Nach der Panne bei einem Dreamliner vom Flugzeughersteller Boeing am Frankfurter Flughafen suchen Experten nach der Unfallursache. Fachleute von der zuständigen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) machten sich am Freitag vor Ort ein Bild von dem Vorfall, bei dem mehrere Menschen verletzt wurden.
„Wir untersuchen und es gibt noch keine Ergebnisse“, sagte ein BFU-Sprecher. Ein Zwischenbericht sei erst nach rund acht Wochen zu erwarten, der Abschlussbericht nach etwa einem Jahr.
Passagiere waren noch nicht an Bord der Boeing
Die betroffene Boeing 787-9 von Lufthansa wurde in der Nacht auf Freitag enttankt und angehoben, wie die deutsche Airline erklärte. „Nach dem Anheben wurde das Fahrwerk ausgefahren und das Flugzeug auf eigenen Rädern zum Technik-Gelände geschleppt.“ Dort sollen weitere Untersuchungen stattfinden. Später soll das Flugzeug repariert werden.
Am Donnerstagmittag war es am Frankfurter Flughafen zu dem Unfall mit mehreren Verletzten gekommen. Das Flugzeug wurde für den Flug LH450 nach Los Angeles vorbereitet, als um 12.45 Uhr an Einstiegsposition A15 vor dem Terminal 1 unerwartet das Bugfahrwerk des Flugzeugs einklappte, wie Lufthansa mitteilte.
Lufthansa will mit dem Dreamliner ältere Jets ersetzen
Passagiere waren noch nicht an Bord, nur Crewmitglieder und Bodenpersonal. Mehrere Menschen wurden demnach leicht verletzt – zwei Kabinencrew-Mitarbeitende von Lufthansa und weitere Personen von Dienstleistungsfirmen wurden zur ärztlichen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht. Insgesamt war eine 13-köpfige Lufthansa-Crew vor Ort. Die zwei Lufthansa-Beschäftigten hätten die Klinik noch am Donnerstagabend wieder verlassen können. Alle anderen Mitglieder seien betreut und ihre Heimreise organisiert worden.
Die vergleichsweise spritsparende 787 ist in der Lufthansa-Flotte relativ jung. Der Konzern ersetzt mit ihr schrittweise ältere Jets. Die Unfallmaschine war im Januar von Boeing an Lufthansa ausgeliefert worden und seit Februar im Dienst. Aktuell hat das Unternehmen nach eigenen Angaben 17 Dreamliner in der Flotte.