Leute gern mal in Rosenkriegsfantasien, überlegen sich aber nie wirklich, wie ihr Leben in und nach einer Scheidung aussieht. Das sollte man aber, denn: "So zu tun, als würde man nie krank werden, wird einen nicht gesund halten."

Sexton erinnert an die Erfahrung von Krankheit. Im Angesicht des Todes nehmen wir die Gaben des Lebens bewusster wahr. "Wir neigen dazu, mit den Dingen vorsichtiger umzugehen, wenn wir uns der Tatsache bewusst sind, dass sie zerbrechlich sind." Die Liebe des Partners ist nicht unwiderruflich garantiert, sie ist nur geliehen.

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