In Kiew herrschten am frühen Morgen Temperaturen von bis zu Minus 14 Grad Celsius. Zudem sei in weiten Teilen der Stadt die Wasserversorgung unterbrochen, fügte Klitschko hinzu. Zu den bei den Bombardements beschädigten Gebäuden zählt demnach ein Schulgebäude. Bedienstete der Stadt und des zuständigen Energieversorgers arbeiteten bereits daran, die Wärme-, Strom- und Wasserversorgung wiederherzustellen.
Russland griff die Hauptstadt und die umliegende Region in der Nacht zum Dienstag zunächst mit Kampfdrohnen und dann mit Marschflugkörpern an. AFP-Reporter berichteten über mehrere Explosionen im Zentrum Kiews. Auch die ukrainische Luftabwehr war im Einsatz.
Russland greift die ukrainische Energieinfrastruktur immer wieder mit Drohnen und Raketen an, um die Moral der Zivilbevölkerung zu brechen. Kiew und viele weitere Städte sind dadurch oft in Dunkelheit getaucht, die Bewohnerinnen und Bewohner können nur schlecht heizen. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Freitag den Energie-Notstand für die Hauptstadtregion ausgerufen.
Am 9. Januar hatte die russische Armee ihren bislang heftigsten Angriff auf die Energieinfrastruktur der ukrainischen Hauptstadt ausgeführt. Rund die Hälfte der Stadt war in dessen Folge bei klirrender Kälte von der Wärmeversorgung abgeschnitten. Zahlreiche Kiewer hatten tagelang keinen Strom.
Bürgermeister Klitschko zufolge waren 80 Prozent der Gebäude, in denen die Heizung infolge des erneuten russischen Angriffs ausfiel, bereits vor zehn Tagen betroffen.