HOME

Konferenz in Sachsen: Foto der Innenminister in der Kritik - sieht wohl auch jeder sofort, warum

Die 17 Innenminister posieren auf einer Treppe - das Foto sorgt für Diskussionen in den sozialen Netzwerken. Denn die Nutzer vermissen etwas und machen damit auf ein grundsätzliches Problem in der Politik aufmerksam.

Das Gruppenbild der 17 Innenminister sorgt für Diskussionen in sozialen Netzwerken wie Twitter

Das Gruppenbild der 17 Innenminister sorgt für Diskussionen in sozialen Netzwerken wie Twitter

Es war eine Reihe bedeutender Themen, die die 17 Innenminister von Bund und Ländern auf ihrer Herbstkonferenz in Leipzig bearbeitet haben. Für Diskussionen im Netz sorgten aber weniger ihre Beschlüsse, etwa zur Verlängerung des Abschiebestopps nach Syrien, zum geplanten Vorgehen gegen Gewalt beim Fußball oder zum Umgang mit islamistischen Gefährdern, sondern vielmehr das offizielle Gruppenfoto, das die gastgebende sächsische Landesregierung - unter anderem via Twitter, Instagram und Facebook - verbreitete.

Es zeigt auf einem historisch anmutenden Treppenaufgang aufgereiht die 17 Innenressortchefs Peter Beuth (Hessen, , 50), Herbert Reul (Nordrhein-Westfalen, CDU, 65), Thomas Strobl (Baden-Württemberg, CDU, 57), Georg Maier (Thüringen, CDU, 50), Joachim Hermann (Bayern, CSU, 61), Andreas Geisel (Berlin, SPD, 51), Roger Lewentz (Rheinland-Pfalz, SPD, 54), Klaus Bouillon (Saarland, CDU, 70), Andy Grote (Hamburg, SPD, 49), Hans-Joachim Grote (Schleswig-Holstein, CDU, 62), Karl-Heinz Schröter (Brandenburg, SPD, 63), Boris Pistorius (Niedersachsen, SPD, 57), Gastgeber Markus Ulbig (Sachsen, CDU, 53), Lorenz Caffier (Mecklenburg-Vorpommern, SPD, 62), Thomas de Maizière (Bund, CDU, 63), Holger Stahlknecht (Sachsen-Anhalt, CDU, 53) und Ulrich Mäurer (Bremen, SPD, 66, v.l.n.r.).

Innenminister: 0 Prozent Frauenquote

Das Gruppenbild der 17 Innenminister sorgt für Diskussionen in sozialen Netzwerken wie Twitter

Das Gruppenbild der 17 Innenminister sorgt für Diskussionen in sozialen Netzwerken wie Twitter


Neben der feudalen Anmutung des Bildes zog vor allem die Zusammensetzung der Gruppe Kritik auf sich. Denn es handelt sich bei den Innenministern ausschließlich um Männer. Frauenquote: 0 Prozent. Durchschnittsalter: 58. Vorherrschende Haarfarbe: grau. Das Klischee der alten, weißen Männer, die die Geschicke des Landes lenken, sehen viele Nutzer der sozialen Netzwerke voll erfüllt - und äußern entsprechend ihre Kritik, unter anderem mit dem wenig vornehmen Hashtag #pimmelgewimmel.


Die Botschaft der Kritiker kam an, zumindest beim sächsischen Staatsministerium des Innern, auch wenn es eingestehen musste, wenig an dem Zustand ändern zu können. 


Die PR-Abteilung des Ministeriums verwies darauf, dass zumindest drei der Innenminister von weiblichen Regierungschefinnen ernannt worden sein dürften.

Doch auch das kann nicht über eine Sache hinwegtäuschen: Die 180 Regierungschef- und Ministerposten in Bund und Ländern sind zurzeit nur zu rund 40 Prozent mit Frauen besetzt. Nur in den von der  regierten Ländern Rheinland-Pfalz und Berlin sitzen mehr Frauen als Männer am Kabinettstisch, den schlechtesten Wert weist die Mannschaft von Hessens CDU-Ministerpräsident Volker Bouffier auf: Hier sind nur 27 Prozent der Regierungsmitglieder weiblich. Ein wenig zu tun gibt es also noch fast überall in Sachen Frauenquote, nicht nur bei den Innenministern.